RE:Telephos 4

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Vorlage:REDaten 4) Griechischer Fürst in Indien. Da keinerlei literarische Quelle vorliegt, was für die Mehrzahl der griechischen Herrscher in Indien gilt, sollen die Münzen, deren großer Bestand durch Neufunde stets vermehrt wird, die Möglichkeit bieten, eine Chronologie innerhalb der sichtlich rasch wechselnden, auch gleichzeitig im Westen und Osten des Indos regierenden Dynasten aufzustellen. Für T., dessen Münzen erst in neuerer Zeit durch veröffentlichte Stücke eine Bereicherung erfahren haben, liegt an Material vor:

Vorlage:SperrSchrift I: Bilingue, silberne Hemidrachme, O: Gigant mit Schlangenfüßen, die in seine Hände münden, ℞: Vorlage:RE siehe und Mondgöttin Vorlage:RE siehe.

1. 1. Gegen 1841 gefunden, jetzt Bodleian Library, Oxford, 37 grains = 2,397 g, beschrieben und abgebildet bei Vorlage:SperrSchrift Vorlage:Seite 171, pl. XXXII 7; erwähnt bei v. Vorlage:SperrSchrift 131. [[Barclay Vincent Head|Vorlage:SperrSchrift]] HNVorlage:Sup 843. Vorlage:SperrSchrift Catal. I 87 pl. IX x.
2. 2. In der Sammlung Guthrie des Münzkabinetts im Kaiser-Friedrich-Museum, Berlin, beschrieben und abgebildet bei v. Vorlage:SperrSchrift 131, Taf. IV 7, 8. 2,11 g.
3. 3. Dieselbe ebd.; 2,00 g.

Vorlage:SperrSchrift II A: Bilingue viereckige Kupfermünze; O: thronender Vorlage:RE siehe, rechter Arm ausgestreckt, ℞: schreitende männliche Figur mit Mantel und Spitzhut, links geschultertem Speer, rechte Hand ausstreckend. Beschrieben und abgebildet bei Vorlage:SperrSchrift Journal of the Asiatic Society of Bengal, Numismatic Supplement XIV (nicht eingesehen).

4. 1. Im British Museum s. Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. 1923, 337 nr. 59 pl. XVII 5.
5. 2. Dieselbe im Panjab Museum, Lahore, s. Vorlage:SperrSchrift Cat. I 79, 640, pl.VIII 640.
6. 3. Dieselbe, eine niedrigere, aber längere Form, ebd. I 79, 641.
7. 4. Sir John Vorlage:SperrSchrift fand eine solche Münze in Taxila, s. Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. 1923, 337.

Vorlage:SperrSchrift II B: O: wie in II A, ℞: kauernde nackte männliche Figur mit Kopfbedeckung, rechten Arm ausstreckend.

8. 1. Beschrieben und abgebildet bei Vorlage:SperrSchrift Journal of the Asiatic Society of Bengal 1898, part 1, 130; vgl. The Early History of IndiaVorlage:Sup 258. Vorlage:SperrSchrift HNVorlage:Sup 843. Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. 1923, 336 nr. 58 pl. XVII 6.
9. ,Nach einer Vorlage:SperrSchrift gewordenen Mitteilung soll ein Vorlage:RE siehe des Telephos existieren‘; v. Vorlage:SperrSchrift 131.
10. ,It was a Kābuli Jew who had a didrachm of Telephos (Num. Chron. 1872, 167), of which nothing more has been heard.‘ Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. 1923, 310, 18.

Für eine chronologische Einreihung bestehen keine anderen Anhaltspunkte als 1. die zeitliche Bestimmung der griechischen Herrschaft auf indischem Boden überhaupt, die wiederum durch die ungefähr feststellbaren Regierungsjahre einzelner Fürsten enger begrenzt werden kann, so daß für die Zeit des T. ein kleinerer Raum zur Verfügung bleibt; 2. die numismatische Analyse.

1. Unter den unmittelbaren Nachfolgern Alexanders d. Gr. in Indien ist für T. kein Platz. Wohl erscheint ein Träger dieses Namens unter den Vorlage:Polytonisch des Makedonen, der beim Zuge durch Gedrosien als Verpflegungsoffizier an einen Ort des Meeres vorausgeschickt wurde, um dort den Proviant für das nachfolgende Heer vorzubereiten (Arrian. anab. VI 23, 6; vgl. Vorlage:SperrSchrift Das Alexandereich I 191. II nr. 745). Natürlich bleibt die Identität dieses T. mit dem Fürsten T. außer Betracht. Des letzteren Regierungszeit kann nicht vor etwa 250 v. Chr., dem Beginn der Selbständigkeit Baktriens unter Diodotos, angesetzt werden; die Verwendung der Kharoṣṭhīschrift auf der Reversseite seiner Münzen erlaubt es nicht, T. vor Eukratides zu datieren, Vorlage:Seite wenngleich eine Münze des Agathokles die indische Schrift aufweist, Vorlage:SperrSchrift 12 nr. 14, wie sie vorher bei Demetrios erscheint (ebd. 163 nr. 3. Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. 1923, 317f. nr. 2); das sind schüchterne Anfänge. Auf der anderen Seite ist Hermaios der letzte Griechenfürst auf indischem Gebiete, dessen Verbindung mit Kujūla Kadphises seine Zeit um die Wende der christlichen Ära bestimmt (Vorlage:SperrSchrift Early HistoryVorlage:Sup 257. 259: 10 v. Chr. bis 20 n. Chr.; Cambridge History of Vorlage:RE siehe I 562: um 40 v. Chr.; vgl. 647f. Vorlage:SperrSchrift Corpus Inscriptionum Indicarum II part 1, Calcutta 1929. LXIV: 25 n. Chr.). In die Zeit zwischen Eukratides und Hermaios, das wäre das zweite Drittel des 2. bis gegen Ende des 1. vorchristl. Jhdts., müßte also T. zu setzen sein, allerdings sind innerhalb dieser Grenzen noch viele andere Namen unterzubringen.

2. Die Münzen des T. bilden zwei Gruppen, geschieden nach Münzbild und Münzzeichen, dem Vorlage:RE siehe. Zur ersten Gruppe gehören drei Exemplare der auf der Vorderseite einen schlangenfüßigen Vorlage:RE siehe tragenden Münzen, deren Rückseite ein Paar, Helios und wahrscheinlich Selene, einnimmt; das Monogramm dieser Gruppe ist K. Die zweite Gruppe muß wegen des Bildes des Reverses in zwei Untergruppen geschieden werden: der einen (A) ist ein thronender Zeus auf der Vorderseite, eine schreitende Figur mit Speer auf der Rückseite eigen, das gleiche Münzzeichen wie in I aufweisend; die andere (B) trägt auf dem Obvers das gleiche Bild, aber auf der Rückseite eine hockende Figur, und hier ist das Monogramm TA. Auf allen Typen findet sich die gleiche Legende, und zwar: Vorlage:Polytonisch, ℞: in Kharoṣṭhī: Maharajasa kalanakramasa Teliphasa, ,(Münze) des Großkönigs T., dessen Verfahrungsweise trefflich ist‘, d. h. des Wohlhandelnden; weder dieser indische Titel (gegenüber den Lesungen von [[Christian Lassen|Vorlage:SperrSchrift]], v. Vorlage:SperrSchrift und noch von Vorlage:SperrSchrift hat sich die ursprüngliche von Vorlage:SperrSchrift als richtig erwiesen) noch sein griechisches Original, dessen Umschreibung er ist, wurde sonst von einem griechisch-indischen Fürsten verwendet, eine Annahme des ptolemäischen Vorbildes ist nicht unmöglich.

Tritone und schlangenfüßige Giganten treten in der indo-griechischen Kunst auf (s. Vorlage:SperrSchrift L’art gréco-bouddhique I, Fig. 122–125. Vorlage:SperrSchrift A History of Fine Art in India and Ceylon 384 pl. 88. Vorlage:SperrSchrift Buddhistische Kunst 125); ein Münzbild, das in Betracht käme, ist die Tritonfigur, in Fischflossen endend, mit Ruder und Delphin in den Händen, auf Bronzemünzen des Hippostratos (Vorlage:SperrSchrift 60 pl. XIV 6; Vorlage:SperrSchrift Cat. I 77 pl. VIII 631); die T.-Münze zeigt gleichfalls Gegenstände in den Händen des Giganten, die zwar seine Füße sein mögen, wahrscheinlich aber mißverstandene, daher stilisierte Bilder des Delphins und Ruders vorstellen dürften, wie ja die Stilisierung der ganzen Figur, besonders an den Enden, stark zum Ausdruck kommt. Sieht man von der dekadenten Darstellung auf einer Münze des Huviṣka ab (Vorlage:SperrSchrift pl. XXVII 4), so treten Sonnen- und Vorlage:RE siehe sonst nicht vereint auf, vor allem nicht in Vorlage:Seite so durchsichtiger Deutlichkeit wie bei T. Der der Gruppe II gemeinsame thronende Zeus ist aus zahlreichen Münzen bekannt: Heliokies (Vorlage:SperrSchrift 166 pl. XXXI 1), Antialkidas (Vorlage:SperrSchrift 25f. pl. VII 9 [= CΗI I pl. XXX 83c] bis 14. Vorlage:SperrSchrift Cat. 1167ff. pl. III 170. 172. 189; Num. Chron. 1923, 326 pl. XV 6), Amyntas (Vorlage:SperrSchrift 61 pl. XIV 10. Vorlage:SperrSchrift Cat. I 31 pl. VI 9. Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. 1923, 332 pl. XVI 7, wo Athene, nicht Vorlage:RE siehe gemeint ist), Pantaleon (Vorlage:SperrSchrift pl. XXX 4. Num. Chron. a. O. 318 pl. XIV 3: Zeus mit Vorlage:RE siehe?). Aber bei T. zeigt sich, ähnlich wie beim Giganten, offenbar ein Mißverständnis gegenüber dem ursprünglichen Vorwurf: die ausgestreckte rechte Hand soll nämlich die Nike tragen, die auf den Münzen der genannten Herrscher zu sehen ist, es handelt sich um den Zeus Nikephoros. Die Verschlechterung des Bildes schreitet weiter fort und führt zu abstrusen Formen bei Hermaios (Vorlage:SperrSchrift pl. XV 1–7; vgl. 172, 2. Vorlage:SperrSchrift Cat. I pl. IX 649; Num. Chron. a. O. pl. XVII 9f. Vorlage:SperrSchrift Cat. I 32 pl. VI 12f. CHI I pl. VII 37. XXX 83 h), Maues (Vorlage:SperrSchrift pl. XVI 9, vgl. 172, 1f. Vorlage:SperrSchrift Cat. I pl. X 15f. XV 1), Azes (Vorlage:SperrSchrift Num. Chr. a. O. pl. XVII 12), Spalirises (Vorlage:SperrSchrift pl. XXII 2. CHI I pl. VII 38). Die Tatsache, daß Gruppe I Beziehungen zu Hippostratos verrät, erhält durch eine Münze dieses Herrschers (Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. a. O. 336 pl. XVII 4) eine interessante Stütze, da auch hier der sitzende Zeus erscheint. Die Ausführung des Zeusbildes bei T., besonders die Betonung des Thrones, der auf den besten Vertretern des Typus nur reliefartig angedeutet ist (bei Agathokles: Vorlage:SperrSchrift pl. IV 1. Vorlage:SperrSchrift Cat. I pl. II 41; Pantaleon: Num. Chron. a. O. pl. XIV 3), setzen diese Münzbilder wohl unbedenklich in die Zeit der ausgehenden Griechenherrschaft, unfern von Hermaios. Der ,schreitende Krieger‘ scheint eine verschlechterte Ausgabe des Bewaffneten auf einer Münze des Strato und der Agathokleia zu sein (Vorlage:SperrSchrift in: Corolla Numismatica, Oxford 1906. Vorlage:SperrSchrift Cat. I pl. IX VII); vielleicht ist der Zeus auf den Azesmünzen (Vorlage:SperrSchrift pl. XVII 8. Vorlage:SperrSchrift Cat. I pl. XI 36. CHI pl. XXX 83 j) damit in Verbindung zu bringen. Keinerlei Parallele besteht, soweit das publizierte Material reicht, zu dem kauernden Mann.

Dem thronenden Zeus begegnet man auf einer Kupfermünze des Eukratides (Vorlage:Polytonisch Journal of the Royal Asiatic Society 1905, 783f. Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. a. O. 318f. pl. XIV 5), ebenda erscheint rechts die Andeutung eines Gebirges, wie man annimmt, das auch auf den Nummern 4 und 5 der T.-Münzen zu sehen ist. Während jedoch das Monogramm auf der Eukratidesmünze Pīlusāra bedeuten soll, stellt das Münzzeichen bei T. den indischen Namen Kāpišī dar. Ob das richtig ist, muß dem Verfechter dieser Ansicht, Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. a. O. 318ff. überlassen bleiben. Das Monogramm tritt ähnlich bei Apollodotos (Vorlage:SperrSchrift Cat. I pl. IV 307) auf, identisch bei Maues (ebd. pl. X 20. XV 1) und ist den Gruppen I und II A gemeinsam, nur fehlt in I das angebliche Bergsymbol. Vorlage:Seite Die Type II B zeigt ein A über T, das auf Münzen des Maues (Vorlage:SperrSchrift 70, 11. 12. 15f. 71, 20. pl. XVI 8f. XVII 1, 4. Vorlage:SperrSchrift Cat. I 100 pl. X 20) erscheint. Dieses Monogramm bietet vielfache Variationen: vgl. Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. 1923, 313f., Cat I Tafel der Monogramme: nr. 1. Vorlage:SperrSchrift Cat. I pl. VII nr. 32. Für T. kommt der Prägungsort Taxila kaum in Betracht, eher läßt sich das für das umgekehrte Zeichen, AT, mit durchgezogenem und gebogenem A-Aufstrich behaupten, wie es auf Münzen des Hippostratos (Vorlage:SperrSchrift 59, 1f. 60, 11–14) und des Azes (73, 4, vgl. 6f. 78, 56–69 usw.) vorkommt.

Da Hippostratos nach dem Tode des Maues regiert zu haben scheint, weil seine Münzen, wie eben bemerkt, von Azes nachgeahmt wurden (s. CHI I 572), Maues aber schon die Münzen des T. nachzuahmen scheint, dürfte T. in die Nähe des Hippostratos zu setzen sein, womit seine Zeit als das 1. Jhdt. v. Chr. zu bestimmen wäre (vgl. Vorlage:SperrSchrift Num. Chron. a. O. 337f.). Ein Bildnis des T. ist nicht bekannt.

Literatur: Vorlage:SperrSchrift Indische AltertumskdeVorlage:Sup II 351. v. Vorlage:SperrSchrift Die Nachfolger Alexanders d. Gr. 134. The Cambridge History of India (= CHI) I, Cambridge 1922. A. V. Vorlage:SperrSchrift The Early History of IndiaVorlage:Sup, Oxford 1924. Louis Vorlage:SperrSchrift Vorlage:RE siehe aux temps des Mauryas et des Barbares, Grecs, Scythes, Parthes et Yue-tchi (= Vorlage:SperrSchrift Histoire du Monde VI 1, Paris 1930). P. Vorlage:SperrSchrift The Coins of the Greek and Scythic Kings of Bactria and India in the British Museum, London 1886. V. A. Vorlage:SperrSchrift Catal. of the Coins in the Indian Museum Calcutta, vol. I, Oxford 1906. Vorlage:SperrSchrift HNVorlage:Sup, Oxford 1911. R. B. Vorlage:SperrSchrift Catal. of Coins in the Panjab Museum, Lahore, vol. I, Oxford 1914; The Numismatic Chronicle, ser. V vol. III, 1923, 294ff. Vorlage:REAutor