RE:Hekteus
Vorlage:REDaten Ἑκτεύς seltener ἕκτον (vgl. [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Metrol. Script. Ind.), griechisches Hohlmaß für Trockenes, im Volumen jeweils das Sechstel des Vorlage:RE siehe gleichen Systems (ἑκτεὺς … μέτρον, ἕκτον ἐκείνο μεδίμνου οὖ δηλαδὴ ἥμισυ τὸ ἡμίεκτον, Vorlage:RE siehe Od. p. 1854, 13). Das Hauptteilmaß ist neben dem Hemihekton die Vorlage:RE siehe. a) Im Vorlage:SperrSchrift System wird der ἕ. gemeinhin zu 8 Choiniken angesetzt (Stellennachweis bei Vorlage:SperrSchrift a. a. O.). 1. Vor Solon galt in Athen das pheidonische Maß, das nach Aristoteles (Ἀθ. πολ. c. 10) kleiner Vorlage:Seite war als das von Solon eingeführte, eine Nachricht, die von Vorlage:SperrSchrift (Hermes XXVII 1892, 534ff. u. ebd. XXXV 1900, 646f.) und von [[Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff|v. Vorlage:SperrSchrift]] (Arist. u. Athen I 42f.) zu Unrecht bekämpft wird. Das pheidonische Maß nun ist, wie wir die Überlieferung zu verstehen haben, gleichzusetzen mit dem unten zu berührenden äginäischen Maß (vgl. Marm. Par. v. 45; im übrigen Stellen- und Literaturnachweis bei Vorlage:SperrSchrift Metrologie² 2 521 mit Anm. 1 u. 2; zur Sache Vorlage:SperrSchrift Die Gewichte d. Altertums, Leipz. 1898, 60, 8. Verschiedenheit des äginäischen und pheidonischen Systems suchen [[Ulrich Köhler|Vorlage:SperrSchrift]] Athen. Mitt. VII 1882, 5 und Vorlage:SperrSchrift a. a. O. zu erweisen). Doch handelt es sich bei der Gleichsetzung der beiden Systeme nicht um eine absolute Gleichheit aller beiderseitigen (gleichnamigen) Gewichte und Maße in ihren Beträgen, sondern vielmehr um eine Gleichheit der Norm. [[Christian August Brandis|Vorlage:SperrSchrift]] hat bekanntlich (Münz-, Maß- u. Gew.-Wesen in Vorderasien 45ff.; vgl. zuletzt J. Vorlage:SperrSchrift Berl. Ztschr. f. Num. XXVII 1909, 4) an Gewichten aus Babylon erwiesen, daß das metrologische System der Babylonier, das Muttersystem aller antiken Systeme, insofern gewissermaßen ein Doppelsystem war, als jedes einzelne Nominal desselben bei gleicher Benennung in doppelter Form, nämlich zugleich als Ganzes und als Hälfte existiert; und gemäß dieser Erscheinung pflegt man von der großen (im Gewicht auch schweren) und der kleinen (oder leichten) Einheit des babylonischen Systems zu sprechen. Kein anderer Unterschied besteht zwischen dem pheidonisch-äginäischen und dem pheidonisch-attischen System; denn die erwähnte Aristotelesstelle beweist gegenüber dem Befund der äginäischen Münzen mit Evidenz, daß das vorsolonische Gewicht genau die kleine Einheit des äginäischen darstellt. Somit ist der attisch-pheidonische Medimnos gleich Vorlage:Bruch pheidon.-ägin. Medimnos, d. i. (s. u.) = 27,23 l, der H. also 4,56 l und die Choinix 0,57 l.
2. Der Medimnos Solons hat gemäß dem (babylonisch-)großpersisch-euböischen Maß, dem er nachgebildet ist (vgl. die auf die Zeit des Kyros bezügliche Gleichsetzung der medischen Artabe mit dem attischen Medimnos bei Vorlage:RE siehe IV 3, 32), 35,0208 l, der H. mithin 5,837 l, die Choinix als Achtel 0,729 l Ansätze, zu denen das attische System noch nachweisbar ist aus Vorlage:RE siehe (I 192).
3. Im J. 401 ist dagegen dieses System insofern geändert, als jetzt, wie durch Vorlage:RE siehe (anab. 1, 5, 6) erwiesen wird, die Choinix auf (den halben Betrag der kleinasiatisch-persischen καπίθη d. i.) 1,094 l erhöht ist. Der H. wird durch ein gleichzeitiges Zeugnis zu 6 Choiniken = 6,564 l angesetzt: ἑκτεὺς δέ ἐστιν Vorlage:SperrSchrift χοίνικον μέτρον (Fragm. Aristoph. bei Erotian ed. Vorlage:SperrSchrift 76. 1; von L. Vorlage:SperrSchrift bei Steph. thes. l. Gr. und Vorlage:SperrSchrift a. a. O. zu Unrecht beanstandet, von Vorlage:SperrSchrift Metrologie² 500f., o. Bd. III S. 2357 und von [[Theodor Kock|Vorlage:SperrSchrift]] Com. frg. I p. 551 irrig interpretiert). Der Medimnos stellt sich hiernach mit 39,39 l auf den Betrag, zu dem der Vorlage:RE siehe, das Parallelmaß für Flüssiges, überliefert ist (Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 108).
4. Im 2. Jhd. v. Chr. wird der Medimnos auf 52,52 l d. i. auf den doppelten Betrag der römischen Amphora (s. o.), der H. entsprechend auf 8,754 l, Vorlage:Seite d. i. auf den Betrag des römischen Vorlage:RE siehe (Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Tabelle XI S. 704) erhöht. Die Choinix behält das alte Volumen und wird damit wieder Achtel des H. In diesem Aufbau zeigt das attische System der Überblick bei Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 106.
5. Als Vorlage:RE siehe in Athen weilt (nach Nepos Attic. 2, 2 im J. 88 v. Chr.), hat der Medimnos sieben römische Modien: (Atticus) universos frumento donavit, ita ut singulis VII modii tritici darentur: qui modus mensurae medimnus Athenis appellatur (a. a. O. 2, 6), wo die Lesart VII der Handschriften gegen [[August Böckh|Vorlage:SperrSchrift]] und Vorlage:SperrSchrift Konjektur (vgl. die [[Karl Felix Halm|Vorlage:SperrSchrift]]sche Ausg.) seni (VI) durch anderwärts zu besprechende monumentale Befunde gestützt wird. Der H. dieses Medimnos, der sich selbst auf 61,278 l stellt, hat 10,213 l. die Choinix 1,276 1. Die Vorlage:RE siehe des Systems, die (wie auch sonst) Vorlage:Bruch der Choinix beträgt, hat sieben römische Unzen (Ölgewicht) d. i. 0,2128 l und ist in einem von Vorlage:SperrSchrift (Arch. miss. scient. III 1876, 385, 11) aus cod. Patm. nr. 17 (saec. X) edierten metrologischen Fragment überliefert.
6. Im jüngsten attischen System endlich, das Plinius (n. h. XXXI 34) als internationales System der Ärzte kennt, hat die Choinix, wie aus einer Reihe metrologischer Texte zu entnehmen ist, (3 bezw. 6 Kotylen von je 7,5 Unzen Ölgewicht oder 0,228 l =) 0,684 bezw. 1,368 l, der H. mithin als Sechzehn- oder Achtfaches der Choinix 10,944 l und der Medimnos 65,664 l (vgl. Metrol. Script. I 242, 12–16 mit 235,13-14 und für die Doppelchoinix 233, 9). Ermittelt wurde dieses System zuerst von Vorlage:SperrSchrift (Galeni de pond. et mens, testimonia, Bonn 1888); doch irrte sowohl Vorlage:SperrSchrift wie auch [[Heinrich Nissen|Vorlage:SperrSchrift]] (Metrologie S.-A. 39 = Iw. [[Iwan von Müller|Vorlage:SperrSchrift]] Handb. I² 879) in der Berechnung der Systemnorm, da die Kotyle von 7Vorlage:Bruch Unzen, nicht auf Wasser – sondern auf Ölgewicht zu beziehen ist und deshalb nicht 0,2046 sondern 0,228 l ergibt.
7. Als Kaufpreis für 1 H. Weizen gibt Schol. Aristoph. Eccl. 547 ca. 3 Obolen an: πυρῶν ἑκτέα] τριώβολον ἴσως ἦν; demgemäß Suidas (= Metrol. script. I 337, 9 … ἑκτέα· τουτέστθ τριώβολον. Vorlage:SperrSchrift konjiziert hier ganz zu Unrecht τρικότυλον; denn wenn nach Vorlage:SperrSchrift Consid. genér. 119 (s. Vorlage:SperrSchrift Staatsh., 3. Aufl. von Vorlage:SperrSchrift 79) um das J. 400 der Medimnos Getreide zu Athen im Durchschnittspreis 2Vorlage:Bruch Drachmen, d. i. 15 Obolen kostet, so stellt sich demnach der H. auf 2Vorlage:Bruch Obolen.
b) 1. Für das wie es scheint konstante äginäische System hat Vorlage:SperrSchrift Jahrb. f. Philol. XCV 531ff. (= Metrologie² 499ff.; vgl. jedoch Die Gewichte des Altertums 60, 8) das Volumen des Metretes aus dem effektiven Münzgewicht annähernd richtig zu 54,52–55,89 l berechnet. Der lakonische Medimnos berechnet sich aus Angaben des Plutarch (Lyc. c. 12) und Dikaiarch (bei Athen. IV 141 e); nach ersterem hatte jeder Spartiat zu den Syssitien 1 (lakon.) Medimnos beizusteuern, ein Betrag, den Dikaiarch zu τρία μάλιστα ἡμιμέδιμνα Ἀττικά angibt. Der attische Medimnos hat zu Dikaiarchs Zeit 39,39 1, sodaß der obere Grenzbetrag für den lakonischen Medimnos (1Vorlage:Bruch att. Medimn.) 59,08 l beträgt. Setzt man mm den lakonischen Medimnos mit dem Äginäischen Metretes zu 54,72 l an – dies ist nämlich nach dem Ausweis einer urkundlich bezeugten Vorlage:Seite ägyptischen Artabe von 40 Choiniken der genaue Betrag – so stellt er sich damit auf 1,389 attischen Medimnos. Zu demselben Betrage ist der äginäische Medimnos anzusetzen, da Vorlage:SperrSchrift Ansatz desselben zu ca. 72,7 l (a. a. O.) auf der irrigen Annahme beruht, daß der attische Medimnos zur Zeit Dikaiarchs schon 52,52 l gehabt habe. Der H. des äginäisch-lakonischen Medimnos hat 9,12 l.
2. Für den lakonischen Hafenort Gytheion ist ein H. monumental durch einen ebenda gefundenen, im Archäol. Museum zu Athen aufbewahrten Hohlmaßtisch (Literatur: E. [[Ernst Curtius|Vorlage:SperrSchrift]] Philol. XXIX 1870, 696ff. Vorlage:SperrSchrift Ἀρχ.αιολ. ἐφημ. περίοδ. β’, χευχ. ιδ’ 1870, 378ff. Vorlage:SperrSchrift Explication II 4, 117f. Vorlage:SperrSchrift Rev. arch. XXIV 1872, 298ff. Vorlage:SperrSchrift Metrologie² 537ff. Vorlage:SperrSchrift Berl. Ztschr. f. Numism. XX 1897, 222ff. Vorlage:SperrSchrift Rev. arch. II 1903, 25 ohne Kenntnis von Vorlage:SperrSchrift Arbeit) zu erweisen, von dessen Hohlräumen einer auf seinem Bande die inschriftliche Bezeichnung ΗΜΙΕΚΤΟΝ trägt. Derselbe hat heute ein Volumen von 3,8 l; doch stellt sich sein wirkliches Volumen, da er ursprünglich noch einen kupfernen Einsatz besaß (Vorlage:SperrSchrift a. a. O.), wie sich mit großer Gewißheit aus anderweitigen Parallelen ergibt, auf 7,28 l, der H. mithin auf 17,56 l (vgl. übrigens u. ἡμιμέδιμνος c). Nicht zu erklären und zweifellos korrupt ist Suidas (= Metrol. script. I 337, 7): Ἑ. μέτριβ ἐστὶν ὃ ταὐτὸν εἶναι λέγουσι τῇ χοίνικι, doch scheint die Änderung ἡ χοίνιξι nicht fernliegend.
Vorstehende Ausführungen beruhen auf genauen Einzeluntersuchungen, die zum Teil im Manuskript abgeschlossen, zum Teil dem Abschluß nahe, demnächst (Hermes 1912/13) vorgelegt werden. Vorlage:REAutor