RE:Haartracht, Haarschmuck
Vorlage:REDaten Haartracht und Haarschmuck.
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Literatur: [[Karl Otfried Müller|Vorlage:SperrSchrift]] Handb. der ArchäologieVorlage:Sup 474ff. J. H. Vorlage:SperrSchrift Plotina oder d. Kostüme des Haupthaares bei den Völkern der alten Welt, Leipzig 1858. Vorlage:SperrSchrift-[[Hugo Blümner|Vorlage:SperrSchrift]] Lehrbuch der griech. Privataltertümer (1882) 204ff. Vorlage:SperrSchrift Leben und Sitten der Griechen I 76ff. Vorlage:SperrSchrift bei [[w:Charles Daremberg|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Artikel coma. [[Wolfgang Helbig|Vorlage:SperrSchrift]] Das homer. EposVorlage:Sup 236ff. [[August Baumeister|Vorlage:SperrSchrift]] Denkmäler I 615ff. [[Karl Sittl|Vorlage:SperrSchrift]] Die Patrizierzeit der griech. Kunst 25ff. Iwan Vorlage:SperrSchrift Handb. des kl. Alt. Bd. IV 1, 2, 95ff. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Vorlage:Seite Leben der Gr. u. R.Vorlage:Sup 297ff. H. Vorlage:SperrSchrift Untersuchungen über die Darstellung des Haares in der arch.-griech. Kunst, Neue Jahrb. Suppl. XXVI 1900. [[Walter Amelung|Vorlage:SperrSchrift]] Gewandung der Griech. und Römer, Leipzig 1903. Vorlage:SperrSchrift bei [[Alfred Gercke|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Einleitung in die Altertumswissenschaft II 44ff. [[Franz Studniczka|Vorlage:SperrSchrift]] Beiträge zur Geschichte der altgriech. Tracht 124ff. Vorlage:SperrSchrift Altgriech. Plastik 108ff. Vorlage:SperrSchrift Sopra il trattamento della capellatura e della barba all' epoca Omerica, Atti dei Lincei Ser. III vol. V 1ff. Vorlage:SperrSchrift Die Haartracht des Mannes in archaisch-griechischer Zeit, Diss. Gießen 1911.
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Haarschmuck ist schon aus der Kykladenkultur des dritten Jahrtausends bekannt, über die Tracht des Haares aber geben die vielen primitiven ,Idole‘ keine Auskunft. Unter den Diademen ragen die goldenen Kettengehänge aus Vorlage:RE siehe II hervor (Vorlage:SperrSchrift Schliemanns AusgrabungenVorlage:Sup Abb. 37. 38). Von einem auf die um den Kopf zu legende Binde aufgenähten Goldblechbande hängen über der Stirn kürzere und an beiden Seiten längere Kettchen mit Blechanhängern herab, die Schnüren mit Schnurquasten nachgebildet sind (Praehistor. Ztschr. II [1910] 156). Daneben kommen auch einfache mit einer Binde geknüpfte Goldbänder vor (Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Abb. 39). Ewas breiter und mit nach oben abstehenden dreieckigen ausgeschnittenen Zacken geschmückt ist das Silberdiadem von Amorgos (Vorlage:Polytonisch. 1898 Taf. 8, 1 [S. 186]). Die vielen aus dieser Epoche erhaltenen Schmucknadeln als Haarpfeile zu deuten, fehlt jeder Anhalt. Ebenso bei den ,Haarnadeln‘ aus dem kretisch-mykenischen Kulturgebiet. Ein derartiger Haarschmuck ist in späterer Zeit Griechenland vollkommen fremd, und die Erklärung dieser Nadeln als Gewandhefteln die einfachste und gegebene.
Auch aus den Zeiten der Minoischen Kultur sind zahlreiche Diademe erhalten, die ebenso wie die älteren ursprünglich regelmäßig auf Binden aufgenäht oder im Nacken mit einem Bande zusammengeknüpft waren (Vorlage:Polytonisch. 1899, 123 Taf. 10, 1. Vorlage:SperrSchrift u. a. Excavations in Cyprus Taf. VI 1ff. [[Ludwig Pollak|Vorlage:SperrSchrift]] Klass. ant. Goldarbeiten im Besitze von Nelidow Taf. IVf. nr. 6–9. Journ. hell. Stud. XIII 1892, 210 u. a.). Der Goldschmuck aus den mykenischen Schachtgräbern (Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 211ff.) gehört nur zum geringen Teil zur Tracht, er stellt den Beschlag der ursprünglich vorhandenen Holzsärge dar (Vorlage:SperrSchrift Vorlage:Polytonisch. 1907, 31ff.). In dieser Zeit ist für beide Geschlechter die Tracht des langen Haares durch die zahllosen Darstellungen gesichert. So tragen auch die Keftiu der ägyptischen Wandgemälde stets volles langes Haar, das bisweilen mit einem Bande geschmückt ist. Auf dem Vorderkopf lösen sich meist eine oder mehrere Locken von der Masse des Haares ab (s. [[:en:Author:John Gardner Wilkinson|Vorlage:SperrSchrift]] Manners and customs of the ancient EgyptiensVorlage:Sup pl. 2 A.; vgl. [[Diedrich Fimmen|Vorlage:SperrSchrift]] Zeit u. Dauer der kret.-myk. Kultur 73. Zu viel sieht in diesen Locken Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahresh. IX [1906] 125). Die arbeitenden Schichten der Bevölkerung dagegen tragen kurzes Haar, so die Arbeiter im Erntezug auf dem Steatit-Gefäß von Hagia Triada (Mon. ant. XIII [1903] Tav. I/III S. 85/86. Vorlage:SperrSchrift Der Vorlage:Seite schöne Mensch Taf. 36. Ihren voran ziehenden Herrn [kaum Aufseher] schmückt langes Haar). Aus primitiven Vorlage:RE siehe oder geometrisierenden Darstellungen, die kein langes Haar zeigen (wie auch die Kriegervase [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]]-[[Georg Loeschcke|Vorlage:SperrSchrift]] Myken. Vorlage:RE siehe Taf. XLII/III), darf man aber noch nicht auf Haarschur schließen ([[Eduard Meyer|Vorlage:SperrSchrift]] Geschichte des Altertums IVorlage:Sup 2, 702 § 514. 705 § 516). Ebenso wie die Männer tragen auch die Frauen meist lang in den Nacken herabfallendes Haar, das bisweilen mit einer Binde oder einem Diadem geschmückt ist, vgl. z. B. die Tänzerin von Vorlage:RE siehe Annual VIII (1901/2) 55; das Mädchen ebendaher, a. a. O. VII (1900/1) 57 Fig. 17; die betende Frau in Berlin, Vorlage:SperrSchrift Hist. de l'art VI 754f. Abb. 349/50 (wo Vorlage:SperrSchrift fälschlich Schlangen sieht) und zahlreiche Vorlage:RE siehe, z. B. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Antike Gemmen Taf. II 19. 25. 26. 29. 45. Taf. VI 2. 3. 4 u. a. Um nichts anderes handelt es sich auch bei den Frauen auf dem bekannten mykenischen Goldring (a. a. O. Taf. II 20. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 321 Fig. 295), auf dem [[Heinrich Schliemann|Vorlage:SperrSchrift]] Mykene 402 Turbane sah. Auch diese Frauen zeigen die frei aufragenden Stirnlöckchen (es handelt sich nicht um Blumen, wie Vorlage:SperrSchrift a. a. O. annimmt, sondern um in auch sonst vorkommender Weise stilisierte Haare, vgl. auch die Gemme aus Mykene, Athen. Mitt. XXXIV [1909] 90 Fig. 8). Nichts weiter als eine Form der Stilisierung des langen Haares ist auch die ,Zipfelmütze‘ der Frau auf der mykenischen Elfenbeinplatte Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 343 Abb. 309 (die von Schuchhardt als weitere Parallele herangezogene Sphingenranke hat natürlich erst recht nichts damit zu tun; vgl. Vorlage:SperrSchrift Der Seelenvogel 16f.). Das Haar der Frauen ist bisweilen schon im Nacken in einen Knoten aufgenommen, z. B. Goldring, Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Taf. II 21 u. a. Die Göttin auf der Gemme a. a. O. Taf. II 28 (Brit. Mus. Cat. 83) hat ihr Haar auf dem Wirbel in einen Schopf zusammengefaßt, wie es im klassischen Griechenland für Mädchen Brauch war, s. Vorlage:RE siehe Eine andere Frauenfrisur, die ganz zu dem raffinierten Rokokokostüm der Kreterinnen paßt, kommt später nicht wieder vor: die ganze Haarmasse ist zu einem spitzen Kegel auf dem Kopfe aufgebaut und mit breiten Bändern zusammengebunden (Terrakotten von Petsofa, Annual of the Br. sch. of Ath. IX [1902/3] Taf. VIII. XI 18. 19; die Hauptfigur auch Vorlage:SperrSchrift Der schöne Mensch Taf. 35. 1; ebenso auf cyprischer Amphora Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Myken. Vasen, Text 28; vgl. Fragment a. a. O. Taf. XL nr. 422). Eine von dieser nicht sehr verschiedene Frisur der Männer zeigen vielleicht zwei Reliefköpfchen aus Elfenbein (Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 342 Abb. 308 und Bull. hell. II [1878] Pl. XVIII 2; s. dagegen Vorlage:SperrSchrift Homer. WaffenVorlage:Sup 102ff, dessen Deutung durch die gleichartig stilisierten Barthaare, die keinesfalls als Backenlaschen zu erklären sind, zweifelhaft ist. Die von Vorlage:SperrSchrift a. a. O. herangezogene Bronze aus Vorlage:RE siehe, Vorlage:SperrSchrift Mykene Fig. 12, trägt jedenfalls eine Mütze oder Helmkappe wie die Göttin Annual B. S. A. IX [1902/3] 59 und der Krieger a. a. O. VIII [1901/2] 77). Unter den Kopfbedeckungen Vorlage:Seite der Frauen muten die Hüte der Tonköpfe von Palaiokastro (Annual IX [1902/3] 370f.) fast modern an. Einen hohen Turban trägt die Priesterin aus Knossos (Göttin?) a. a. O. S. 75f. = Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Taf. 35, 3. Eine hohe, dem späteren Vorlage:Polytonisch entsprechende Krone, die nach oben in Zacken endend gedacht ist, tragen fast regelmäßig die göttliche Wesen darstellenden unzähligen Idole (z. B. Vorlage:SperrSchrift Mykene Taf. 19 u. a.; Tiryns Taf. 25; vgl. auch die Göttinnen Vorlage:SperrSchrift Gemmen II 26 = Vorlage:SperrSchrift VI Taf. 16, 5).
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Vorlage:Überschrift a) Nach den Denkmälern.
Die Geschichte der griechischen Männer-H., wie sie die erhaltenen Denkmäler lehren, stellt den siegreichen Kampf der Haarschur gegen die Tracht des langen Haares dar. Die Tracht des freien Mannes ist ursprünglich das lange Haar, Hörige und Unfreie tragen das Haar kurz geschnitten; man vergleiche namentlich die korinthischen Tontafeln, Antike Denkmäler I Taf. 8, 3 b. 6. 7. 12. 23. 24. 26 u. a. Im Gebiet der ionischen Kultur tritt das kurze Haar erst im 6. Jhdt. auf Caeretaner Hydrien und jüngeren klazomenischen Malereien häufiger auf und setzt sich erst im 5. Jhdt. in diesem Kreise ganz durch. Die älteren spartanischen Denkmäler (Heroenreliefs Athen. Mitt. II [1877] Taf. XXff. [der Jüngling Taf. XXV b trägt die Haarrolle und kein kurzes Haar] und ,kyreneische‘ Schalen [einzige Ausnahme Sisyphos, Vorlage:SperrSchrift Vorlage:RE siehe 25 Fig. 19]) zeigen ebenso wie die Bilder der korinthischen Keramik regelmäßig langes Haar. Dieselben Verhältnisse herrschen ursprünglich in Attika. Da man die geometrischen älteren Zeichnungen ausschalten muß, beginnt hier die Überlieferung mit den Phaleronvasen. In Attika kommt das kurze Haar erst bei den schwarzfigurigen Meistern der zweiten Hälfte des 6. Jhdts. auf, tritt bald (auf den Vasenbildern des epiktetischen Kreises) als gleichberechtigt neben die alte Tracht und kommt noch in der ersten Hälfte des 5. Jhdts. zur Alleinherrschaft. Nicht einmal vor den Göttern macht in der Folgezeit die demokratische Sitte Halt (s. Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahresh. IX [1906] 104). In der Mitte des 5. Jhdts. erhält Vorlage:RE siehe die später für ihn typischen, nur bis zum Schulteransatz herabfallenden Locken (Vorlage:SperrSchrift Meisterwerke 67). Die argivische Schule gibt ihm kurze Zeit sogar ganz geschorenes Haar (a. a. O. 407ff.). In einem Falle erscheint selbst Athena so (Florentiner Gemme, Vorlage:SperrSchrift Ant. Gemm. Taf. XXXIX nr. 29. Meisterwerke 27, 3 zitiert Vorlage:SperrSchrift außerdem die Anesidora-Schale, jetzt Vorlage:SperrSchrift White vases in the Brit. Mus. Pl. XIX, wo der Kopf der Athena ergänzt ist. Im Parthenonfries trägt sie eher die Haarrolle).
Der gewöhnliche Schmuck des Männerhaares ist eine Binde oder ein Diadem (s. u. Abschn. V). Daneben treten die verschiedenartigsten Frisuren auf. Eine der ältesten ist die Nackenumschnürung, bei der der Schopf oben im Nacken mit einer Binde (vgl. milesische Kanne im Louvre A 316 = Vorlage:SperrSchrift Vases I Taf. 12) oder einem Metallring bezw. einer Spirale zusammengeschlossen wird. Sie trägt Ilias XVII 52 Euphorbos, dessen Locken Vorlage:Polytonisch Vorlage:Seite (Vorlage:SperrSchrift Das hom. EposVorlage:Sup 242. Vorlage:RE siehe Vorlage:SperrSchrift II 127. IV 145). Vielleicht gehört auch Hom. Il. II 872 hierher. Die Heimat der Nackenumschnürung ist der ionische Osten, wie ihr Vorkommen auf melischen, milesischen u. a. Tongefäßen (s. Vorlage:SperrSchrift 17ff.) beweist. Mit der ionischen Kultur dringt sie dann nach Vorlage:RE siehe, Vorlage:RE siehe und Korinth, wie die Vasen zeigen (z. B. Arch. Ztg. 1883 Taf. 10. 1881 Taf. 11–13; argivisch-korinthisches Bronzeblech aus Athen, Journ. hell. Stud. XIII [1892/3] 259 Fig. 26). In Attika kommt die Tracht zuerst bei den dem Osten entnommenen Kunsttypen der Fabeltiere auf den sog. Vurva-Vasen vor, z. B. Athen. Mitt. 1890 Taf. 11. 12. Menschen tragen sie erst auf den Gefäßen altattischen Stils, auf denen namentlich die Frauen in der fremden Tracht erscheinen (z. B. Françoisvase, Vorlage:SperrSchrift Gr. Vasenmalerei Taf. 1–3, 11–13: elf Frauen, einige Männer). Von den Meistern des attischen schwarzfigurigen Stils zeichnet besonders Amasis gerne die ionische Tracht. Mit dem Beginn des letzten Viertels des 6. Jhdts. ist die Nackenumschnürung wieder verschwunden und tritt nur noch bisweilen in der Kunst wieder auf. Zur Umschnürung dient entweder die Binde selbst (z. B. korinthische Tontafel, Antike Denkmäler I Taf. 8 nr. 16 b), breite Metallringe, wie bei den ,kyreneischen‘ Schalen oder Drahtspiralen. Letztere sind jedenfalls die Vorlage:Polytonisch Il. XVIII 401 (vgl. [[Wolfgang Helbig|Vorlage:SperrSchrift]] Commentationes in honorem Mommseni 1877, 619ff.; Homer. EposVorlage:Sup 242ff. Anders Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahresh. VI [1903] 121).
Eine bienenleibähnliche Umschnürung des ganzen Schopfes kommt nur selten vor (vgl. Vorlage:SperrSchrift 22), und zwar nur bei Frauen (korinth. Becher. Vorlage:SperrSchrift Tracht 34; Chalkid. Vase, Journ. hell. Stud. 1884 Taf. 41. Vorlage:SperrSchrift Akropolisvasen, Text S. 63 nr. 585).
Die Sitte, das Haar im Nacken mit einer Binde am Kopf hochzubinden, so daß es im Bogen über seine Binde wieder herabfällt, ist ebenfalls durch ionische Vermittlung nach dem Festland gekommen (s. Arch. Jahrb. XI [1896] 263ff. Vorlage:SperrSchrift 21ff.). Die Tracht stammt aus Assyrien, wo sie bis ins vierte Jahrtausend hinauf zu verfolgen ist (vgl. Siegelabdrücke, z. B. Vorlage:SperrSchrift Handel und Wandel in Altbabylonien 12 Abb. 10). In Griechenland tritt sie zuerst im 8. Jhdt. auf (Kentaur auf sikyonischer Vorlage:RE siehe, Arch. Ztg. 1883 Taf. 10). Im 6. Jhdt. ist die Tracht dann im ganzen ionischen Gebiet verbreitet. Daß der aufgebundene Nackenschopf nach der Peloponnes nicht kam, ist aus seinem Fehlen auf ,kyreneischen‘ und korinthischen Vasenbildern zu schließen. In Attika ist unsere Frisur mit Bestimmtheit erst um 560 auf der Françoisvase (Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Taf. 1–3. 11–13) nachzuweisen, auf der sie siebenmal bei Frauen auftritt. Vielleicht aber erscheint sie hier schon im 7. Jhdt. auf Phalerongefäßen (s. Vorlage:SperrSchrift 25; Arch. Jahrb. II [1887] 46 Fig. 6 und 7. 55 Fig. 19. 20). Das von Herodot V 82ff. erwähnte gescheiterte Unternehmen Athens gegen Ägina gehört jedenfalls in die erste Hälfte des 6. Jhdts. In diese Zeit also fällt nach Herodot die Annahme ionischer Gewandung durch die attischen Frauen (Vorlage:SperrSchrift Tracht 1ff.). Vorlage:Seite In derselben Zeit sind auch die ionischen Frisuren der Nackenumschnürung und des aufgebundenen Schopfes zuerst mit Sicherheit in Attika nachzuweisen. In der zweiten Hälfte des 6. Jhdts. ist der aufgebundene Haarschopf in Attika für Männer wie für Frauen die bräuchlichste H., nur die streng nationalen ,Kleinmeister‘ verschmähen die Frisur. In diese Zeit gehören auch die bekanntesten Beispiele, die ,wagenbesteigende Frau‘ ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Denkmäler Taf. 21. Athen. Mitt. XXX [1905] Taf. XI) und der Vorlage:RE siehe (a. a. O. Taf. XII) von der Akropolis. Ihre eigentliche Blütezeit hat die Frisur in den ersten 30 Jahren des 5. Jhdts., in der Zeit der streng-rotfigurigen Vasenmalerei. Während sie aber von Frauen aus allen Kreisen der Bevölkerung getragen wird, beschränkt sie sich unter den Männern auf die vornehmen Bevölkerungsschichten. In den 60er Jahren verschwindet sie auch in Attika. Eins der jüngsten Beispiele ist der Apoll des Paionios, Arch. Jahrb. XXI (1906) 165. Zum Aufbinden des Haarschopfes dient meist eine einfache Binde, bisweilen ein Metallreif, in Attika seit dem Ende des 6. Jhdts. mit Vorliebe ein Blattdiadem. Danebenher geht die Sitte, das Haar in eine Metallspirale zu zwängen und mit dieser an der Kopfbinde oder auch direkt im Haar festzuhalten. Aber schon um die Wende des 6. und 5. Jhdts. kommt diese Form aus der Mode, ihr letztes Vorkommen zeigt der Marmorkopf von der Akropolis, Athen. Mitt. VI (1881) Taf. 7, 1 = Arch. Jahrb. XI (1896) 291 Fig. 30. Es kommt auch vor, daß nicht der ganze Schopf hochgebunden wird, sondern nur ein Teil der Haarmasse, wie es der Apoll von Piombino ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 78) zeigt (s. Vorlage:SperrSchrift 29f.; Beispiele aus der Vasenmalerei: Vorlage:SperrSchrift Auserl. Vasenb. III Taf. 172, 187). Die wenigen Beispiele zeigen aber, daß die Frisur eine Ausnahme blieb. Eine andere Form weiß man der Frisur in Vorlage:RE siehe zu geben (s. Vorlage:SperrSchrift 23). Am Wirbel werden die Haare fest zusammengezogen und dicht am Kopf umschnürt, daß sie in ihrer ganzen Masse als großer Busch vom Kopf abstehen, wie z, B. Vorlage:SperrSchrift Terracotta Sarcophagi Taf. 1. 3. 6. Röm. Mitt. 1888 Taf. 6. Wenn man im 5. Jhdt. häufiger bei Silenen eine ähnliche, aber verkümmerte Haaranordnung findet (so z. B. Vorlage:SperrSchrift Taf. 48), so steht diese Frisur natürlich nicht in Zusammenhang mit der klazomenischen, sondern ist eine durch den Mangel der Haarfülle bedingte Nachahmung des aufgebundenen Nackenschopfes.
Während der aufgebundene Nackenschopf aus Assyrien nach Griechenland kam, scheint die Sitte, die einzelnen Haarsträhnen am unteren Ende zu umschnüren, aus Ägypten über Vorlage:RE siehe nach Griechenland gekommen zu sein (Vorlage:SperrSchrift Arch. Jahrb. XI [1896] 287f. Vorlage:SperrSchrift 30f.). Die Verbreitung der Tracht scheint sehr beschränkt gewesen zu sein: außer der kretischen Sitzfigur, Vorlage:SperrSchrift Histoire de l’art VIII 434f. und den delphischen Argiverkolossen (Vorlage:SperrSchrift Fouilles de Delphes IV Taf. 1/2) findet sie sich nur bei dem Torso von Chios, Vorlage:SperrSchrift Sculpture 173ff.
Die Sitte, den ganzen Haarschopf an seinem Vorlage:Seite unteren Ende in einen Knoten zusammenzuschnüren, die ,Endumschnürung‘, ist in Attika heimisch und hier schon im 8. Jhdt. nachzuweisen (Arch. Jahrb. II [1887] Taf. 3, Spätdipylon-Kanne); vgl. Vorlage:SperrSchrift 31ff. Dann begegnet hier die Tracht auf einer Amphora der Vurva-Gattung (Athen. Mitt. 1893 Taf. 2), und sie ist weit verbreitet auf den Gefäßen altattischen Stils (auf der Françoisvase Vorlage:SperrSchrift Taf. 1–3, 11–13 im ganzen 22mal, davon nur dreimal bei Frauen). Am bekanntesten ist die Frisur von zwei Epheben-Grabstelen aus der perikleischen Mauer ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 457 = [[Alexander Conze|Vorlage:SperrSchrift]] Att. Grabreliefs I Taf. 5 und Athen. Mitt. 1907 Taf. 21). Besonders bei den Kleinmeister-Schalen, die am alten Stil und alten Sitten treu festhalten, tritt diese attische Frisur hervor (z. B. Amer. Journ. of Arch. 1905, 288ff.). In den 30er Jahren des 6. Jhdts. verschwindet aber die Tracht bereits. Sie wird durch den aufgebundenen Nackenschopf verdrängt. Von Attika kommt die Tracht nach Ausweis der Münzen noch nach Korinth (Vorlage:SperrSchrift Traité des monnaies gr. et r. Pl. XXXVI 18–23), nach Vorlage:RE siehe (a. a. O. Pl. XLII 3ff.) und Arkadien (Pl. XXXVIII 8, 11). Für Korinth ist sie auch durch Keramik bezeugt (z. B. Antike Denkmäler I Taf. 7, 25. II Taf. 24, 8. Taf. 30, 18). Korinth wiederum vermittelt die Frisur nach Knidos (Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Pl. XVIII 13–16), Ambrakia (a. a. O. Pl. XL 1) und Vorlage:RE siehe (a. a. O. Pl. XL 3–7). Nach Ägina wird außer dem Spiegelgriff Vorlage:Polytonisch. 1895 Taf. 7) auch die pompeianische Artemis ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 356) gehören (vgl. Vorlage:SperrSchrift 36, 35). In einer Modifizierung lebt die Frisur in Attika auch noch im 5. Jhdt. als Frauen-H. fort: das untere Ende des Haares wird nur einfach umschnürt, nicht knopfartig zusammengebunden, wie man es an der Madrider Kopie der Athena Parthenos sieht ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 511). Selten tragen auch Männer so ihr Haar (Silene auf Vasen; der Iupiter Exsuperantissimus in Berlin, [[Reinhard Kekulé von Stradonitz|Vorlage:SperrSchrift]] S.-Ber. Akad. Berl. 1901, 387ff.; Griech. SkulpturVorlage:Sup 56). Auch die Haarkapsel der Frauen, die das untere Ende des langen Haares verbirgt, die gegen Ende des 6. Jhdts. auf attischen Vasen auftritt und im Anfang des 5. Jhdts. weit verbreitet ist, ist jedenfalls aus der Endumschnürung hervorgegangen, z. B. Vorlage:SperrSchrift Auserl. Vasenb. III Taf. 174f. 176. IV Taf. 297. 301.
Der Brauch, die Haare auf der Kopfbinde aufzurollen, die Haarrolle, ist in der Peloponnes heimisch, Vorlage:SperrSchrift 50. Berliner Winckelmannsprogramm 128ff. Vorlage:SperrSchrift 36ff. Drei verschiedene Gruppen der Frisur sind nach Vorlage:SperrSchrift zu unterscheiden: 1. Das hintere Haar ist in einen Wulst aufgerollt, das Haar des Vorderkopfes ist in die Stirn gekämmt und endet hier in Löckchen. Die Form begegnet ausschließlich bei männlichen, meist jugendlichen Figuren. Hauptbeispiel: der Apollon vom Westgiebel zu Vorlage:RE siehe; 2. die Rolle tritt am Vorder- und Hinterkopf auf. Die Frisur wird von jugendlichen männlichen wie weiblichen Figuren getragen, man vergleiche den Apollontypus, dessen Hauptexemplar die Mantuaner Statue ist (Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 139, 61), und Münzen von Vorlage:Seite Arkadien, Brit. Mus. Cat. Peloponnes. Pl. 31, 22. 3. Das Haar des Vorderkopfes ist nach beiden Seiten zurückgestrichen und die ganze Haarmasse am Hinterkopfe aufgerollt. Es ist eine Frauen-H., die nur selten bei Männern erscheint. So trägt sie z. B. der Dionysos aus Vorlage:RE siehe ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 382) und zwei Zeusstatuetten aus Olympia (Olympia Bd. IV nr. 43, 45). Von Frauen vergleiche man die Hesperide und die sitzende Athena aus den Metopen von Olympia. Während die beiden ersten Formen in der ersten Hälfte des 5. Jhdts. verbreitet sind, hält sich die dritte Form, die eigentliche Frauenfrisur, noch lange. Um 500 kommt die Haarrolle aus der Peloponnes nach Attika, aber hier weiß man die Strenge der Frisur, die ja schon zur völligen Haarschur überleitet, durch verschiedene Modifizierungen zu mildern. Zunächst wird das Haar nicht in ganzer Masse aufgerollt, sondern vorher in einzelne Strähnen geteilt, wie es der Knabe von der Akropolis (Vorlage:Polytonisch. 1888 Taf. 3) oder einige Personen der Iliupersis-Schale des Brygos (Vorlage:SperrSchrift Taf. 25) zeigen. Beim Achill der weißgrundigen Schale aus der Fabrik des Euphronios (Berlin 2282. Vorlage:SperrSchrift Meisterschalen Taf. 51) sind diese einzelnen Strähnen vor dem Einrollen noch mit je einem Ringe von einander abgetrennt (vgl. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] im Katalog und a. a. O. 131, 25. Vorlage:SperrSchrift 38. Früher glaubte man fälschlich, hier einen Zopf erkennen zu müssen). Dann aber werden diese einzelnen Wülste der Rolle durch ein außen um den Kopf herumgebundenes Band noch einmal wieder in je zwei Teile geteilt, wie bei einem Jüngling auf der Schale des Vorlage:RE siehe in Berlin (Vorlage:SperrSchrift Meisterschalen Taf. 24, 1. 25; Außenseite B, zweites Paar). Diese Frisur muß man in allen jenen Fällen erkennen, in denen man früher auf Vasenbildern glaubte einen Doppelzopf dargestellt zu sehen, wie Vorlage:SperrSchrift Auserl. Vas. III Taf. 184 oder auf der Scherbe, Arch. Jahrb. VI 1891 Taf. 1 d = XI 1896, 259 Fig. 2. Durch die Tatsache, daß der vermeintliche Zopf nie am Ohre vorbeibeiführt, wie er es müßte, sondern mit dem Ohre abschließt, ist diese Deutung gesichert. Oft wird diese horizontal geteilte Haarrolle auf Vasenbildern nur durch einen wagrechten Strich im Nackenhaar angedeutet, so Vorlage:SperrSchrift A. V. III Taf. 151. Vorlage:SperrSchrift Meisterschalen Taf. 65–66 u. a. Aus der Fülle der Beispiele erhellt, daß die Haarrolle in Attika in der betreffenden Zeit weit verbreitet war, namentlich in den beiden Abarten: da diese Teilung auch auf Münzen von Vorlage:RE siehe wiederkehrt ([[Barclay Vincent Head|Vorlage:SperrSchrift]] HN 130, 79. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Pl. LXXIII nr. 10–12. Arch. Jahrb. XI [1896], 259 Fig. 4), so wird es sich um eine ionisch-attische Umänderung der peloponnesischen Rolle handeln. Im griechischen Osten freilich wird bei Männern die Frisur nicht allzu verbreitet gewesen sein. In Attika hält sie sich etwas länger als der aufgebundene Nackenschopf, muß dann aber auch der Haarschur weichen. Im Parthenonfries noch trägt sie Vorlage:RE siehe. Im Kult spielt sie als Tracht des eleusinischen Hierophanten noch lange eine Rolle (Bull. com. VII 1ff. tav. 1–5).
Ebenso wie die Haarrolle ist auch die Sitte, Vorlage:Seite die Haare des Vorderkopfes mit der Binde in der Art des aufgebundenen Nackenschopfes hochzubinden, auf dem Festland heimisch (s. Vorlage:SperrSchrift 41ff.). Die ältesten Beispiele finden sich auf spartanischer (,kyreneischer‘) und korinthischer Keramik (z. B. Arch. Ztg. 1881 Taf. 11–13. Arch. Jahrb. I [1886] Taf. 10). Auch in Attika ist die Frisur in der ersten Hälfte des 6. Jhdts. verbreitet (s. Françoisvase, Vorlage:SperrSchrift Taf. 1–3, 11–13. Wien. Vorlegebl. 1888 Taf. IV. 1889 Taf. V. 2). Später aber findet sich die Frisur nur in Ausnahmefällen. Häufiger wird die Tracht von der archaisierenden Plastik benützt, ein archaisierender Jünglingskopf aus Rom in der Frankfurter städtischen Galerie (nr. 159, unpubl.), ein Isisköpfchen, [[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]] Einzelverkauf nr. 179/80 u. a. zeigen sie. Ihr bekanntester Vertreter ist der Zeus Talleyrand, bei dem die Haare des Vorderkopfes ebenso wie die beiden langen Seitenlocken mit je einem besonderen Bügel des Diadems hochgebunden sind. Das Aufbinden der Seitenlocken kommt auch sonst häufiger vor, vgl. die ,Artemis von Vorlage:RE siehe‘ in München (Glyptothek nr. 214. Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf nr. 838/9). Der Madrider Vorlage:RE siehe, [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 529 und der Praxitelische Vorlage:RE siehe (Vorlage:SperrSchrift Der schöne Mensch Taf. 70) tragen die Schläfenlocken in einem kleinen Knoten über der Binde (s. [[Josef Klein (Philologe)|Vorlage:SperrSchrift]] Vorlage:RE siehe 144). Es ist die Tracht, die bei Lukian. deor. dial. II, 2 Vorlage:RE siehe dem Zeus rät anzulegen, damit er in Liebesangelegenheiten Glück habe.
Die jüngste dieser Frisuren der Männer ist der Doppelzopf, der vom Beginn der Perserkriege an auf den Inseln als Jünglingstracht verbreitet ist und sich bis an das letzte Vorlage:SperrSchrift des 5. Jhdts. hält (s. Athen. Mitteilungen VIII [1883] 246ff. IX [1884] 232ff. Vorlage:SperrSchrift Arch. Jahrb. XI [1896] 257ff. Vorlage:SperrSchrift im Text zu [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 601–604 Anm. 3. Vorlage:SperrSchrift 43ff.). Die Masse des Haares wird am Hinterkopf in zwei Zöpfe geflochten, diese um den Kopf herumgelegt und am Vorderkopf miteinander verknüpft. Auf Vasenbildern ist die Tracht nicht zu finden. In der Plastik findet man sie am Kasseler Apoll und seinen Repliken, die dem Vorlage:RE siehe von Vorlage:RE siehe zugesprochen werden (s. [[Josef Klein (Philologe)|Vorlage:SperrSchrift]] Kunstgeschichte I 403). Dann trägt sie der Omphalosapollon ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 42) und seine Verwandten (s. zuletzt Vorlage:SperrSchrift Kalamis, Sächs. Abhandl. XXV [1907] 92f.), sowie der mit den olympischen Giebelfiguren (über deren Herkunft s. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Archaeologische Studien für [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]] 69ff.) zusammengehörige Jünglingskopf aus dem Perserschutt der Akropolis, Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 460. Bei den Arbeiten der äginetischen Schule begegnet der Doppelzopf außer bei dem Zugreifenden aus dem Ostgiebel des Aphaiatempels auch bei dem Bronzekopf eines Jünglings in Neapel (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 506; s. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Meisterwerke 677 Anm.). Auf Münzen von Ainos trägt Hermes in der zweiten Hälfte des 5. Jhdts. den Doppelzopf (Brit. Mus. Catal. Thrace 77, 2ff.).
Vorlage:Überschrift b) Nach der literarischen Überlieferung.
Den Denkmälern der ältesten Zeit entsprechend, kennen auch die alten Epen nur lang wallendes Haar. Die Belege hat [[Wolfgang Helbig|Vorlage:SperrSchrift]] Das homer. EposVorlage:Sup 236ff. Vorlage:Seite gesammelt. Das ständige Epitheton der homerischen Achäer ist Vorlage:Polytonisch (a. a. O. 236, 3). Daß man darunter ein freies Herabfallen des langen Haares zu verstehen hat und keine künstliche Anordnung in einer ,konventionellen Haartracht‘, wie Vorlage:SperrSchrift a. a. O. es annahm, hat Harald Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 182ff. gezeigt. Das zeigen auch Ausdrücke wie Il. I 529 Vorlage:Polytonisch (Zeus) und Hymn. in Apoll. Pyth. 272 Vorlage:Polytonisch. Aber schon Archilochos verspottet übergroße Lockenfülle (frg. 58, 162). Ende des 5. Jhdts. ist das Vorlage:Polytonisch auf die Ritter beschränkt (Aristoph. Eq. 588; Nub. 14; Lysistr. 561. Vorlage:RE siehe bei Athen. XII 534 c). Der Sieg des kurzen Haares ist nicht so sehr auf die Demokratie (Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahresh. 1906, 75ff.) als auf den Einfluß der Palästra zurückzuführen (Lukian. dial. meretr. V 3. Philostrat. imag. II 32; Her. X 9 p. 715). Man begnügt sich aber meist mit einem mäßigen Haarschnitt, das Vorlage:Polytonisch ist Zeichen der Dürftigkeit und des Geizes (Vorlage:RE siehe Char. 10. Plut. Lys. 1). Als völlige Haarschur wird auch die Strafe des Ehebrechers aufzufassen sein, Aristophan. Acharn. 849: Vorlage:Polytonisch. Langes Haar ist wie schon Eurip. Bacch. 448 auch in späterer Zeit Zeichen besonderer Weichlichkeit (Aristot. Physiogn. 3 p. 38. Ps.-Phokylides 210f.). Als Zeichen der Trauer tritt die Haarschur auf Hom. Vorlage:RE siehe IV 198. Athen. XV 675 A. Aristoph. Vorlage:RE siehe 572. Plat. Phaid. p. 87c. Aischines Vorlage:Polytonisch p. 605 R.; vgl. [[Wilhelm Adolf Becker|Vorlage:SperrSchrift]] Charikl. III 156ff. Als Zeichen der Staatstrauer wird sie Herodot I 82 von den Argeiern nach ihrer Niederlage bei Thyrea als Gesetz beschlossen. Auch die im Kult seit den ältesten Zeiten bräuchliche Haarweihe bedingt das Tragen kurzer Haare: [[Johann Joachim Winckelmann|Vorlage:SperrSchrift]] Kunstgeschichte IV 2, 2. [[Friedrich Wieseler|Vorlage:SperrSchrift]] 385. Vorlage:SperrSchrift 207. Vorlage:SperrSchrift 76f. Vorlage:SperrSchrift Arch. Jahrb. XI (1896) 261. Vorlage:SperrSchrift Charikles IIIVorlage:Sup 236. Den Knaben wird beim Eintritt in das Ephebenalter an der Vorlage:Polytonisch (Hesych. s. Vorlage:Polytonisch. Poll. VIII 9, 107. Athen. XI 494 F; vgl. [[August Mommsen|Vorlage:SperrSchrift]] Heortologie 309), dem dritten Tag des Apaturienfestes, in feierlicher Zeremonie ihr Haar, das schon lange vorher einer Gottheit bestimmt ist, geschnitten. Vorauf gehen die Vorlage:Polytonisch (Hesych. s. v. Vorlage:RE siehe Lex. p. 321). Der göttliche Empfänger ist mit Vorliebe ein Flußgott (vgl. Aischyl. Choeph. 6. Paus. I 37, 2. Pollux II 30), doch auch Artemis (Suid. s. Vorlage:Polytonisch. Vorlage:RE siehe Theb. VI 616ff.) u. a. Auch schon bei kleineren Kindern kommt die Weihe vor; vgl. Vorlage:RE siehe s. cirros. Anth. Pal. VI 155. Censor. de die natal. I 9, 10. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. und Vorlage:SperrSchrift Epist. de caesarie virorum et mulierum coma (Lugd. Bat. 1644) 268f. Nicht unwichtig ist der Ort, wo die heilige Handlung stattfindet (Theophr. Char. 21. Plut. Theseus 5. Hom. Il. XXIII 145 u. Vorlage:RE siehe). Für Frauen und ältere Männer handelt es sich meist um die Form der Totenspende (Hom. Il. XXIII 135ff. Soph. Elektr. 449ff. Euripid. Alk. 429) und des Haarraufens bei der Trauer (Lucian. de luctu 11; vergl. Vorlage:SperrSchrift Auserl. Vasenb. III Taf. 214. Vorlage:SperrSchrift Hist. de l’art VIII 77 u. v. a.); oder die Weihung tritt ein, wenn man Vorlage:Seite einer großen Gefahr entronnen ist (s. Bull. hell. 1888, 479). So weihen die Mädchen von Delos den dort verstorbenen hyperboreischen Jungfrauen vor ihrer Vorlage:RE siehe eine um eine Vorlage:RE siehe gewickelte Locke (Herodot. IV 34. Paus. I 43, 4). In Vorlage:RE siehe widmen die Frauen der Vorlage:RE siehe ihr Haar und behängen deren Vorlage:RE siehe dicht damit (Paus. II 116, 6). Nach Stat. Theb. II 234f. (s. Vorlage:RE siehe) weihen die Frauen von Athen ihr Haupthaar der Pallas. In Vorlage:RE siehe werden den Mädchen am Hochzeitstage von der Vorlage:Polytonisch die Haare geschnitten (Plut. Lyk. 15. Lucian. Fugit. 27). In Troizen erhält Hippolytos das Haar der Jünglinge und Mädchen vor der Hochzeit (Lucian. de Syr. dea 60). In Vorlage:RE siehe endlich sind es (Paus. I 43. 4) die verheirateten Frauen, die ihr Haar am Grab der Iphinoe niederlegen. Über den Sinn dieser Weihungen s. Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahresh. 1906, 124ff. Philosophen sind in ihrer H. stets exzentrisch gewesen, die einen wollen durch langes Haar ehrwürdiger erscheinen (Lucian. mort. Peregr. 15. Arrian. diss. Epict. IV 8, 4 u. a.), die andern durch Vernachlässigung ihre Gleichgültigkeit irdischen Dingen gegenüber dartun (Vorlage:RE siehe noct. att. IX 2. Aristoph. Av. 1282 u. a.), und noch andere ihre asketische Strenge durch völlige Haarschur beweisen (Lucian. vit. auct. cap. 20 u. a.), s. die Belege bei Vorlage:SperrSchrift-[[Hugo Blümner|Vorlage:SperrSchrift]] 207, 3; Vorlage:SperrSchrift 79, 2. Die Vorlage:RE siehe tragen von Anfang an kurzes Haar (s. Aristoph. Av. 911. Olympiodor zu Plut. Alcib. p. 148 ed. Creuzer u. a.; vgl. Vorlage:SperrSchrift-[[Hugo Blümner|Vorlage:SperrSchrift]] 92. [[Karl Otfried Müller|Vorlage:SperrSchrift]] DorierVorlage:Sup II 266). Über die Vorlage:Polytonisch vgl. [[Theodor Kock|Vorlage:SperrSchrift]] zu Aristoph. Av. 911. Schol. Arist. Thesm. 836. Im gewöhnlichen Leben begnügt man sich mit einem mäßigen Haarschnitt, der Vorlage:Polytonisch (Theophr. Char. 26. Aelian var. hist. III 19; vgl. Vorlage:SperrSchrift-[[Hugo Blümner|Vorlage:SperrSchrift]] 207, 5). Pollux II 29 unterscheidet als Formen der Vorlage:Polytonisch. Die Vorlage:Polytonisch (s. auch Vorlage:RE siehe s. v.) bezeichnen die kurzen Stirn-, die Vorlage:Polytonisch die Nackenlöckchen. Über die beiden ersteren Formen des Haarschnitts hat Vorlage:SperrSchrift Jahrb. f. Phil. 1855. 357ff. die in Betracht kommenden Stellen gesammelt. Das Vorlage:Polytonisch (mit dem Napf, Vorlage:Polytonisch, geschnitten) ist die Tracht der kleinen Leute und Sklaven, der Vorlage:Polytonisch die sorgfältigere Frisur der Vornehmen.
Über Vorlage:SperrSchrift s. [[Karl Otfried Müller|Vorlage:SperrSchrift]], DorierVorlage:Sup II 266. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 72. Vorlage:SperrSchrift Charikles III 290. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift 206, 4. Iwan Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 106. [[w:Charles Daremberg|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 1359f. In Sparta sind die Verhältnisse umgekehrt wie in Athen: Kinder tragen kurzes, die Männer, nach der Überlieferung seit Vorlage:RE siehe langes Haar: Her. VII 208. Plut. Lys. 1; Lykurg 22. Aristot. Rhet. I 9 p. 1367 a. 28. Die attischen Lakonisten ahmen das nach, s. Aristoph. Av. 1281. Vorlage:RE siehe Com. frg. 124 Kock. Zur Zeit des Achaeischen Bundes ist nach Paus. VII 14, 2 die Vorlage:Polytonisch bereits durchgedrungen. Diese spätere Sitte ist Plut. Alkib. 23, 3; de adul. 7 fälschlich auf ältere Zeit übertragen (s. auch o. Bd. III S. 31). Die Nachricht Herodot I 83, die den Beginn des Vorlage:Polytonisch in der Mitte des 6. Jhdts. festsetzt, ist höchst verdächtig (s. auch Vorlage:SperrSchrift Aegin. 72. Vorlage:SperrSchrift Tracht 5, 14) und jedenfalls falsch. Vorlage:Seite Die Vorlage:SperrSchrift tragen bis zur Schlacht von Arbela nach der Überlieferung langes Haar und Bart (Vorlage:RE siehe Vorlage:Polytonisch 16), von da an kurzes.
Die verschiedenen auf Denkmälern nachweisbaren Haartrachten lassen sich aus der Literatur nicht belegen. Die euböischen Abanten (Hom. Il. II 542) tragen wohl schon den aufgebundenen Nackenschopf; die Thraker (Hom. Il. IV 533) tragen eine hohe Frisur (Vorlage:Polytonisch). Die Plut. Thes. 5 erwähnte Vorlage:Polytonisch zeichnet sich durch vorne kurz geschnittenes Haar aus. Die Vorlage:Polytonisch Poll. II 28 ist wohl in Zusammenhang zu bringen mit dem Vorlage:Polytonisch Poll. II 25, dem Emporsträuben der Stirnhaare, das in myronischer Zeit für Gottheiten auftritt (s. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Meisterwerke 363). Es gehört zum Charakter des Achill (Heliodor. Aethiop. II 35. Philostrat. imag. 392 K. 24), und die Bildnisse Alexanders zeigen es, s. auch Libanios Ekphr. T. IV p. 1120 R.; vgl. Vorlage:Polytonisch Plut. Vorlage:RE siehe 2; Vorlage:Polytonisch Plut. Mor. p. 977 A; Vorlage:Polytonisch oder Vorlage:Polytonisch Poll. IV 138. Arist. Physiogn. V p. 81. VI p. 151. Das Gegenteil ist Vorlage:Polytonisch (Poll. IV 147). Die älteste mit einem Namen genannte Frisur ist das Vorlage:Polytonisch (Hom. Il. XI 385); vgl. [[Wolfgang Helbig|Vorlage:SperrSchrift]] Hom. EposVorlage:Sup 241. Vorlage:SperrSchrift 49. Vorlage:SperrSchrift will die Frisur in großen Spirallocken erkennen, die bisweilen auf archaischen Denkmälern begegnen, namentlich auf einem von ihm a. a. O. publizierten Buccherohenkel (vgl. auch Mon. d. Inst. II 2 u. a.). Diese aber gehören nicht zur Tracht, sondern zur Kunststilisierung. Ein Scholion bringt die Frisur zusammen mit den Vorlage:Polytonisch des Sophron ([[Georg Kaibel|Vorlage:SperrSchrift]] frg. 163) in Zusammenhang mit der attischen Krobylostracht (Vorlage:SperrSchrift I 389). Da beide sprachlich in denselben Zusammenhang gehören, trifft diese Erklärung wohl das Richtige.
Am bekanntesten und in der Überlieferung am meisten genannt ist der altattische Krobylos. S. dazu Vorlage:SperrSchrift DorierVorlage:Sup II 266; Handbuch der Archaeologie³ 476, 5. [[Alexander Conze|Vorlage:SperrSchrift]] Nuove Memorie dell' instituto archeol. 408ff. [[Otto Jahn|Vorlage:SperrSchrift]] Griech. Bilderchroniken, herausg. v. Michaelis 1873, 46, 301. Vorlage:SperrSchrift Commentationes in honorem Th. Mommseni 1877, 616. [[Theodor Birt|Vorlage:SperrSchrift]] Rhein. Museum XXXIII (1878) 625ff. Vorlage:SperrSchrift Rhein. Museum XXXIV (1879) 484f. Vorlage:SperrSchrift Ath. Mitt. VIII (1883) 246ff. IX (1884) 232ff. [danach: Vorlage:SperrSchrift VIII 644. Vorlage:SperrSchrift Mon. Piot I 62. Vorlage:SperrSchrift Hist. de la sculpt. Gr. I 363]. Vorlage:SperrSchrift Arch. Jahrbuch 1896, 248ff. Vorlage:SperrSchrift Geschichte der griech. Kunst I 255. Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahreshefte 1906, 75ff. [[Eugen Petersen|Vorlage:SperrSchrift]] a. a. O., Beiblatt 78ff. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 1907. Beiblatt 10ff. Vorlage:SperrSchrift Rhein. Museum 1907, 540ff. Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahreshefte 1908, Beiblatt 87ff. Vorlage:SperrSchrift Eranos IX (1909) 164ff. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 50ff. Die älteste Schriftstelle, die man für den Krobylos in Anspruch nahm, das Fragment des Asios (bei Ath. XII 525 F), hat mit der Frisur nichts zu tun (Vorlage:SperrSchrift 51ff.). Es handelt sich um Chitone, von deren Saum Fransen aus Goldblech in Blütenform herabhängen, wie am Kleid der Frau vom Wagen von Monte Leone (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 386/7, s. Textabbildung) die Vorlage:Seite in ihrer Form an das Insekt erinnern (vgl. Vorlage:Polytonisch. 1906, 89) und durch den beim Aneinanderschlagen entstehenden Lärm zum Vergleich mit Zikaden herausfordern. Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch bezw. Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch sind urspr. synonym (Vorlage:SperrSchrift I 87. Vorlage:SperrSchrift 53). Die klassische Erwähnung der Tracht steht bei Thukydides I 6 Vorlage:Polytonisch. Bei Suidas ist eine Stelle des Nicolaos von Damaskos überliefert (FHG III 395, 62), die wahrscheinlich auf Vorlage:RE siehe' Lydiaka zurückgeht, also in die Perserkriegzeit gehört. Mit einer breiten goldenen Binde (Vorlage:Polytonisch) ist das Haar eines jungen Stutzers in einen Korymbos aufgebunden. Im J. 424 erscheint in den Rittern des Aristophanes der verjüngte Demos Vorlage:Polytonisch (1331). Dazu kommt als vierte und letzte selbständige Erwähnung Herakleides Pontikos bei Athen. XII 512 C. Die Selbständigkeit bestreiten Vorlage:SperrSchrift 251. Vorlage:SperrSchrift I 78. II 548, dafür treten ein Vorlage:SperrSchrift Ι 83. II 11. III 87. Vorlage:SperrSchrift. Vorlage:SperrSchrift 56. Nach Herakleides trugen die Helden von Marathon Vorlage:Polytonisch (Vorlage:SperrSchrift Vorlage:Polytonisch). – Der Krobylos ist also eine Frisur, die zuletzt nur noch von alten Leuten (Thuk.), früher aber auch von jungen (Xanthos) getragen wurde und die zusammen mit dem Linnenchiton, d. h. in den 60er Jahren des 5. Jhdts. verschwindet. Daß Vorlage:Polytonisch eine Frisur und keinen Teil der Haare bezeichnet, ist jetzt allgemein angenommen (vgl. Vorlage:SperrSchrift Ι 87 und dagegen II 16f.). Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch gehören etymologisch zusammen mit , ragen, sich erheben, anschwellen (Vorlage:SperrSchrift Etymol. Wörterb. d. gr. Spr.), die Frisur muß sich also in irgend einer Form vom Kopfe abheben (vgl. Curtius Grundzüge der gr. Etym. 517). Bis zu Vorlage:SperrSchrift glaubte man den Vorlage:Polytonisch in der Haarschleife (s. Vorlage:RE siehe) zu erkennen, die erst im 4. Jhdt. auftritt (vgl. [[Franz Studniczka|Vorlage:SperrSchrift]] 256). Vorlage:SperrSchrift a. a. O. glaubte ihn im Doppelzopf gefunden zu haben, der ebenfalls zeitlich und seinem Verbreitungsgebiet nach (s. o.) ausgeschlossen ist (Vorlage:SperrSchrift 257ff.). Auch die Theorie Vorlage:SperrSchrift ist unhaltbar, obwohl in weitesten Kreisen rückhaltlos anerkannt; die Gegengründe bei Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift 60ff. Von Herakleides ausgehend schließt Vorlage:SperrSchrift, daß man mit Vorlage:Polytonisch den Stirnschopf bezeichnet habe, der mit einem breiten, Haare nachbildenden Toupet aus Goldblech, eben dem Vorlage:Polytonisch, verhüllt gewesen sei. Herakleides aber spricht nicht von der Stelle, an der der Vorlage:Polytonisch sitzt, sondern gibt nur den Platz der Vorlage:Polytonisch mit Vorlage:Polytonisch an. Einen Parallelbeweis versucht Vorlage:SperrSchrift (I 85ff.) ausgehend von Vorlage:RE siehe anab. V 4, 13. Die pontischen Mossynoiken tragen hier Lederhelme Vorlage:Polytonisch. Die Helme haben also ganz so wie ein Vorlage:Polytonisch, d. h. die phrygische Mütze, einen Vorlage:Polytonisch in der Mitte. Da nun Vorlage:Seite bei drei Metallhelmen, die Vorlage:SperrSchrift a. a. O. beibringt, deren oberer Teil die phrygische Mütze nachahmt, auf der Stirn Stirnhaare nachgebildet sind, so schließt Vorlage:SperrSchrift, ,da Vorlage:Polytonisch sich in der Mehrzahl der Fälle sicher auf Haare bezieht, da an mehreren den Mossynoikenhelmen mindestens nah verwandten Exemplaren in der Mitte ein Haarschopf sitzt, so kann wohl kein Zweifel bestehen, welchen Teil Xenophon mit Vorlage:Polytonisch bezeichnete. Also für Xenophon bedeutet Vorlage:Polytonisch auch Stirnschopf‘ (I 87). Wäre der Schluß richtig, so wäre es unerfindlich, was die Angabe Vorlage:Polytonisch bezweckt, sie wäre sinnlos. Aber der Schluß ist falsch, denn die Stirn liegt nicht Vorlage:Polytonisch der Helme. Die Mossynoikenhelme sind nicht aus Metall, sondern aus Leder, und diese Haardarstellungen gehören erst der Übertragung des Helmes in Metall an. Wie man Beinschienen und Brustpanzer dem Teile des Körpers, den sie zu schützen haben, anpaßte, so auch den Helm (Vorlage:SperrSchrift II 544. Vorlage:SperrSchrift 61). An Lederhelmen ist ein solches goldenes Stirnschild nicht nachweisbar. Xanthos, Thukydides und Aristophanes (Eq. 1325) widersprechen klar einer solchen Annahme der Tettigophorie am Helm, und auch aus Herakleides ist sie nicht zu schließen. Nur eins kann an der phrygischen Mütze Vorlage:Polytonisch genannt werden, der in der Mitte sitzende vorragende, leicht nach vorne gebogene Knauf (Vorlage:SperrSchrift 255), wozu zu vgl. die Benennung der hohen Schiffsenden Hom. Il. IX 241 Vorlage:Polytonisch und des Berggipfels Herodot VII 218, 14 Vorlage:Polytonisch. Diesen Knauf haben auch die Mossynoikenhelme.
Die vielbesprochene Erwähnung des Vorlage:Polytonisch bei Lukian Vorlage:Polytonisch 3, wo die Frisur eines ägyptischen Knaben mit der alten Tracht verglichen wird (Vorlage:Polytonisch), ist ebenfalls für die Beurteilung der alten Tracht wertlos, denn aus Lexiph. 13 geht hervor, daß Lukian den Vorlage:Polytonisch sich als Zopf vorstellt. Ein solcher ist aber nach der Überlieferung der Denkmäler ausgeschlossen. So ist bei Lukian auch aus den Vorlage:Polytonisch, die sonst erscheinen (s. [[Theodor Birt|Vorlage:SperrSchrift]] 628. Vorlage:SperrSchrift 165. Vorlage:SperrSchrift 58), ein Vorlage:Polytonisch geworden. Ebensowenig wie man die unter dem Vorlage:SperrSchriftschen Goldtoupet verborgene, flach an den Kopf angedrückte Frisur Vorlage:Polytonisch benennen kann nach dem Wortbegriffe, paßt der Name Vorlage:Polytonisch auf diese Metallscheiben. Vgl. [[Eugen Petersen|Vorlage:SperrSchrift]] I 83. Vorlage:SperrSchrift bei [[Alfred Gercke|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Einleitung in die Altertumswissenschaft II 45. Vorlage:SperrSchrift 170. Vorlage:SperrSchrift 63. Auch die von Vorlage:SperrSchrift I 89 abgebildete Zikadenlarve vermag schon wegen des Größenunterschieds der verglichenen Objekte hier nicht zu vermitteln. Die troischen Diademe (Vorlage:SperrSchrift I 114) dürfen keinesfalls herangezogen werden. Ausschlaggebend für die Beurteilung der Vorlage:SperrSchriftschen Ansicht ist, daß sie mit der monumentalen Überlieferung unvereinbar ist. Vorlage:SperrSchrift vermag, wie er selbst I 99 zugibt, ,kein sicheres, zwingendes Beispiel einer attischen Darstellung zu nennen, wo Männer diese Goldscheiben direkt über den Stirnhaaren tragen‘. Die Punktreihen auf heller Firnisunterlage um die Stirne herum bezeichnen nicht, wie Vorlage:SperrSchrift überzeugt ist, einen ,Metalltettix‘, sondern nur die kurzgelockten Haarenden, da sie ebenso wie über der Vorlage:Seite Stirn auch im Nacken vorkommen (Vorlage:SperrSchrift 64). Ebenfalls um stilisierte Darstellung der wirklichen Stirnhaare handelt es sich bei den von Vorlage:SperrSchrift für den griechischen Osten herangezogenen Beispielen (a. a. O. 65f.). Der Vorlage:RE siehe Talleyrand trägt die aufgebundenen Stirnhaare (s. o. und a. a. O. 42). Auch der von Vorlage:SperrSchrift herangezogene Goldschmuck stützt nicht seine Theorie. Die mykenischen ,Diademe‘ sind meist Sargbeschlag (s. o. unter I; Vorlage:SperrSchrift Vorlage:Polytonisch. 1907, 31ff.), und ihr Ornament ist nicht aus Haaren, sondern Blüten (Arch. Jahrb. XXIII [1908] 209ff. Vorlage:SperrSchrift) entstanden. Das Schmuckstück aus Kairo Archäol. Anz. 1901, 210 diente zum Halten des Nackenschopfes, s. Vorlage:SperrSchrift Catalogue gén. des antiq. de Caire; Graeco-egyptian Coffins, Masks and Portraits nr. 33216 u. a. Endlich ist auch bei den noch übrigen Beispielen aus der Plastik (Vorlage:SperrSchrift 67) nur Haarstilisierung anzuerkennen. Die vier wirklichen Toupets, die Vorlage:SperrSchrift beibringt (I Fig. 25. 26. 35. 36; vgl. Vorlage:SperrSchrift 68) sind Grabfunde, und sie gehören zusammen mit den Gesichtsmasken in Zusammenhang mit dem Totenschmuck. So ist es zu erklären, wenn auf der Schale im Museo Gregoriano (Vorlage:SperrSchrift FührerVorlage:Sup II 1251, Abb. Vorlage:SperrSchrift I 100) Vorlage:RE siehe und Vorlage:RE siehe ein solches Diadem tragen. Nach alledem ist Vorlage:SperrSchrift Theorie entschieden abzulehnen, denn auch die Vorlage:Polytonisch, die Plutarch de Pyth. or. 24 D die Pythia wie andere Kleidungsstücke ablegt, sind ihr eine haltlose Stütze.
Es gibt überhaupt nur eine Frisur, die nach ihrer Verbreitung und dem Wortbegriffe des Vorlage:Polytonisch für diesen in Betracht kommt. Schon Vorlage:SperrSchrift hat in dem aufgebundenen Nackenschopf richtig den Vorlage:Polytonisch erkannt, und Vorlage:SperrSchrift hat die Hypothese weiter ausgeführt. Von dem überhängenden Teil des Schopfes hat der Fruchtbüschel des Efeu den Namen Vorlage:Polytonisch (Vorlage:SperrSchrift 69; Belege s. [[RE:Epheu|Vorlage:SperrSchrift]]). Seine Verbreitung, örtlich und zeitlich, ist eng verbunden mit dem langen Chiton. Als Männertracht ist er wirklich ausschließlich Frisur der Vorlage:Polytonisch. Seine Blütezeit in Attika ist (s. o.) das erste Drittel des 5. Jhdts., dieselbe Zeit, in der auch der Vorlage:Polytonisch nach der Überlieferung seine Hauptverbreitung genoß. Nur dadurch, daß zu diesem richtigen Vorlage:Polytonisch die Vorlage:Polytonisch fehlten, war es möglich, daß später noch neue Theorien (Vorlage:SperrSchrift, Vorlage:SperrSchrift) auftreten konnten. Eine Haarnadel (Vorlage:SperrSchrift) kommt nicht in Betracht, und die Goldspiralen (Vorlage:SperrSchrift) ebensowenig. Sie widersprechen der literarischen Überlieferung (Herakleides) wie der monumentalen, die lehrt, daß sie zur Perserkriegzeit schon außer Gebrauch waren. Wenn schon der Name Tettix für eine solche Drahtspirale mißlich ist, so ist der Plural Vorlage:Polytonisch ausgeschlossen. Die Zikaden sitzen nach Herakleides Vorlage:Polytonisch (Vorlage:SperrSchrift Vorlage:Polytonisch. Da die Vorlage:Polytonisch nur für Attika erwähnt werden, so sind sie jedenfalls eine speziell attische Tracht, für die in Ionien (Xanthos) die Binde eintrat. Da sie nun nach dem Begriff der Vorlage:Polytonisch ,wahrscheinlich um das Haar oder einzelne Haarpartien geflochten waren‘ (Vorlage:SperrSchrift), so wird man an eine Art Binde zu denken haben, die ja auch wirklich in verschiedenen Formen in der fraglichen Zeit den Schopf aufbindet. Auf eine Binde aufgenähte goldene Zikaden ([[Karl Sittl|Vorlage:SperrSchrift]] Patrizierzeit 29) sind nirgends auch nur Vorlage:Seite vermutungsweise nachzuweisen, kommen also nicht in Betracht. Auch hier gestatten die Denkmäler nur eine Lösung: man nannte die so sehr häufig beim Vorlage:Polytonisch auftretenden Blattkränze Vorlage:Polytonisch. vgl. Vorlage:RE siehe Vorlage:SperrSchrift 113: Zeus Vorlage:SperrSchrift 16; Arch. Ztg. 1875 Taf. 10. Hipparch Arch. Ztg. 1883 Taf. 12 u. v. a. Sie bestehen aus einer Binde, auf die dünne Goldblätter aufgenäht sind; vgl. die Binden, die eine Vorlage:RE siehe auf dem Vorlage:RE siehe Vorlage:SperrSchrift Taf. 20 oder ein Erot a. a. O. Taf. 124 in der Hand tragen. Die Namenübertragung ist ebenso entstanden wie der Vergleich der Blütenbleche, die am untern Rocksaum der Samier gegeneinanderschlagen, mit dem Insekt. Werden zwei bis drei Blätter an derselben Stelle auf die Binde aufgenäht, oder wie bei erhaltenen Kränzen (z. B. einem Exemplar im Antiquarium kgl. Mus. zu Berlin) auf ein Metallband aufgelötet, so erinnern sie wirklich an die charakteristische Rückenansicht einer Zikade, und das bei jeder Kopfbewegung eintretende raschelnde Klirren der kleinen Bleche wird den Anstoß zur Namengebung gegeben haben. Im Parthenoninventar von 400/399 (CIA II 2, 645; s. [[Eugen Petersen|Vorlage:SperrSchrift]] II 548. Vorlage:SperrSchrift III 90 Anm. Vorlage:SperrSchrift 71f.) übertrug man den Namen sogar auf die blütenförmigen Anhänger der Halsketten (vgl. Arch. Ztg. 1884 Taf. 9 nr. 11, 12. Arch. Jahrb. II 1887 Taf. 8, 3). So auch wohl im Inventar des samischen Heraion, Vorlage:SperrSchrift Inschr. u. Stud. zur Gesch. v. Vorlage:RE siehe, Progr. 1877 nr. 6. Athen. Mitt. VII 367. Vorlage:SperrSchrift I 93. CIA II 2, 766 Z. 20 wird es sich um eine wirkliche Zikade handeln. Nach Vorlage:RE siehe 310, 51 heißt der Vorlage:Polytonisch auf Cypern Vorlage:Polytonisch und in Persien Vorlage:Polytonisch. Zu ersterem Namen ist zu vgl. Aristoph. Nub. 11. Ein anderer Name für die Vorlage:Polytonisch ist vielleicht Vorlage:Polytonisch (s. Hesych. s. Vorlage:Polytonisch): ursprünglich gleichbedeutend mit dem Vorlage:Polytonisch geht der Name auch auf die Vorlage:Polytonisch über. Von dieser aus werden die Vorlage:Polytonisch genannt haben. Kaum anders als bei den Vorlage:Polytonisch wird es also zu verstehen sein, wenn der Name auch Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch bezeichnet.
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Bis zum Ephebenalter behalten die Knaben, auch nachdem sich die Haarschur allgemein durchgesetzt hat, ihr langes Haar. Dann erst wird das Haar in Form einer Weihung an eine Gottheit abgeschnitten (s. o. u. II). Kunstvolle Frisuren sind natürlich selten, vgl. Athen. XII 16. Damit das Haar nicht in die Stirne fällt, wird es in einen Knoten über derselben aufgebunden. In der Zeit der Perserkriege kommt diese Frisur, der Stirnknoten, auf, s. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Meisterwerke 678ff.; Intermezzi 5f. Die ältesten Beispiele sind der Dornauszieher ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 321) und ein Kopf in Berlin (Vorlage:SperrSchrift Meisterw. Taf. XXXII). Es folgt der Vorlage:RE siehe Soranzo in St. Petersburg (Arch. Ztg. 1878 Taf. 16 [[Anton Springer|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchriftVorlage:Sup Abb. 362), eine Bronzestatuette im Louvre (Vorlage:SperrSchrift Der schöne MenschVorlage:Sup Taf. 45; ,Dionysos'), ein Jünglingskopf daselbst (Abb. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Fig. 132), der Kopf des Herzogs v. Devonshire, Vorlage:SperrSchrift Intermezzi 1ff. Taf. I–IV, eine Gruppe von Votivfiguren aus Boiotien (z. B. Athen. Mitt. 1890, 360f.; vgl. Vorlage:SperrSchrift Vorlage:Seite Sammlung Sabouroff Bd. II Terrak. Einl. 12f.), der Vorlage:RE siehe des eleusinischen Reliefs und 2 Figuren aus dem Parthenonfries (Iris im Ost- und Sklavenknabe im Westfries). Es trägt den Stirnknoten auch ein Knabe in Madrid ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-[[Walter Amelung|Vorlage:SperrSchrift]] Einzelverkauf 1593–1598), das ,Mädchen von Antium‘ ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 583/4), der jüngste Niobide und der Knabe mit der Vorlage:RE siehe des Boethos ([[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 433 und Münch. Glyptothek Vorlage:SperrSchrift nr. 268). Von Frauen trägt ihn Chairestrate auf dem Grabrelief Vorlage:SperrSchrift Att. Grabreliefs Taf. CLXXIV nr. 893. In zwei Fällen begegnet er auch bei Männern: Priamos auf dem Vorlage:RE siehe des Vorlage:RE siehe und Vorlage:RE siehe, Vorlage:SperrSchrift Taf. 85 (so auch Vorlage:SperrSchrift im Text) und bei einem bärtigen Kopf in Florenz (Vorlage:SperrSchrift Florentiner Antiken S. 39ff., Titeltafel; Replik Museo Torlonia 386). Vgl. endlich den Aktaion Vorlage:SperrSchrift Taf. 115 und Vorlage:SperrSchrift im Text. Der Stirnknoten ist vielleicht der Vorlage:Polytonisch (vgl. Vorlage:SperrSchrift-[[Hugo Blümner|Vorlage:SperrSchrift]] a. a. O. 207, 4. [[Friedrich Wieseler|Vorlage:SperrSchrift]] a. a. O.), s. Pamphilos bei Athen. XI 494 F: Vorlage:Polytonisch und Hesych. s. v. Vorlage:Polytonisch, auch Eustath. Od. p. 1528, 18 (Vorlage:Polytonisch), Poll. II 30 (var. Vorlage:Polytonisch, Dioscorides parab. II 93 (übertragen). Auf einem Irrtum beruht wohl Hesych. Vorlage:Polytonisch · Vorlage:Polytonisch. Auch der Vorlage:Polytonisch Hesych. s. v. gehört jedenfalls in diesen Zusammenhang. – Der Scheitelzopf tritt allgemein erst im 4. Jhdt. auf. Die auf dem Scheitel über der Stirn zusammengezogenen Haare werden in einen kleinen Zopf geflochten, der bis auf den Hinterkopf fällt (vgl. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Meisterw. 543. 679). Das älteste Beispiel ist ein Knabe auf der Vorlage:RE siehe der Polyxene, Vorlage:SperrSchrift Att. Grabreliefs I Taf. LXVI und gehört noch ins 5. Jhdt. Mit dem 4. beginnt die geschlossene Reihe der Beispiele, vgl. Samml. Sabouroff II Taf. CXL 3. Mon. d. Inst. IV (1845) Taf. XX. Archaeolog. Stud. für Brunn 90 Taf. 3. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 176 (Koren vom Erechtheion); Arch. Ztg. XVIII (1860) Taf. 133/4 (Xantener Erzfigur). [[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf nr. 1–2; Chairippe auf dem Grabrelief Vorlage:SperrSchrift Att. Grabrel. Taf. CLXVI m. 862. Der Name dieses Kinderzopfes ist Vorlage:Polytonisch, wie aus dem Namen selbst hervorgeht (s. Vorlage:RE siehe Thuk. I 6. 3. Vorlage:RE siehe Lex. p. 156 Pors. Hesych. s. Vorlage:Polytonisch), vielleicht ist auch der Vorlage:Polytonisch (Hesych. s. Vorlage:Polytonisch. Eurip. Bacch. 113) und die Vorlage:Polytonisch Poll. II 30 damit identisch. – Einen in der Art des Doppelzopfes um den Kopf herumgelegten Zopf trägt ein Knabe auf der Stele der Archestrate (Vorlage:SperrSchrift Ath. Grabrel. Taf. LXVIII).
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1. Solange die Männer langes Haar tragen, entspricht die Frauenhaartracht der der Männer (schon erkannt von Servius Aen. X 832), nur mit dem Unterschied, daß Vorlage:Polytonisch (Strab. X 3, 8) bei ihnen immer mehr ausgeprägt gewesen ist (vgl. Syneos Vorlage:Polytonisch c. 21 Vorlage:Polytonisch), sie immer neue Variationen der feststehenden Frisurentypen erfanden und fremde Frisuren schneller übernahmen als die Männer (s. o. Vorlage:RE siehe). Welche Pflege sie von jeher dem Haare angedeihen ließen, zeigt neben den stets wiederkehrenden Vorlage:Seite Beiworten Vorlage:Polytonisch u. a. die Schilderung der Toilette der Vorlage:RE siehe (Hom. Il. XIV 175ff.) und Simonides frg. II 65ff. Länger hält sich bei den Frauen von den Frisuren, die sie mit den Männern gemeinsam haben, die Haarrolle (speziell in der 3. Form), die auch im 4. Jhdt. noch weit verbreitet ist (vgl. [[Alexander Conze|Vorlage:SperrSchrift]] Att. Grabreliefs I Taf. 29. 31. 32. 59. 65. 101. Eleusin. Relief Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 7 und Münzen, speziell aus der Vorlage:RE siehe: Antandros (Brit. Mus. Cat. Troas Taf. VII 1), Vorlage:RE siehe (a. a. O. Taf. XXXIV 12f.), Antissa (XXXV 11), Vorlage:RE siehe (XXXVII 14f.) usw. usw. Große lange Zöpfe scheinen die Frauen auf dem ostgriechischen Elfenbeineimer aus Chiusi (Mon. d. Inst. X Taf. 38 a. Vorlage:SperrSchrift Aus ion. u. ital. Nekropolen 119 Abb. 64) zu tragen (oder auch hier Umschnürung des ganzen Schopfes?). Da eine niedrige Stirn zu allen Zeiten als schön gilt (vgl. Horaz Od. I 33, 5; Lukian. dial. meretric. I 2), so versucht man schon früh, deren Höhe künstlich zu verringern, indem man die beiden Teile des in der Mitte gescheitelten Haares nicht glatt zu den Ohren führt, sondern sie in einem Bausch herabhängen läßt und über den Ohren mit der Binde befestigt oder gar um die Ohren herumführt, s. z. B. auf Straußenei aus Vulci, Vorlage:SperrSchrift Hist. de l'art III 859 Fig. 627; streng rf. Pelike in Wien Vorlage:SperrSchrift Taf. 72; Artemis auf Aktaionkrater (a. a. O. Taf. 115; dazu Vorlage:SperrSchrift im Text 291); Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 356, Artemis aus Pompei; Figuren vom Aphaiatempel in Aigina, z. B. Vorlage:SperrSchrift Aeg. Taf. 98 nr. 177; Kopf in München, Residenz, [[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf 928f.; Mädchenfiguren von der Akropolis (z. B. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 556, s. darüber Vorlage:SperrSchrift a. a. O.); Kopf in Rom, Einzelverkauf 422/3 usw.
2. In der Übergangszeit treten verschiedene Frisuren auf, die auf Frauen beschränkt sind. Der einfache Haarknoten im Nacken findet sich in voller Ausprägung zuerst bei der esquilinischen Vorlage:RE siehe (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 305, Kopf allein [[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf 481/2). Er ist aus der Haarrolle entstanden, vgl. eleusinisches Relief Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 7 und Mädchen auf Krater aus Falerii Vorlage:SperrSchrift Taf. 17/18, auf Pyxis a. a. O. Taf. 57, 1 u. a. Der Haarknoten hält sich bis in die römische Zeit. Beispiele: sog. Niobidentrophos ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift, Einzelverkauf nr. 364/5); Aphrodite von Ostia, Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift 1455; die kindische Aphrodite (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 161 oder Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf nr. 216–218); hellenistisch: Artemis München Glyptothek Vorlage:SperrSchrift 204. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf nr. 864/5 usw. Eine richtige Haarschleife im Nacken an Stelle des Knotens trägt z. B. ein Kopf des 5. Jhdts. in München, Residenz, Einzelverkauf nr. 931 und der Madrider Vorlage:RE siehe Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 529. – Die Sitte, den Haarschopf in der Art wie beim klazomenischen Schopf (s. o. unter II) hart am Kopfe abzuschnüren, so daß er als Busch, dessen Länge mit der Schere beliebig geregelt wird, vom Kopfe absteht, tritt in der Mitte des 5. Jhdts. auf (Vorlage:SperrSchrift Taf. Vorlage:Seite 17/18. 107). Ausnahmslos handelt es sich bei dieser Frisur um die Tracht junger Mädchen. Ursprünglich wird das Haar im Nacken umschnürt, im 4. Jhdt. aber, wo sich die Tracht weitester Beliebtheit erfreut, auf dem Wirbel. Auch diese Frisur hält sich durch die hellenistische Epoche hindurch. Beispiele: Vorlage:SperrSchrift Taf. 8/9. 10. 40. 59. 68. 78, 1, 2. 79. 80, 1. 87 usw. Archaeol. Jahrb. XI (1896) 21 Fig. 2. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf nr. 595. Vorlage:SperrSchrift Att. Grabreliefs II Taf. CLXXII nr. 887. Zum Abschnüren dient ein Band, das oft mit Troddeln verziert ist. Auf diese Frisur paßt am besten der Name des Vorlage:Polytonisch, das Pollux im Verzeichnis der Komödienmasken junger Frauen (IV 154) anführt als Vorlage:Polytonisch. Die Erklärung paßt ebensogut auf diese Frisur wie die wörtlich gleiche, die Suidas u. a. vom Vorlage:Polytonisch geben, auf diesen. Beide Vorlage:Polytonisch. Das Vorlage:Polytonisch tragen nach Ps.-Dikaiarch die Frauen von Theben auf dem Wirbel.
Im 4. Jhdt. tritt die sog. ,Melonenfrisur‘ auf, für die die Teilung der Haarmasse in einzelne Streifen, die von der Stirn nach dem Hinterkopf laufen, charakteristisch ist. Am Hinterkopf werden die Haare in einen Schopf (Bull. hell. VIII [1844] Pl. XV), Knoten oder aufgewickelten Zopf zusammengefaßt (Vorlage:SperrSchrift Sammlung Sabouroff II Taf. LXXXVIII. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf nr. 66). Über die Frisur Vorlage:SperrSchrift Bull. d. Inst. 1883, 69f. Vorlage:SperrSchrift Sammlung Sabouroff II zu Taf. CXXV/VI und CXLIX 1. Am bekanntesten ist die Frisur von den beiden Herculanenserinnen in Dresden (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 558 und 310). Im 4. Jhdt. hat die Tracht ihre Hauptverbreitung (z. B. Porträtköpfe Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf 496. 1291/2. 1188/9. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 13; Grabrelief der Demetria und Pamphile, Vorlage:SperrSchrift Att. Grabrel. I Taf. XL. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 528; Stele der Malthake, Vorlage:SperrSchrift Taf. XLVI). In hellenistischer Zeit spielt die Melonenfrisur besonders als Tracht am Ptolemäerhofe eine Rolle, wo sich namentlich Arsinoë und Berenike nach Ausweis ihrer Münzen dieser speziell jugendlichen Frisur bedienen. Auch die Terrakotta-Mädchenfiguren der hellenistischen Zeit zeigen sehr häufig diese Tracht. Jetzt erhalten sie auch jugendliche Göttinnen, Artemis (Münzen 3. Jhdt., Arch. Ztg. 1880 Taf. 17, 3. Brit. Mus. GuideVorlage:Sup pl. 42, 18. 46, 25) und Kora (z. B. Vorlage:SperrSchrift pl. 430, 775). Zur Melonenfrisur ist zu vergleichen die Vorlage:Polytonisch (Luc. am. 3).
Die Haarschleife, die vom Apoll von Belvedere (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 419) und von der kapitolinischen Venus (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 373) allbekannt ist, tritt um die Wende des 5. und 4. Jhdts. auf. Sie ist eng verwandt mit dem Stirnknoten, dessen ausgeprägteste Vertreter wie der Kopf des Herzogs von Devonshire (Vorlage:SperrSchrift Intermezzi 1ff. Taf. I–IV) schon zu ihr überleiten. Über die Haarschleife s. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Samml. Sabouroff zu Taf. 22; Meisterwerke 665, 1. [[Josef Klein (Philologe)|Vorlage:SperrSchrift]] Praxitel. Studien 16ff. Vorlage:SperrSchrift Arch. Jahrb. XI (1896) 256f. Die ältesten Beispiele finden sich auf dem Thetisbild aus Vorlage:RE siehe (Vorlage:SperrSchrift Camiros Taf. 58. Wien. Vorlegebl. II Vorlage:Seite Taf. 6, 2), auf der Vase Compte rendu 1860 Taf. 2 und der Kertscher Vorlage:RE siehe Vorlage:SperrSchrift Taf. 69, sowie auf den Musenreliefs von Mantineia (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 468). Als Tracht der Kunst hält sie sich bis in die späteste Zeit des Altertums. Von der hellenistischen Zeit an tragen sie auch Jünglinge. So wird sie namentlich ein Charakteristikum des Apoll. Von Göttinnen tragen sie besonders Aphrodite und Artemis.
Die Sitte, Zöpfe um den ganzen Kopf herumzulegen, wird ebenfalls erst im 4. Jhdt. Brauch, s. auch Vorlage:SperrSchrift im Text zu Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 598. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 197 versucht sie irrtümlicherweise weiter zurückzudatieren. Bei den spartanischen Heroenreliefs handelt es sich nur um eine Form der Stilisierung der Stirnhaare, und sein Beispiel aus dem 5. Jhdt. (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift 1045) ist identisch mit Vorlage:SperrSchrift Att. Grabreliefs Taf. 69, das er selbst ins 4. Jhdt. setzt! Auch diese Zöpfe sind speziell Tracht junger Mädchen: Bronzekopf in Neapel Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift 385; Terrakotte Vorlage:SperrSchrift Samml. Sabouroff II Taf. LXXXI. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Taf. LXXI; drei kleine Mädchen a.a. O. Taf. CCXXXVIII nr. 1131. CCCLIII nr. 1666 a. Die Frisur ist, wenn der Zopf weiter nach unten rückt und den Haarrand über der Stirn wie a. a. O. Taf. CVIII verdeckt, direkt zugehörig zu jener Fülle überladener Frisuren der hellenistischen Zeit, die ihrerseits überleiten zu den kunstvollen Coiffuren der Damen der römischen Kaiserzeit. Zu der dringend nötigen Sichtung und Durcharbeitung dieses reichen Materials fehlen noch die nötigsten Vorarbeiten. Den Reichtum der Formen lehren besonders Vorlage:RE siehe (vgl. z. B. Vorlage:SperrSchrift Gräber der Hell. Taf. LXXVff.). Eine bestimmte, im Maeandertal heimische Frisur, bei der die Haare in zwei Abteilungen zurückgestrichen und in einen kleinen Knoten zusammengebunden sind, hat Vorlage:SperrSchrift im Text zu Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Einzelverkauf nr. 1342/3 ausgeschieden; eine andere Gruppe Vorlage:SperrSchrift Glyptothèque Ny-Carlsberg zu Taf. 16 S. 23.
Mit der letztgenannten Zopffrisur, die Vorlage:SperrSchrift Att. Grabreliefs Taf. CVIII zuerst auftritt, ist wohl der Vorlage:Polytonisch zu identifizieren, der nach Pollux onomast. IV 133 Vorlage:Polytonisch ist. Die Vorlage:Polytonisch Hesych. s. † Vorlage:Polytonisch bezeichnen einzelne Flechten. Vorlage:Polytonisch wird den einfachen Knoten bezeichnen (Pollux II 31. IV 149). In hellenistischer Zeit wird falsches Haar zuerst ausgiebiger verwendet, vgl. die Belege bei Stephanus s. Vorlage:Polytonisch (Pollux II 30), Vorlage:Polytonisch (zuerst Xen. Cyrop. I 3, 2. Lukian. Alex. 3), Vorlage:Polytonisch (zuerst Aristoph. frg. 321 Kock).
3. Schon seit der archaischen Zeit spielen unter den Vorlage:Polytonisch Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift eine große Rolle. Während das große Kopftuch (s. Vorlage:Polytonisch) zum Ausgang nur umgebunden wird, bilden diese einen wesentlichen Bestandteil der Frisur selbst. Eine Namensammlung bei Aristophanes frg. 320 Kock. Die bekannteste Haarberge ist der Vorlage:Polytonisch; s. [[Johann Joachim Winckelmann|Vorlage:SperrSchrift]] Kunstgeschichte, herausg. von Lessing 149. Descr. des Pier. gr. du Cab. de Stosch p. 417. Vorlage:Seite [[Wilhelm Adolf Becker|Vorlage:SperrSchrift]] Charikl. III 304. [[Wolfgang Helbig|Vorlage:SperrSchrift]] Hom. EposVorlage:Sup 157ff. Vorlage:SperrSchrift Berl. Phil. Wochenschr. 1888, 458. [[Franz Studniczka|Vorlage:SperrSchrift]] Beitr. z. Gesch. d. altgriech. Tracht 129ff. J. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 86, 4. Es handelt sich um ein Haarnetz: denselben Namen führt auch das sackartige Jagdnetz (Xen. Cyr. VI 7. Plut. Alex. 25); der eine netzartige Magen der Wiederkäuer (Aristot. de part. an. III 13) und der Pferdemaulkorb (Xen. de re eq. 6, 7f. Pollux I 184. X 55; vgl. Vorlage:SperrSchrift Griech. Pferdegeschirr, 56. Berl. Winckelmannsprogr. 6ff.). Der Verfertiger heißt Vorlage:Polytonisch (Crit. bei Pollux VII 179). Auch mit Steinen kann das Netz verziert sein (Agasios Schol. Anth. Pal. V 276 v. 10: Vorlage:Polytonisch); vgl. überhaupt Anth. Pal. V 260. VI 206. 207. 219. 275. Aus den Vorlage:Polytonisch CIA II 787 Z. 18 (Inv. d. Brauronion 339/8. [[Adolf Michaelis|Vorlage:SperrSchrift]] Parthenon 311, 140) ist für die Form des Netzes nichts zu erschließen (Vorlage:SperrSchrift Vermutungen z. gr. Kunstgesch. 19; a. a. O. 130, 23). Die Vorlage:Polytonisch sind viereckige Fächer an den Wänden zum Aufbewahren von Weihgeschenken, die 70. 74. 98. 127 usw. wiederkehren. Der Vorlage:Polytonisch kann nicht direkt, sondern nur mit einer Binde am Kopf befestigt werden (Aristoph. Thesm. 257: Vorlage:Polytonisch). Danach hat man den Vorlage:Polytonisch in den kleinen im Nacken sitzenden und mit einer ein- oder mehrmals um den Kopf gewundenen Binde befestigten Haarnetzen zu erkennen, die im 5. Jhdt. auftreten und namentlich im 4. Jhdt. verbreitet sind. In der Plastik zeigt sie eine Gruppe von Köpfen, die Vorlage:SperrSchrift im Anschluß an seine ,Vorlage:RE siehe‘ dem Phidias zuschreibt (Meisterw. 98, 1, z. B. Vorlage:SperrSchrift E.-V. nr. 435/6), die Hera Barberini in Rom, das Relief von Vorlage:RE siehe Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 58 und ein Kopf in München (Einzelverkauf 934; vgl. auch die Gruppe von Fälschungen Vorlage:SperrSchrift Neuere Fälschungen v. Ant. 24ff.). Auf Münzen begegnet er häufig auf bekannten syrakusanischen Münztypen. Sehr häufig auf Vorlage:RE siehe: Vorlage:SperrSchrift Taf. 8/9, 30. 59. 68. 79. 97. 120, 3. 129; Arch. Ztg. 1882 Taf. 5. Das Festbinden mit der Binde zeigt ein Fragment im Stil des Duris, Vorlage:SperrSchrift Festschrift für Benndorf 86. Anth. Pal. V 276 heißt die Binde Vorlage:Polytonisch). So auch in den vielbesprochenen Versen Ilias XXII 468ff., wo der Andromache ihr Haarschmuck vom Haupt fällt (s. Art. Vorlage:Polytonisch). Vorlage:SperrSchrift a. a. O. und Über den Pileus d. alt. Italiker (S.-Ber. Akad. Münch. 1880. 527ff.) will den Vorlage:Polytonisch deshalb in hohen steifen Hauben sehen, die im 5. Jhdt. auf etruskischen Wandgemälden vorkommen (Abb. a. a. O. 63ff.; vgl. Elfenbeinreliefs Röm. Mitt. 1906 Taf. 15/16; ionische Amphora Vorlage:SperrSchrift Taf. 21; italisch-ionische Kanne Arch. Anz. XIX [1904] 60). Auf Münzen von Knidos begegnen sie im 6. Jhdt. (Brit. Mus. Cat. Caria Pl. XIII nr. 8). Gegen diese Auffassung wendete sich mit Recht Vorlage:SperrSchrift und J. Vorlage:SperrSchrift a. a. O., denn ein solcher Bedeutungswandel ist unglaubhaft. Schon stets fiel auf, daß diese Schmuckstücke Hom. Il. XIV 170ff. bei der Toilette der Hera nicht erwähnt werden, und tatsächlich ist der Vorlage:Polytonisch an Denkmälern homerischer Zeit nicht nachweisbar. In Wirklichkeit Vorlage:Seite fällt nun der Vers 469 aus dem Zusammenhänge heraus. Er ist später eingefügt zur Erklärung der Vorlage:Polytonisch. Nur bei dieser Annahme ist die Tracht des Vorlage:Polytonisch mit dem allgemeinen homerischen Brauch in Einklang zu bringen. Auch auf Männer werden einmal die Vorlage:Polytonisch übertragen: in der Diadochenzeit tragen sie die verweichlichten spartanischen Großen (Antiph. bei Athen. XV 28). Diese sind purpurn wie Anth. Pal. VI 207.
Die Sitte, das Haar mit einer mehrmals um den Kopf geschlungenen Binde aufzubinden (z. B. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 28. 30. 35. 57, 3. Vorlage:SperrSchrift E.-V. 1203f. Ant. Denkmäler I Taf. 33. Arch. Jahrb. XXI [1906] 165ff. usw.) führt schon im 6. Jhdt. dazu, den ganzen Kopf haubenartig zu umwickeln (Kleinmeisterschale München 16; Arch. Jahrb. XXII [1907] 104 Abb. 23/24. Arch. Ztg. XL [1882] Taf. 11 u. v. a.). So entsteht die Nachtmütze (Aristoph. Thesm. 257f.), die Vorlage:Polytonisch, die auch bei Tage benützt wird; s. [[Franz Studniczka|Vorlage:SperrSchrift]] Tracht 130. Vorlage:SperrSchrift Hom. Ep.Vorlage:Sup 225, 7. J. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Sie ist im 5. und 4. Jhdt. allgemein verbreitet, z. B. Vorlage:SperrSchrift Taf. 106. 73. 43–45. 94. 92. 61. 63. 93. 71. 24, 4. 57, 2; Lapithinnen vom Vorlage:RE siehe-Giebel, [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 454f. E.-V. nr. 1732/3 usw. Den Akt des Umlegens des Tuches zeigt die Terrakotte Vorlage:SperrSchrift Sammlung Sabouroff II Taf. CXXX. Häufig sieht aus dem Haubentuch auf dem Scheitel ein Haarbusch heraus, wie Vorlage:SperrSchrift Taf. 33. 46. 85 u. a.; so auch auf dem Relief aus Nemi ([[Anton Springer|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift HandbuchVorlage:Sup I 178 Fig. 340. Vorlage:SperrSchrift Antike Vorlage:RE siehe III 266f.). Beim Gelage tragen auch Männer zuweilen die Vorlage:Polytonisch, z. B. Mann auf Hischylosteller, Berlin 2100 (Jahrb. I [1886] Taf. 12). Singulär ist das Kopftuch auf dem Becher des Vorlage:RE siehe Vorlage:SperrSchrift Taf. 85: es ist an einem metallenen Stirnband befestigt und fällt, die ganze Haarmasse verdeckend, in den Nacken herab. Ein darüber um den Kopf gelegter Reif oder eine Binde hält noch einmal das Ganze. Daneben kommen richtige Hauben vor (z. B. Dienerin der Hegeso, [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 436), meist mit einem Knopf (Vorlage:SperrSchrift Taf. 35; Grabstele [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 417) oder einem Zipfel (Vorlage:SperrSchrift Taf. 23. 53) in der Mitte über dem Wirbel. – Die Art, wie die sog. Vorlage:RE siehe in Berlin (z. B. [[Fritz Baumgarten|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Hell. KulturVorlage:Sup Abb. 209) ihr Haar mit der Binde im Nacken breit, über der Stirn schmal umwunden trägt, leitet über zu der Form des Vorlage:Polytonisch, einer Binde, die hinten breit die Haarmasse umfaßt und über der Stirn mit einem kleinen Knopf geknöpft wird (CIA II 758 col. II 13. Aristoph. Thesm. alt. frg. 320, 13 K. u. a.), z. B. Vorlage:SperrSchrift Samml. Sabouroff Taf. CXIX. CXLIII 3. [[Anton Springer|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift HandbuchVorlage:Sup 303 Abb. 557. Vorlage:SperrSchrift Taf. 79. Vorlage:SperrSchrift Att. Grabrel. I Taf. XXV; Grabrel. aus Vorlage:RE siehe, [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 232; Votivrelief, E.-V. nr. 562; ,Vorlage:RE siehe‘ im Parthenonfries (Vorlage:SperrSchrift VI 39; E.-V. nr. 726). Eine Abart, bei der um den Vorderkopf eine verhältnismäßig schmale Binde herumläuft, die sich am Hinterkopf Vorlage:Seite stark verbreitert und in eine kleine Haube übergeht, ist die Vorlage:Polytonisch bezw. Vorlage:Polytonisch (z. B. Poll. V 96; s. Vorlage:SperrSchrift s. v.). Die Form entspricht der Schleuder und der Fassung des Fingerringes, die denselben Namen führt. Beispiele: Vorlage:SperrSchrift Att. Grabreliefs Taf. CCLXV nr. 1198. Vorlage:SperrSchrift Gräber der H. Taf. LXVIII. Die Hera vom Capitol (Vorlage:SperrSchrift Meisterw. 117. Einz.-V. 457/8 = Antike Denkmäler I Taf. 55). – In makedonischer Zeit kommt ein Kopftuch auf, das nur den Vorderkopf bedeckt; ,dasselbe ist vorne zusammengerafft und mit einer Schleife gebunden; es breitet sich nach dem Oberkopfe aus, läßt aber den Hinterkopf frei‘ (Vorlage:SperrSchrift). Dies Kopftuch trägt die sog. Vorlage:RE siehe in München Glyptothek Vorlage:SperrSchrift 246. [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 125; ein Kopf im Palazzo Pitti in Florenz (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Einz.-Verk. 232/3, vgl. Festschr. f. Overbeck 98), die trunkene Alte in München Glypt. Vorlage:SperrSchrift 437. [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 394 und die Brautmutter Doris im Hochzeitszug des Vorlage:RE siehe vom Altar des Cn. Domitius Ahenobarbus, München Glypt. Vorlage:SperrSchrift 239. [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 124 (im letzten Falle etwas weiter in den Nacken fallend). Dazu kommen ein Heraklesköpfchen Einzelverk. 743, 4 und Hermaphroditen, Vorlage:SperrSchrift Statuenkopien im A. I, Abh. Akad. Münch. 1896. 582ff.
Vorlage:Überschrift Vorlage:SperrSchrift
Homer kennt zwei Diademformen: Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch. Hymnus V 7 tragen die Horen goldene Vorlage:Polytonisch, Aphrodite Vorlage:Polytonisch. Letztere ist also wertvoller. Über den Vorlage:Polytonisch s. [[Wolfgang Helbig|Vorlage:SperrSchrift]] Hom. EposVorlage:Sup 157. Vorlage:SperrSchrift Homer. WaffenVorlage:Sup 144. Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahresh. 1906, 111. Vorlage:SperrSchrift 13, 48; vgl. Art. [[RE:Ampykos, Ampyx 1|Vorlage:SperrSchrift]]. Der Vorlage:Polytonisch ist ein metallenes Stirnband, das auf eine Binde aufgenäht ist, ebenso wie das Stirnband der Pferde (z. B. Hom. Il. V 358. 363. 720. VIII 382). Beispiele aus der Vasenmalerei: Poseidon auf korinthischem Pinax, Antike Denkmäler II Taf. 30, 18; Frau auf Scherbe aus Tell Defenneh a. a. O. Taf. 21, 1. Als hohen Aufbau tragen die Frauen der melischen Tongefäße im 7. Jhdt. den Vorlage:Polytonisch: Vorlage:SperrSchrift Melische Tongef. Taf. IV und Titelvignette (= Arch. Ztg. 1854 Taf. 62). Eine ähnliche Form trägt ,Leukothea‘ [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 228. Vom 5. Jhdt. an ist der Vorlage:Polytonisch auf die Frauen beschränkt, seine Form wird immer reicher, namentlich durch nach oben aufragende Blätter und Blüten, die ebenso aber auch in die einfache Binde eingesteckt werden (Beisp. des Ampyx im 5. und 4. Jhdt.: Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 38f. 20. 30. 40. Vorlage:SperrSchrift Samml. Sabouroff I Taf. LXV). Dieser Vorlage:Polytonisch heißt auch Vorlage:Polytonisch (Hesych. s. v.: Vorlage:Polytonisch). Eine Abart des Vorlage:Polytonisch hat Vorlage:SperrSchrift (Österr. Jahresh. IX (1906) 101ff.) ausgeschieden, die Vorlage:Polytonisch. Über sie Schol. zu Arist. Eq. 580 Vorlage:Polytonisch. Poll. VIII 9 Vorlage:Polytonisch; Hippoloch. bei Athen. IV 128 c Vorlage:Polytonisch. Daß es sich um eine Form des Vorlage:Polytonisch handelt, zeigt das delische Inventar von 250 (Bull. hell. 1903, 87 Z. 10), das ein Vorlage:Polytonisch aufführt. Die Form Vorlage:Seite des Metallteiles muß natürlich dem Schabeisen ungefähr entsprochen haben. Die als Trinkgeschirr benützten Stlengiden (Aristoph. Thesm. 588) gehören auch hierher, sicher aber nicht die von Vorlage:SperrSchrift ebenfalls herangezogenen Kampfpreise Xen. anab. I 2, 10.
Die Vorlage:Polytonisch ist ein um den ganzen Kopf herumlaufender geschlossener Metallreif, wie es sein Name sagt. Dieser wurde auch auf das die Helmkappe umsäumende Metallband (Hom. Il. VII 12. X 30. XI 96) und auf den unter der Glatze stehen gebliebenen Lockenkranz übertragen (Poll. V 144). Frühere Ansicht: Vorlage:SperrSchrift Philologus XXX 494; vgl. Vorlage:SperrSchrift Mon. ant. VII (1897) 86f. Vorlage:SperrSchrift Hom. EposVorlage:Sup 157; s. Hom. Il. XVIII 597. Hesiod. Theog. 578. Anth. Pal. VI 274. Callix. b. Athen. V 201 D. 202 B. D. Aelian. var. hist. I 18. Aristoph. Eccl. 1034. Luc. am. 41. Herodot. VIII 118. Aristoph. Eq. 968 als Zeichen von besonderem Luxus. Varianten der Bezeichnung für dieselben Schmuckstücke gibt Euripides Medea 1160 Vorlage:Polytonisch; 983 Vorlage:Polytonisch; 1186 Vorlage:Polytonisch; 785 Vorlage:Polytonisch; 978 Vorlage:Polytonisch. Diese drei Ausdrücke Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch bezeichnen also nicht verschiedene Schmuckstücke, sondern man brauchte sie durch- und nebeneinander für denselben Schmuck, d. h. dann eben den Reif. Von besonderen Formen des zu allen Zeiten getragenen einfachen Reifs ist die älteste der ionische Haarreif, der im 6. Jhdt. im griechischen Osten verbreitet ist. Er hat eine geschwungene Form, die bis zu den Schläfen dem Haarrand folgt, im Bogen, oft mit scharfem Knicke, die Ohren umgeht und sich dann im Nacken zusammenschließt. Über Verbreitung s. Vorlage:SperrSchrift 14f. Als Vorlage:Polytonisch trägt den ionischen Reif z. B. die Karyatide vom Knidierschatzhause in Delphi (Vorlage:SperrSchrift Fouilles de Delphes IV Taf. 20), als geschlossenen Reif findet man ihn auf den Friesen des Knidierschatzhauses in Delphi (Vorlage:SperrSchrift a. a. O. Taf. 11–14) und des Siphnierschatzhauses (a. a. O. Taf. 9f. Athen. Mitt. 1909, 162), auf klazomenischen Sarkophagen (Antike Denkmäler I Taf. 45. II Taf. 58) und sonst. Die letzten Ausläufer dieses Reifs finden sich in Etrurien (z. B. Wandgemälde Mon. d. Inst. V Taf. 34. IX Taf. 13–14) und in Attika in einem geschwungenen mit Maeandermuster verzierten Reif, den in der ersten Hälfte des 5. Jhdts. die Frauen tragen, z. B. Vorlage:SperrSchrift Taf. 52.
In der zweiten Hälfte des 6. Jhdts. tritt in Attika der Vorlage:SperrSchrift als Hauptschmuck des Haares auf. Natürlich handelt es sich in vielen, wenn nicht gar den meisten Fällen, um einen natürlichen Kranz, aber schon wenn der Kranz den aufgebundenen Schopf zu tragen hat (s. o. II), muß man einen Metallkranz annehmen. Entweder handelt es sich um einen Kranz in Form eines Vorlage:Polytonisch, der hinten mit einer Binde zugebunden wird, wie es zahlreiche erhaltene Goldkränze zeigen, oder aber die einzelnen Blätter waren auf die Binde aufgenäht, die Form, in der wir oben (unter II) die Vorlage:Polytonisch erkannt haben. Eine solche Binde mit aufgenähten Blüten tragen Amphitrite und eine zweite Frau (Mon. d. Inst. I Taf. 52f.) in der Hand, mit aufgenähten Blättern Vorlage:Seite Vorlage:RE siehe (Vorlage:SperrSchrift Taf. 20) und ein Erot, a. a. O. Taf. 124. Ein ähnliches Schmuckstück hält auch noch eine Frau auf der Deckelschale aus Kertsch a. a. O. Taf. 68 in der Hand. Um einen gleichartig gearbeiteten Kranz handelt es sich, wenn die Blätter nur nach einer Seite vom Reif abtreten, d. h. nach oben, wie bei der Athena Vorlage:SperrSchrift Taf. 14 oder dem Vorlage:RE siehe Vorlage:SperrSchrift Meisterschalen Taf. 68. Diese Kranzform leitet direkt über zu dem Einstecken von Blättern und Blüten in die Binde, das nach dem Zeugnis der Vasenbilder im 4. Jhdt. so überaus verbreitet war. Im Anfang des 5. Jhdts. ist in Attika als Jünglingstracht eine Diademform verbreitet, bei der über der Stirn von dem glatten Reif oder einer Binde (so z. B. Vorlage:SperrSchrift Meisterschalen Taf. 61) eine Spitze in die Höhe ragt (Vorlage:SperrSchrift 17). In dem einen Falle ist eine offene (Mon. ant. XVII [1906] Taf. 10) oder geschlossene (Artemis Vorlage:SperrSchrift Taf. 115) Blüte oder ein Blatt in die Binde gesteckt (so auch wohl auf der Vorlage:RE siehe Borgia [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 416), in dem andern handelt es sich um ein Diadem, das sich vorne verbreitert und über der Stirne in eine Spitze zuläuft, z. B. Mon. ant. XIV (1904) S. 918 Fig. 116. Mon. d. Inst. III Taf. 12. Als Königsreif trägt dies Diadem ein späterer Fürst in der Münchener Residenz (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift E.-V. 965f. Vorlage:SperrSchrift Vorlage:RE siehe Helbigiana 10ff.). Dies vorne zugespitzte Diadem ist im 4. Jhdt. als Kindertracht weit verbreitet; vgl. [[Alexander Conze|Vorlage:SperrSchrift]] Att. Grabreliefs Taf. CLVI nr. 815. Taf. CLXI nr. 827. Taf. CLXII nr. 828. Bd. II Taf. CXCΙV = Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift E.-V. 564. Göttliche Wesen tragen seit den ältesten Zeiten statt des einfachen Reifs einen hohen Aufsatz, den Kalathos oder Polos (s. den Art. Vorlage:RE siehe), von dem die Mauerkrone (s. d.) eine Abart ist.
Neben dem metallenen Diadem oder Haarreifen trägt man seit den ältesten Zeiten (vgl. den ,Apoll‘ von Vorlage:RE siehe, vom Vorlage:RE siehe [Bull. hell. XXXI [1907] Pl. XX u. Fig. 5 und 6] u. a.) die einfache Vorlage:SperrSchrift. Ihr gewöhnlicher Name ist Vorlage:Polytonisch (Belege bei Vorlage:SperrSchrift s. Vorlage:Polytonisch). So heißt auch die Siegerbinde, z. B. beim Polykletischen Diadumenos (Lucian. Philops. 18. Vorlage:SperrSchrift Der schöne MenschVorlage:Sup Taf. 50), und die weiße Königsbinde der späteren Zeit, Lucian. Ploion 39; Nekr. dial. XIII 4. Die Vorlage:SperrSchrift ist speziell Frauentracht. Bei Männern bezeichnet sie Weichlichkeit (Aristoph. Thesm. 160). Asien ist die Heimat der Vorlage:Polytonisch, die Asiaten tragen sie (Herodot. I 195. VII 62; vergl. Verg. Aen. IV 216), und als Import aus Lydien kommt sie nach Griechenland (Alkmann frg. 23 v. 67f. Bergk. Pind. Nem. VIII 25). Purpurn ist ihre Farbe im Parthenoninventar (Vorlage:SperrSchrift Parthenon 297, 26), bei Pindar (a. a. O.) ist sie Vorlage:Polytonisch, bei Anakreon frg. 65 Bergk Vorlage:Polytonisch. Auch im Kult spielt die Vorlage:Polytonisch eine Rolle. Plut. Mor. 304 c trägt sie ein Heraklespriester Vorlage:Polytonisch) vgl. Vorlage:Polytonisch. 672 A. Athen. XII 531 A. Entsprechend werden Schiffe mit einer Vorlage:Polytonisch umwunden, Athen. XII 535 C. und Athen. V 198 D eine Statue (eine Vorlage:Polytonisch wird in diesem Zusammenhang Lucian. Philops. 19 genannt). Man möchte die Vorlage:Polytonisch in jenen häufig Vorlage:Seite vorkommenden Binden erkennen, die an ihrem rund abschließenden Ende einen oder mehrere Fäden zum Zusammenbinden haben (z. B. Vorlage:SperrSchrift Taf. 5. 26/7. 57, 1. 77. 96/97 Dionysos; Vorlage:SperrSchrift im Text: Mitra), und die gerade im Kult (a. a. O. Taf. 19. Arch. Ztg. 1880 Taf. 16), namentlich auch zum Schmuck der Grabdenkmäler, eine Rolle spielen. Über Vorlage:Polytonisch auch [[Wilhelm Adolf Becker|Vorlage:SperrSchrift]] Charikl. II 393f. Auch Vorlage:Polytonisch bezeichnet eine einfache Binde (Euripid. Hippol. 83; Elektra 882; Inventar der Brauronia [[[:Vorlage:SperrSchrift]] Parthenon 307ff.] 157 Vorlage:Polytonisch). Fast ausschließlich im Kult verwandt wird das Vorlage:Polytonisch (Euripid. Or. 12 als Zeichen der Königswürde), s. Hom. Il. I 14. 28. Euripid. Hiket. 36. 470; Bakch. 350; Ion 224. 522. 1310. 1338. 1389, weitere Belege bei Vorlage:SperrSchrift, vgl. auch Vorlage:Polytonisch (Hesych.); Vorlage:Polytonisch, Bein. d. Apoll., Paus. III 20, 9; Vorlage:Polytonisch, Euripid. Heracl. 530. Hierher gehört die geknotete Wollbinde, die noch in römischer Zeit zur Priestertracht gehört (Vorlage:SperrSchrift Meisterwerke 558) und von der Vorlage:RE siehe Ludovisi bekannt ist (s. auch Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift E.-V. 1121f. Vorlage:SperrSchrift Auserl. Vas. III 243. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Taf. 19). Endlich ist unter den Binden noch die breite wulstartig zusammengelegte Rollbinde zu erwähnen, die seit dem 4. Jhdt. erscheint. Sie eignet dem Asklepios (z. B. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift E.-V. 121f. 1139f. 1319f. 1317) und Herakles (s. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Meisterwerke 433. [[Heinrich Brunn|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift Taf. 338. 545. 612f.). Einmal trägt sie ein Dioskur (Einzelverkauf 1358f.) und auch der jugendliche Dionysos ([[Josef Klein (Philologe)|Vorlage:SperrSchrift]] Vorlage:RE siehe 414, 2. Einzelverkauf 1123f.). Sie ist nach Vorlage:SperrSchrift (a. a. O.) ,keineswegs eine einfache Siegerbinde, sondern scheint entlehnt vom Vorlage:RE siehe‘. Vielleicht darf man mit der Rollbinde das Vorlage:Polytonisch identifizieren, das der eleusinische Hierophant trägt, vgl. [[Walter Amelung|Vorlage:SperrSchrift]] Atti della Pontif. Accad. rom. di arch. 1905, 132ff. Vorlage:SperrSchrift Röm. Mitt. XXV [1910] 156ff. ([[Wilhelm Dittenberger|Vorlage:SperrSchrift Syll.Vorlage:Sup]] nr. 409. Plut. Arist. V 6. 7. Arrian. Ep. diss. III 21, 16). Über die Kränze, die bei den Symposien gebraucht werden, s. den Art. Vorlage:Polytonisch.
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Das gepflegte Haar (Vorlage:Polytonisch, Pind. Isthm. IV 10; Vorlage:Polytonisch, Soph. El. 52. Ps.-Phokylides 212) rollt sich meist von selbst in Locken auf. Locke = Vorlage:Polytonisch (Vorlage:RE siehe frg. 22, bezeichnet auch die Fänger des Tintenfischs), Vorlage:Polytonisch (Anth. Pal. V 197 u. a.), Vorlage:Polytonisch (Athen. X wird das C einem Vorlage:Polytonisch verglichen; Euripid. Bakch. 749. Anth. Pal. XI 66 u. a.; vgl. Vorlage:SperrSchrift 69). Die langen Lockensträhnen vor den Ohren heißen Poll. II 28 Vorlage:Polytonisch. Auch die homerischen Vorlage:Polytonisch (Vorlage:SperrSchrift 170. Vorlage:SperrSchrift 184) können nach dem Urteil der Denkmäler keine Zöpfe, sondern nur Locken bezeichnen, die freilich bisweilen auch künstlich gedreht wurden (Hera, Hom. Il. XIV 175ff.). So stark, wie man aus den stilisierten Frisuren verschiedener Denkmäler geschlossen hat (zuletzt Vorlage:SperrSchrift im Text zu Vorlage:SperrSchrift Taf. 111 S. 270), wurde dies Lockenwickeln aber jedenfalls nicht getrieben. Das Gegenteil ist Vorlage:Polytonisch (Plat. Euthyphr. p. 2 B u. a.). Kahlköpfigkeit ist nach dem Urteil der Denkmäler sehr häufig, gilt aber immer Vorlage:Seite als Zeichen von Häßlichkeit (Hom. Il. II 218. Lucian. Ploion am Ende u. v. a.). Auch Frauen sind nicht davon verschont (Stratonike, Gemahlin des Vorlage:RE siehe, Lucian. pro imag. 5). Vorlage:REAutor Vorlage:REAbschnitt Vorlage:Überschrift Vorlage:SperrSchrift
Für die weiblichen Haartrachten der römischen Republik sind uns keine monumentalen Zeugnisse erhalten. Als konventionelle Tracht verheirateter Frauen erwähnt Varro VII 44 den tutulus, ein auf dem Wirbel des Kopfes sich erhebendes, von Binden umwundenes, schopfartiges Toupet, eine Tracht, die ein Gemälde aus Herkulaneum uns als hochzeitlichen Schmuck der jungen Frau vorführt, Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Leben der Griechen und Römer 581, 591. Frauenbildnisse vom Ende der Republik (so das Grabrelief Museo Chiaramonti 13 a, Vorlage:SperrSchrift-Katalog) zeigen die Tracht der der Vorlage:RE siehe, die weiter unten ihre Besprechung finden wird. Vom Beginn der Kaiserzeit aber läßt sich der rastlos fortschreitende Wechsel und Wandel der H. an den Bildnissen der römischen Kaiserfrauen, insbesondere den meist genau datierten Münz- und Gemmenbildnissen, bis in die Zeit Constantins im einzelnen genau verfolgen.
Von den historischen Frisuren ist von vornherein der unveränderliche Typus der Vorlage:SperrSchrift zu trennen, den man den Kaiserfrauen zu verleihen pflegte, wenn deren Auffassung als eines göttlichen Wesens vorherrschte, jene Tracht, welche durch die beiderseits vom Scheitel herabflutenden ,iunonischen‘ Wellen, durch den runden, lockeren, von einer Binde umwundenen Knauf im Nacken charakterisiert ist. Dieser durch die hellenische Kunst geschaffene, in letzter Linie durch Vorlage:RE siehe und Praxiteles ausgebildete Idealtypus kennzeichnet die Darzustellende als Göttin, über Raum und Zeit erhaben. Mit ihm erscheint Livia auf dem Wiener Sardonyx als Vorlage:RE siehe (Vorlage:SperrSchrift Röm. Ikonographie II 1 Taf. 27, 2), im Relief von San Vitale zu Vorlage:RE siehe (Vorlage:SperrSchrift Taf. 6. Vorlage:SperrSchrift Familie des Augustus) und auf den Münzen mit der Aufschrift Vorlage:RE siehe Augusta, Vorlage:RE siehe, Vorlage:RE siehe; wir finden die gleiche Tracht an den Münzbildnissen der Messalina, Vorlage:RE siehe Neronis, Domitia, Diva Sabina ([[Henry Cohen|Vorlage:SperrSchrift]] Monn. de l’Empire rom. I und II). Zuweilen geraten Einzelheiten aus der zeitgenössischen Mode in die Idealfrisur, so am Bilde der Livia im Pariser Cameo (Vorlage:SperrSchrift Ant. Vorlage:RE siehe I Taf. 60), so an der ,Hera Ludovisi‘ (Vorlage:SperrSchrift Meisterw. 55ff.), wo jedesmal am Vorderkopf die Haare in der Form der Idealfrisur behandelt sind, während über dem Nacken die Zopfschleife liegt, ein charakteristischer Zug der claudischen Mode.
Für die Modefrisuren in der Zeit des Überganges von der Republik zur Monarchie geben uns die Münzen der Fulvia, in den Jahren 43–40 v. Chr. geprägt, genauen Aufschluß. Zwei parallele Scheitel trennen das Haar des Vorderkopfes in eine mittlere und zwei seitliche Partien. Die mittlere Partie ist gerade nach vorn gezogen, über der Stirn schleifenartig wieder nach rückwärts genommen; die seitlichen Partien sind glatt dem Schädel angelegt und ziehen sich gleichfalls zum Hinterhaupt, wo alle drei Partien in einen runden, straften Knauf vereinigt sind. Mit peinlicher Exaktheit wird diese Tracht dargestellt in einer den Münzen ganz entsprechenden Form an der ,Fulvia‘ der Kopenhagener Glyptothek 595 (Vorlage:SperrSchrift Mon. Vorlage:Seite dei Lincei I 577), deren Deutung nicht unwahrscheinlich ist. In den folgenden Jahren erfährt die Tracht, wie aus den Münzbildnissen der Octavia, des Marcus Antonius Gattin, hervorgeht, keine Änderung, auch an dem jugendlichen Bild der Livia im Louvre (Vorlage:SperrSchrift II 1 89) ist sie gewahrt, doch hat hier die steife Typik einer freieren und leichteren Auffassung Platz gemacht, was sich auch an einer Münze der Iulia, Octavias Tochter, beobachten läßt ([[Michael Rostovtzeff|Vorlage:SperrSchrift]] Tesserarum sylloge 2). Livia trägt diese Frisur während der ganzen Regierungszeit des Augustus und den ersten Regierungsjahren des Vorlage:RE siehe, wie der Florentiner Cameo bezeugt, der Livias und des Tiberius capita coniugata darstellt (Vorlage:SperrSchrift II 1 Taf. 27, 8); diesem muß die Livia Borghese im Louvre annähernd gleichzeitig sein. In beiden Darstellungen ist die Frisur in großartigen und prächtigen Zügen ausgeführt, die Seitenhaare sind locker gehalten und reich ineinander verschlungen. Im Jahre 17 n. Chr. hat Livia jedoch ihre Tracht geändert und die neue Frisur angenommen, denn diesem Jahre gehört der erwähnte Pariser Cameo an, der uns Livia mit der claudischen Zopfschleife zeigte. Bis in die ersten Jahre des Tiberius also ist die Dreiteilung des Haares, die Scheitelflechte und der Stirnwulst nachzuweisen, dessen literarisches Echo die Verse Ovids bilden: Exiguum Vorlage:SperrSchrift summa sibi fronte relinqui Ut pateant aures, Vorlage:SperrSchrift rotunda volunt (ars am. III 139f.).
Der neuen Tracht, die mit jener der Übergangszeit erst rivalisierte und sie dann ablöste, begegnen wir zuerst auf den Münzen der Antonia, der Gemahlin des Vorlage:RE siehe Drusus. Demnach ist die neue Frisur ungefähr im ersten Jahrzehnt v. Chr. neben der bisher allein herrschenden aufgekommen. Das Haar ist der Länge nach genau in der Mitte gescheitelt und fällt leichtgewellt zum Nacken; hier ist es lose zu einer Schleife wiederaufgenommen und mit einem Band umwunden. Ein literarisches Zeugnis für die Gleichzeitigkeit beider Frisuren bietet sich uns in den zum Teil angeführten Versen des Ovid. Nachdem er für das runde Antlitz den Stirnwulst, nodus, empfohlen, fährt er fort: Longa probat facies Vorlage:SperrSchrift (die ars am. ist zwischen 1 v.–1 n. Chr. entstanden, [[Martin Schanz|Vorlage:SperrSchrift]] Röm. Lit-Gesch. II 1, 191).
Diese einfache Tracht des gescheitelten und lose zum Nacken fallenden Haupthaars ist z. B. die der ,Clytia‘ des Britischen Museums ([[Emil Hübner|Vorlage:SperrSchrift]] Bildnis einer Römerin), die demnach in die Zeit Antonias zu datieren ist.
Die Zopfschleife gewahren wir auch über dem Nacken der camilli der Ara Pacis Augustae (Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahresh. 1907, 187, 58), während das in klaudischer Weise kurzgeschnittene Haupthaar der Knaben nicht von der weiblichen Mode beeinflußt ist. Das nämliche scheint der Fall zu sein bei den camilli auf dem Relieffragment des Lateran. Museums [[Otto Benndorf|Vorlage:SperrSchrift]]-[[Richard Schöne|Vorlage:SperrSchrift]] 486 Taf. 13, 1.
Die allgemeine Mode verharrte nicht bei dieser schlichten und natürlichen Frisur. In welcher Weise sie dieselbe bald reicher und natürlicher zu gestalten wußte, zeigen uns die Bildnisse der älteren Agrippina, insbesondere die Statue von Cervetri im Lateran (Vorlage:SperrSchrift II 1 Taf. 19 Vorlage:SperrSchrift Führer I 672) und der prächtige Kopf 316 der Vorlage:Seite Münchener Glyptothek, welche aus zwingenden Gründen auf die ältere Agrippina gedeutet werden müssen. Da sehen wir eine vordere etwa handbreite Partie des gescheitelten Haares, in künstliche Wellen gelegt, von der übrigen Haarmasse deutlich unterschieden, um Stirn und Schläfen ziehen. Gleichzeitig diesen Bildnissen ist die Matronenbüste 630 der Kopenhagener Glyptothek, doch nicht mit Agrippina selbst identisch (Röm. Mitt. 1892, 236. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Denkmäler 150. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Sammlung griechischer und römischer Porträts 711f.).
Dieser breite Saum künstlich ondolierter Haare wandelt sich nun zu einem Vorlage:RE siehe zierlicher Löckchen, indem man jene vordere Haarpartie halbkurz schnitt und die Enden ringelte. In allen anderen Bildnissen begegnet uns Agrippina mit dieser Tracht, so in der Büste des Kapitols (Vorlage:SperrSchrift II 1 Taf. 15. Vorlage:SperrSchrift I 313), auf dem ,Cameo mit den Fruchthornbüsten‘ zu Wien (Vorlage:SperrSchrift Ant. Gemm. III 320) u. a., insbesondere auf sämtlichen – nach ihrem Tode geprägten – Münzen. In drei Reihen wohlgeordnet folgen hier die Löckchen aufeinander, durch die Scheitelung weit von einander getrennt. So muß sich Agrippina in der letzten zu Rom verbrachten Periode ihres Lebens, 19–29 n. Chr., getragen haben. Daß aber um das J. 17 n. Chr. der Wechsel der Mode eingetreten war, der aus den künstlichen Wellen ums Angesicht den zierlichen Löckchenkranz werden ließ, beweist der Pariser Cameo. Die sitzende Frau in der Ecke rechts – höchst wahrscheinlich Livilla – trägt eben diesen Lockenkranz. Diese Mode zeichnet der unter Tiberius dichtende Vorlage:RE siehe V 140 ,... tortos in fluctum ponere crines Aut vinclis revocare comas et vertice denso Fingere ...‘.
Auch Livia hat diese Mode angenommen und zeigt sich uns mit dem Löckchenschmuck in der Kopenhagener Büste 614 (vgl. [[Wolfgang Helbig|Vorlage:SperrSchrift]] Röm. Mitt. 1887, 3f. Taf. I. [[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 6/7) und im höchsten Alter auf einer Bleitessere (Vorlage:SperrSchrift Rev. num. 1898, 79. Vorlage:RE siehe Helbigiana 262). Unter Caligula ändert sich die Tracht nicht, ebensowenig in den ersten Regierungsjahren des Claudius; doch auf dem Sardonyx im Gemmenkabinett des Haag (Vorlage:SperrSchrift AG I 304), der höchst wahrscheinlich um 43/44 n. Chr. entstanden ist, sehen wir die Löckchen beiderseits um den Scheitel viel näher zusammengezogen, die Haare kürzer geschnitten. Eben diese Änderung läßt sich auch an den frühesten Bildnissen der jüngeren Agrippina beobachten, besonders deutlich wird der Unterschied an dem erwähnten, sicher vor 54 entstandenen Cameo mit den Fruchthornbüsten, weil hier die jüngere und die ältere Agrippina einander gegenübergestellt sind. Immer üppiger wird das Löckchengewirr; an der zu Vorlage:RE siehe gefundenen Statue (Ausgrabungen zu Olympia III 256. Taf. 63, 2. Arch. Jahrb. IX 109) bleibt nur mehr wenig Raum für den Scheitel über. So werden die Löckchen, erst schmückendes Beiwerk, zur Hauptsache und verdrängen das ursprünglich charakteristische Moment der Frisur, die Scheitelung. Die Zopfschleife im Nacken bleibt unverändert. Auf den Münzen wie der olympischen Statue der Poppaea (Ausgrabungen III 259 Taf. 63, 6. 64, 2. 3), Darstellungen, die zwischen 62–65 Vorlage:Seite entstanden sind, zeigt es sich endlich, daß der Scheitel ganz und gar verschwunden ist unter der den ganzen Vorderkopf bedeckenden Löckchenmasse. Statt des Langsscheitels wird jetzt ein Querscheitel, von Ohr zu Ohr, übers Haupt gelegt, vor diesem die Haare gestutzt und gelockt, zur Zeit Vorlage:RE siehe auch zuweilen in Stufen gebrannt, z. B. an dem Frauenkopf der Florentiner Uffizien, Vorlage:SperrSchrift III 46. Indem nun vor dem Querscheitel die Löckchen immer höher aufeinander sich bauten und allmählich ein hohes Toupet bildeten, entstand die charakteristische Tracht der flavischen Periode.
An den früheren Bildnissen der Iulia Titi und Domitia ist das Löckchentoupet verhältnismäßig niedrig und tritt nur wenig über die Kontur des Kopfes hinaus, an den späteren Münzbildnissen der Iulia, die zwischen 81–90 datiert sind, ebenso an den späteren Darstellungen der Domitia sehen wir das Löckchentoupet bedeutend, manchmal ums Doppelte erhöht, sodaß seine Höhe der halben Höhe des Antlitzes gleichkommt. Dies ist der orbis comarum des Martial II 66; hierauf beziehen sich auch die Verse des Papinius Vorlage:RE siehe: Celsae procul adspice honores Suggestumque comae (Silv. I 113ff.). Ausdrücklich ist hier von Haaren die Rede, aus welchen die Damen den hochgetürmten Bau über ihrer Stirn errichteten, nicht gebrauchten sie dazu Metall, wie vermutet worden ist, indes ist auch auf sämtlichen Darstellungen, seien es Münzen, Gemmen, Skulpturen, der Charakter der Haare stets mehr oder weniger deutlich gewahrt. – Für diejenigen Bildnisse, an denen das Löckchentoupet zu noch größerer Höhe als bei Domitia sich erhebt, ergeben sich aus den Porträts der kaiserlichen Frauen selbst keine Analogien, sie gehören in die Zeit Vorlage:RE siehe. Daß unter Vorlage:RE siehe neben anderen Trachten auch der flavische Löckchenwulst fortbestand, beweist die Frisur der camilli auf den Reliefstreifen zwischen den Säulenkapitellen des Triumphbogens zu Benevent, der 114 n. Chr. errichtet wurde (Vorlage:SperrSchrift Österr. Jahresh. IX 124. Vorlage:SperrSchrift Rom. Sculpt. 223). Indes nimmt das Toupet statt der runden eine mehr schildförmige Gestalt an. Besonders schöne Beispiele sind: Die sitzende Frau zu Chatsworth House (Vorlage:SperrSchrift Journ. hell. stud. 1901, 221 Taf. 15. Vorlage:SperrSchrift 366 Taf. 115). Kopf 23 der Stanza degli imperatori des Kapitols ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 727f.), ein Matronenbildnis zu Wien (v. Vorlage:SperrSchrift Beschreibg. d. antik. Skulpt. d. K. K. Sammlung zu Wien Taf. 29). Auch andere künstlichere Formen des Löckchentoupets gehören in die Spätzeit des flavischen Frisurentypus und leiten zu den traianisch-hadrianischen Typen über: Das Toupet ist zum Teil aus Löckchen, zum Teil aus strahlig auseinander gebreiteten Haaren gebildet (so an der ,Iulia Titi‘ der Kopenhagener Glyptothek 662, welche mit deren sicheren Bildnissen keine Ähnlichkeit besitzt), oder statt der kleinen Löckchen türmen sich große Spiralen und Schnecken auf, so an den Köpfen 665 und 666 der Kopenhagener Glyptothek.
Das Bild der Mode unter Traian zeigt sich uns als ein überaus mannigfaltiges, doch ist den meisten Trachten das gemeinsam, daß sie über dem Antlitz einen hohen, möglichst kunstvollen Vorlage:Seite Aufbau errichten. An dem jugendlichen Bildnis der Plotina in der Münchener Glyptothek (Vorlage:SperrSchrift II 2 Taf. 30) ist dieser Aufbau gebildet durch zwei übereinander aufsteigende Reihen großer Spiralen oder Voluten, gegen die Stirne ist er abgegrenzt durch einen bandartigen Saum kurzgeschnittener Haare, über dem Nacken liegt die Zopfschleife. Später trug Plotina – mindestens vom Jahre 112 an, dem ihre frühesten Münzen angehören – die Haare zu einem großen Wulste strahlenförmig ausgebreitet. Diese Tracht treffen wir auf zahlreichen Privatbildnissen, die also in die zweite Hälfte der Regierungszeit Traians anzusetzen sind, z. B. an der ,Eleerin‘, gefunden in Olympia (Ausgrabungen III 260 Taf. 64, 4. 5). Der gleichen Zeit gehört auch die Tracht der Marciana, deren Porträt der Konservatorenpalast bewahrt ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 744f.). Über dem die Stirne abgrenzenden Löckchensaume erhebt sich ein förmlicher Strahlenkranz von aufrecht stehenden hohen Haarrollen; hinter diesem sind die Haare in Flechten gedreht und diese zu einem das ganze Hinterhaupt bedeckenden turbanartigen Nest zusammengewunden. Im Jahr 112 und wahrscheinlich bis zu ihrem Tode (114) trug Marciana über dem Stirnsaum eine doppelte Reihe von Haarbögen, wie ihre Münzen bekunden. Diese Tracht kennzeichnet auch die ,Marciana‘ des Museo nazionale zu Neapel (Vorlage:SperrSchrift II 2 Taf. 32), indes erscheint die Deutung mindestens unsicher. – Den doppelten Stockwerkbau über der Stirne zeigt auch Vorlage:RE siehe, die Mutter der Sabina, auf ihren Münzen, die nach 114 geprägt sind (sie selbst starb noch vor 119), und im Marmorbild des Louvre (Vorlage:SperrSchrift II 2 Taf. 34). Der Aufsatz ist gebildet durch zwei halbmondförmige Haartouren, aus ineinander gewobenen Flechten. Um das Hinterhaupt schlingt sich wieder der Flechtenturban. – Diesen doppelten Stockwerkbau der Frisuren trifft der Spott Iuvenals: Tot premit ordinibus, tot adhuc compagibus altum Aedificat caput ... (sat. VI 502f.).
Noch zwei andere Frisuren überliefern uns die camilli des Beneventer Triumphbogens als modische Trachten des Jahres 114. Wir sehen einmal das Haar gescheitelt und ums Angesicht in tiefe regelmäßige Wellen gebrannt, eine Frisur, welche uns auch die Tochter der sitzenden Frau von Chatsworth House zeigt, die wir ferner an dem Porträt aus dem Grabe der Haterier im Lateranischen Museum ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 748. Vorlage:SperrSchrift Römische Grabaltäre 25) und an einer Menge anderer Privatbildnisse treffen. Dabei ist jedoch zu bemerken, daß für die traianisch-hadrianische Zeit vor allem das runde Flechtennest charakteristisch ist, die Ondolation tritt auch in andern Perioden auf. Sodann zeigen uns einige der camilli ein doppeltes Haardiadem, bestehend aus kurzen, bogenförmigen Haarlocken. Diese letztere Tracht, die sich also frühestens 114 nachweisen läßt, setzt sich unter der Regierung Hadrians fort und erscheint noch auf einer alexandrinischen Münze der Sabina aus dem Jahre 133. Für die Privatbildnisse, die diesen doppelten Haarstreifen tragen, ergeben sich also ziemlich weite zeitliche Grenzen, als Beispiel sei 342 der Münchener Glyptothek genannt, an einigen Porträts erhebt Vorlage:Seite sich über den beiden Haarstreifen noch ein dritter, so am Kopf 261 des Museo Chiaramonti.
Sabina selbst hat gleichzeitig mit dieser noch andere Frisuren getragen. Auf Münzen, die frühestens 128 geprägt sind, sehen wir die gescheitelten Haare leicht gewellt zurückgestrichen, um den Wirbel zu einem runden Nest lose zusammengewunden, was auch die Tracht des in vielen Exemplaren erhaltenen Porträttypus ist (Vorlage:SperrSchrift II 2 128). Andere Darstellungen zeigen die Haare über der Stirn ein wenig aufgesträubt, dann zum Nacken gezogen und über demselben zu einem von der claudischen Zopfschleife wohl zu unterscheidenden Haarsack oder Chignon aufgenommen. Endlich sind die Haare auf anderen Bildnissen in einem großen Flechtenkranz oder Turban ums Haupt geschlungen. Die überaus große Zahl privater Bildnisse, welche gerade durch diese letztere Frisur charakterisiert sind – beispielsweise seien erwähnt die Sancia Vorlage:RE siehe zu Kopenhagen (Vorlage:SperrSchrift 215 Fig. 174), die sog. ältere ,Agrippina‘ im Kapitolinischen Museum (Vorlage:SperrSchrift II 1, 245 Fig. 44) – beweist, daß der Flechtenturban die meist verbreitete und allgemeinste Mode wenigstens der späteren Periode Hadrians war.
Da die ältere Faustina bereits im dritten Jahre der Regierung ihres Gemahls starb (Vorlage:SperrSchrift Herm. VIII 204), spiegelt ihre Tracht die weitere Entwicklung der Haartracht in den Jahren 138–141 wider. An der Statue aus Olympia (Ausgrabungen III Taf. 67, 1. 69, 3. 4) ist das Haupt noch von einem sehr weiten Flechtenturban in der Art der letzten Frisur Sabinas bekrönt; an allen anderen Bildnissen Faustinas aber erscheint der Turban zu einem kleinen länglichen Ringe zusammengezogen, welcher gerade auf der Scheitelhöhe des Kopfes sitzt. Auf sämtlichen Münzen und Skulpturen, z. B. dem Relief der Antoninus-Säule im Giardino della pigna trägt Faustina diesen Flechtenring auf dem Haupte. Darnach können die zahlreichen Privatbildnisse, welche diese Frisur charakterisiert, zeitlich genau bestimmt werden. Über die Weiterentwicklung der Frisur geben uns die frühesten Porträts der jüngeren Faustina Kunde; ein solches besitzen wir in der zu Olympia ausgegrabenen Statue (Ausgrabungen III Taf. 68, 1. 69, 5) sowie auf den im Jahr 146 geprägten Münzen (Num. Ztschr. XI 227). Hier ist das Flechtennest am Wirbel des Kopfes festgesteckt, sonst ist die Frisur die gleiche wie die der älteren Faustina. Ferner wird diese Frisur überliefert durch die Münzen der Domitia Lucilla, Marc Aurels Mutter, die sicher vor 160 gehören, und die Frauenbildnisse des Alcestis-Sarkophages, Mus. Chiaram. 79, welcher im ersten Jahrzehnt der Regierung Marc Aurels verfertigt worden ist. Privatbildnisse mit einer Tracht, die jener ersten der jüngeren Faustina entspricht, sind also innerhalb der ungefähren Grenzen 145–165 anzusetzen; als Beispiele seien erwähnt der prächtige Porträtkopf des Lateranischen Museums, [[Otto Benndorf|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 88 ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 175f.), eine Statue im Prado zu Madrid ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 758).
Die Weiterbildung der H. läßt sich an den Bildnissen der Kaiserin Faustina, der Lucilla und Crispina genau verfolgen. Zunächst rückt das Vorlage:Seite runde Flechtennest vom Wirbel noch weiter herab bis oberhalb des Nackens und wandelt sich zu einem dicken Knaufe, die Scheitelung bleibt bestehen. Das Vorderhaar ist meist in tiefe, regelmäßige Wellen gebrannt oder fällt in schlichter Masse zum Nacken. Dies ist die Frisur des in einer Reihe von Exemplaren erhaltenen Porträttypus der jüngeren Faustina, wie 609 des Thermenmuseums ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 756f., im Louvre Vorlage:SperrSchrift II 2 Taf. 57) u. a. Nach Ausweis der Münzen hat Faustina diese Frisur in den J. 162–166 getragen. Gegen Ende des Jahrzehnts ändert sich die Tracht in geringen Zügen: das Vorderhaar bildet einzelne Strähnen, die kunstvoll ineinander verschlungen sind. Dies ist die Tracht der Lucilla auf ihren Münzen aus den J. 164–169 wie am Kolossalkopf aus Karthago im Louvre (Vorlage:SperrSchrift II 2 Taf. 60). Auch Faustina nahm die Frisur an und trug sie noch im J. 174, wie die Münze mit der Aufschrift mater castrorum beweist ([[Henry Cohen|Vorlage:SperrSchrift]] III 149); aus diesen Einzelsträhnen bildete man endlich kunstvoll S-Bögen, die uns ein Münzbildnis Faustinas aus dem J. 177 zeigt.
Das Bestreben, um Stirn und Schläfen die Haare besonders künstlich zu bilden, führt zu weiteren Formen. Bei Crispina, die im J. 177 Commodus vermählt wurde, sehen wir die vordere Partie gerade nach aufwärts gekämmt, sowohl auf den Münzen wie dem ,Vorlage:RE siehe‘ genannten Kopf im Louvre, der niemand anders als Crispina darstellt (Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift Iconogr. rom. pl. 45; vgl. Vorlage:SperrSchrift II 2, 246). Auch das Flechtennest im Nacken ändert sich: es vergrößert seinen Umfang, wird aber so flach, daß es sich ganz dem Hinterhaupt anschmiegt. Nach den Münzen hat Crispina diese Frisur noch im J. 182 getragen. Niemals aber tritt uns Crispina mit der Tracht entgegen, die durch die zierlichen S-Bögen um Stirn und Schläfen charakterisiert ist. In späteren Jahren zeigt sich uns Crispina mit ganz schlicht, fast straff zum Hinterhaupt genommenem Haupthaar, das zu einem großen und flachen, das ganze Hinterhaupt bedeckenden Nest zusammengesteckt ist. Genau diese Frisur treffen wir aber auch auf den Münzen der Titiana aus dem J. 193, es muß die zuletzt geschilderte Tracht unter der ganzen Regierungszeit des Commodus die herrschende Mode gewesen sein. Ein besonders schönes Beispiel dieser Tracht bietet Kopf 725 der Kopenhagener Glyptothek ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 565), vielleicht ein Bildnis der Titiana selbst (?). Ebenso ist diese Tracht charakteristisch für Manlia Scantilla und Didia Clara. Die Haartracht, nicht aber die Züge der letzteren trägt Kopf 717 der Kopenhagener Glyptothek ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 567f.).
Welche Änderung an dieser Frisur in den ersten J. des Vorlage:RE siehe eintritt, bekunden die frühesten Münzen der Iulia Domna (mit der Aufschrift Iulia Domna Augusta). Die vom Scheitel in üppiger Fülle herabflutende Haarmasse ist jetzt in tiefe künstliche Wellen gebrannt, sonst bleibt die Frisur durchaus die gleiche. Sie ist uns noch für das J. 204 bezeugt durch das Porträt der Iulia auf dem Bogen der Argentarii zu Rom, welcher im J. 204 erbaut wurde (CIL VI 1035).[1] Noch weiter führen die griechisch-kleinasiatischen Münzen, welche noch für das J. 206/207 Vorlage:Seite dieselbe Tracht Iulias zeigen (so [[:w:William Henry Waddington|Vorlage:SperrSchrift]] Rec. gén. pl. V 16), wie ja diese Frisur auch an den zahlreichen sicheren Marmorbildnissen typisch ist (so zu Wien, v. Vorlage:SperrSchrift und [[Friedrich von Kenner|Vorlage:SperrSchrift]] Taf. 29, 143, Kopenhagen 724, im Louvre cat. somm. 1104. 1107. 1109 u. a.). Für die Privatbildnisse mit dieser Tracht – hier wären z. B. Gall. lapid. 2, Giardino della pigna 189, Lateran. Museum B.-S. 47 zu nennen – ergeben sich also als zeitliche Grenzen, bis zu welcher diese Tracht nachzuweisen ist, die J. 193–207.
Dies ist für die alleinige Herrschaft einer Mode eine ziemlich lange Zeit; darum ist es nur natürlich, wenn eine neue Frisur der alten am Ende die Herrschaft streitig macht. Das ist die Tracht der Plautilla Augusta, auf den 202–205 geprägten Münzen [hier sei bemerkt, daß die ,Melonenfrisur‘, die man auf einigen Münzen Plautillas sieht, niemals eine römische Modefrisur, sondern eine (spät-) griechische ist, mit der man zu Rom Kinder oder Mädchen in sehr jugendlichem Alter zierte]. Das Haar ist an den genannten Münzbildnissen der Plautilla in Scheitel gelegt, welche den Schläfen parallel laufen. Am Hinterhaupt ist es in ein großes flaches Nest zusammengeflochten, dies ist aber nicht mehr der große, bis zum Wirbel aufsteigende Haarschopf der Iulia Domna, sondern schmiegt sich ganz und gar der unteren Biegung des Schädels an. Auf vielen Münzen sehen wir das Geflecht noch weiter herabrücken und über dem Nacken der Hauptmasse des Haares gänzlich eingefügt, sodaß es gar nicht aus der Kontur des Kopfes tritt. Die Masse des Haares, welche die Ohren gänzlich bedeckt, ist über dem Nacken in Form eines Helmnackenschirmes zurück und aufwärts gebogen. So ist die Form erreicht, die nunmehr für das ganze dritte Jahrhundert charakteristisch bleiben soll. Diese Tracht wird mehr und mehr Mode und verdrängt die ,altmodische‘ Tracht, die bisher Iulia Domna getragen. Auch die Kaiserin selbst ging zur neuen Mode über; an der prächtigen Büste 354 der Münchener Glyptothek (Vorlage:SperrSchrift II 3, Taf. 19), gewiß niemand anders als Iulia Domna selbst, läßt sich der Übergang von der alten zur neuen Frisur beobachten, da hier die Wellenperücke tief nach abwärts, bis fast zu den Schultern fällt, andererseits die Haare am Hinterkopf noch bis zum Wirbel aufgenommen sind. Auf allen späteren Münzen – mit der Aufschrift Iulia Pia Felix Augusta – hat sich Iulia ganz und gar der neuen Mode zugewandt, so auch in dem Porträttypus C. Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift pl. 49, 8 (Vorlage:SperrSchrift II 3 44). Da sehen wir die tief herabwallende, ondolierte Haarmasse, welche die Ohren gänzlich bedeckt, die ,Helmnackenklappe‘ und darin eingeflochten das schneckenförmige Nest. Dies ist also die herrschende Mode unter Caracalla, auf Grund der Münzen bis 217 nachweisbar. Viele Privatporträts, meist Iulia Domna ohne genauere Prüfung bezeichnet, sind durch diese Tracht charakterisiert (so z. B. das prächtige Matronenbildnis zu Dresden, Augusteum 140). Ein literarisches Echo findet die Frisur in der Schrift Tertullians de cultu feminarum VII 2: affigitis praeterea nescio quas enormitates subtilium atque textilium capillamentorum, nunc in galeri Vorlage:Seite modum quasi vaginam capitis et operculum verticis, nun in cervicem retro suggestum. Das runde Geflecht im Nacken, zu welchem das natürliche Haar in der Regel wohl nicht mehr ausreichte, vergleicht er mit Brotwecken (vos vero additis colluras quasdam) oder Schildbukeln (aut scuti umbilicos). Insbesondere findet der Brauch der römischen Damen, zu jener ungeheuerlichen Haartracht fremdes Haar zu Hilfe zu nehmen oder das eigene zu färben, Tertullians schärfsten Tadel (video quasdam capillum croco vertere). Vor allem möchte das Blondhaar der Germaninnen zur Perücke willkommen gewesen sein; die Spuren rötlicher Farbe, die sich an der Iulia Domna zu Wien erhalten haben, zeigen, daß wir uns die Wellenperücke in leuchtendem Blond vorstellen müssen (vgl. Vorlage:SperrSchrift Plotina 193ff.; Vorlage:SperrSchrift Über den Gebrauch der falschen Haare und Perücken, Berlin 1801).
Es ist naturgemäß, wenn auf diese seltsame Mode eine Reaktion erfolgte. In den nächsten Jahren nach Iulias Tode werden, wie uns die Bildnisse der Maesa und ihrer Tochter Soaemias zeigen, die gescheitelten Haare glatt an den Schädel angelegt und straff zum Nacken gezogen, wobei die Ohren bald frei, bald bedeckt sind; über dem Nacken werden die Haare in der gewohnten Form aufgebogen, und in die Biegung wird wiederum das schneckenförmige Geflecht eingefügt. Dies ist die charakteristische Tracht der Frauen Vorlage:RE siehe und muß die Mode ca. 218–225 gewesen sein. In diese Zeit gehören also auch die Privatbildnisse, welche durch sie gekennzeichnet sind, so die Köpfe 732 und 733 der Kopenhagener Glyptothek, so die Porträt-Vorlage:RE siehe auf dem Sarkophag des Lateran. Mus. (B.-S. 41. [[Carl Robert|Vorlage:SperrSchrift]] Die antiken Sarkophag-Reliefs III 1, 22 Taf. 5, 21), zu Dresden die sog. ,Mamaea‘, Augusteum III Taf. 146, 1.
Auch Iulia Mamaea trug noch in den ersten Jahren der Regierung ihres Sohnes Alexander Severus diese einfache Form, wie uns eine alexandrinische Münze des J. 224 beweist. Dann aber kam es wiederum in Mode, das Haar in tiefe, parallele, quer laufende Wellen zu legen. Die Scheitelung, die Form des Helmnackenschirms, das schneckenförmige über dem Nacken eingefügte Geflecht, all dies bleibt bestehen, nur die Ohren sind frei gelassen – dies ist der einzige Unterschied gegenüber der sonst völlig gleichen Tracht Iulia Domnas in ihrem späteren Alter. Bereits auf den Münzen des J. 226 tritt uns Mamaea mit dieser Tracht entgegen (Vorlage:SperrSchrift Rec. gén. pl. 16, 6), und es bleibt von nun an die Frisur unverändert die ganze Regierungszeit des Alexander Severus und der Mamaea hindurch. Denn unterschiedlos auf sämtlichen Münzen und den – sehr zahlreichen – Marmorporträts (über diese letzteren s. Vorlage:SperrSchrift II 3, 109ff.; manche Privatbildnisse mit Mamaeas Frisur tragen mit Unrecht ihren Namen, so 742 und 743 zu Kopenhagen, 583 des Mus. Torlonia) erscheint Iulia Mamaea mit dieser Tracht, ebenso Orbiana, ihre Schwiegertochter, auf ihren Münzen und der mit Recht auf sie bezogenen Büste des Louvre, cat somm. 1054 (Vorlage:SperrSchrift II 3 Taf. 31). Demnach hat diese Mode mindestens ca. 226–235 geherrscht. Indes ist ihre Dauer nicht auf diese Vorlage:Seite Zeit beschränkt, wenn auch bald eine neue Frisur ihr die alleinige Herrschaft streitig macht. Tranquillina, Gordians III. Gattin, hat nach dem Zeugnis der Münzen neben der neuen Tracht auch die Mamaeas getragen, ferner begegnen uns Otacilia Severa, Herennia Etruscilla, Salonina und endlich Zenobia auf ihren sämtlichen Münzen mit dieser Frisur, die seit Mamaea völlig unverändert bleibt. Sie ist also nach Mamaeas Tode noch bis 271 nachweisbar. Für die privaten Bildnisse ergeben sich also sehr weite Grenzen. Als Beispiel sei hier nur der berühmte Porträtkopf der Penthesilea auf dem Sarkophag des Belvedere genannt (Vorlage:SperrSchrift II 1, 113, Taf. 39).
Neben der Tracht Mamaeas kam unter Gordian III. eine neue Mode auf, welche sich in einem ganz charakteristischen Zuge von der bisherigen, deren Formen sie sonst durchweg beibehält, unterscheidet. Vom Nacken sind jetzt die Haare, die bisher die eingeflochtene Vorlage:RE siehe bildeten, in einem breiten Flechtenbande oder einem dicken Zopf vornüber zur Scheitelhöhe des Kopfes gezogen und dort festgesteckt. Daß Tranquillina, die im J. 240 Gordians III. Gemahlin wurde, bereits im ersten Jahr ihrer Kaiserwürde diese Frisur trug, bezeugt eine Münze aus Amisus (Vorlage:SperrSchrift pl. X 18), die gleiche Tracht zeigt der mit Sicherheit auf Tranquillina zu deutende Porträttypus (Vorlage:SperrSchrift II 3, 138ff.). Auch in der folgenden Zeit, unter der Regierung des Vorlage:RE siehe, bleibt diese Frisur, wie die Münzen und das Marmorbildnis der Otacilia Severa in der Münchener Glyptothek 356 (Vorlage:SperrSchrift II 3 Taf. 44. [[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Katalog, [[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 569) bekunden, Mode und bleibt unverändert in der Zeit der Herennia Etruscilla, der Cornelia Supera, die im J. 253 mit Aemilian die kurze Zeit der Kaiserwürde teilte – erstere trägt nur die Vorderhaare glatt dem Schädel angelegt – und endlich der Salonina. So ist ihre Fortdauer auch unter Valerian und Gallien verbürgt. In den späteren Jahren der Regierung Galliens pflegte man das Flechtenband weiter, bis zur Stirne vor, zu legen, wie eine Münze aus dieser Periode bezeugt (Vorlage:SperrSchrift V 490, 1). In der folgenden Zeit verschwindet die Ondolierung des Vorderhaares, das Flechtenband bleibt zur Stirne vorgelegt. Dies bezeugen die Münzen der Severina, die 270–275 mit Aurelian den Purpur trug. Die Münzen der Galeria Valeria, Galerians Gemahlin, die nach 318 geprägt sind (vgl. Vorlage:SperrSchrift Rev. num. 1905, 181f., Taf. 4), verbürgen die gleiche Tracht noch für die J. 308–311.
Ein Teil der Münzen Galerias zeigt indes am Bilde dieser Tracht eine geringfügige Änderung, welche für die Folgezeit beharren sollte: Eine vordere Partie ist um Stirn und Schläfen besonders kunstvoll ondoliert und nur bis zu dieser Partie ist das Flechtenband vorgelegt. Das ist die Frisur der Fausta, Constantins Gattin, und der Flavia Helena Augusta, ist also für die J. 308/11–324/328 erwiesen. Bis in diese Zeit bleibt also ungefähr vom J. 240 an ein charakteristischer Zug der Haartracht bestehen. Das vom Nacken zur Höhe des Kopfes gezogene und dem Kopfe glatt angelegte Flechtenband (Scheitelzopf). Die Veränderungen, welche sich uns in den Einzelheiten Vorlage:Seite des Typus ergaben, liefern Stützpunkte, die privaten Bildnisse genauer zu bestimmen. So gehört z. B. der früheren Periode des Typus das Porträt der Blaera Vitalis im Louvre an (Cat. somm. 350; abgeb. Vorlage:SperrSchrift-[[Gustav Friedrich Hertzberg|Vorlage:SperrSchrift]] Gesch. der Röm. Kaiserzeit III 371); bis zur Stirne vorgeschoben ist das Flechtenband bei 355 der Münchener Glyptothek, am Grabrelief der Dichterin im Giardino della pigna 208; dem letzten Stadium des Typus begegnen wir auf dem Gemmenbildnis einer christlichen Familie (Vorlage:SperrSchrift AG I Taf. 48, 32).
Aber auch diesmal – unter Constantinus – treffen wir neben der alten eine neue Tracht, die jener die Herrschaft streitig macht und sie endlich verdrängt. Ein Teil der Münzen der Helena Augusta zeigt Stirne und Schläfen zunächst umzogen von den regelmäßigen Wellen des gescheitelten Haares, über dem Nacken ist das Haar in der alten Form aufgebogen, von da legt es sich in einer wulstigen Flechte wie ein Vorlage:RE siehe ums ganze Haupt rings herum. Daß der durch diese Tracht charakterisierte Kopf 773 der Kopenhagener Glyptothek ([[Wilhelm Arndt|Vorlage:SperrSchrift]]-Vorlage:SperrSchrift 58) Helena selbst darstellt, ist nicht unwahrscheinlich, wenn auch immerhin fraglich. Unter dem Flechtenkranz ziehen sich kleine Löckchen ums Angesicht. Diese Tracht ist also für die J. 324–328 nachweisbar. Daß sie eine allgemein verbreitete war, ergibt sich aus der verhältnismäßig großen Zahl privater Bildnisse, welche sie tragen, beispielsweise seien erwähnt: 552 und 762 der Kopenhagener und 361 der Münchener Glyptothek, 175 der K. Sammlung zu Berlin, das Bild auf dem christlichen Sarkophag aus den Katakomben von Syrakus, Gaz. arch. 1877, 157 Taf. 25.
Endlich wird uns aus der Zeit Constantins eine weitere höchst einfache Frisur überliefert auf den Münzen der Fausta und Helena Crispi. Das gescheitelte und schlicht gewellte Haar ist über dem Nacken zu einem kleinen runden Knauf zusammengeflochten, ganz in der Art der jüngeren Faustina. Stil und Ausführung lassen gewiß untrüglich erkennen, welcher der beiden Perioden Bildnisse mit dieser einfachen Tracht angehören. Vorlage:SperrSchrift Die weiblichen Haartrachten im 1. Jhdt. der römischen Kaiserzeit, München 1909.
Daß auch bei den Vorlage:SperrSchrift Sorgfalt und Kunst auf die Pflege des Haupthaars verwendet wurde, läßt sich schon aus der Sitte, unbedeckten Hauptes zu gehen, schließen. Varro d. r. r. II 11, 10 überliefert, daß die Römer bis zum J. 454 d. St. langes Haupthaar – ebenso wie lange Bärte – getragen haben. Indes mag diese Sitte nicht so plötzlich und allgemein verschwunden sein. Wird doch von dem älteren Scipio erzählt, wie die lang herabwallende Mähne (promissa caesaries, Liv. XXVIII 35. Vorlage:RE siehe VIII 561) zur Pracht seiner äußeren Erscheinung beigetragen habe (die Frage über das Bild des Scipio ist durch die Untersuchungen von Vorlage:SperrSchrift American Journ. 1905, 11ff. Vorlage:SperrSchrift Berliner philol. Wochenschr. 1907, 599 in eine neue Phase getreten; der glatzköpfige Typus kann darnach nicht mehr in Frage kommen). Vorlage:RE siehe Censorius dagegen, der wie den Bart so die Haare nicht zu stutzen pflegte (intonsus, Hor. od. II 15, 11), ebenso später Marius (Plut. Mar. 41. Appian bell. civ. I 67) Vorlage:Seite scheinen sich in auffallenden schroffen Gegensatz zur herrschenden allgemeinen Mode der kurz gestutzten Haare gestellt zu haben.
Die H. in den letzten Jahrzehnten der Republik ist uns durch gleichzeitig oder annähernd gleichzeitig entstandene Bildnisse, die sich zeitlich zum Teil genau bestimmen lassen, wohl bekannt. Eine Münze Sullas, im J. 59 von seinem Enkel geprägt (Vorlage:SperrSchrift R. Ikon. II Münztaf. 23 bis 25) zeigt uns den Feldherrn mit kurzem, schlichtem, nach vorn gekämmtem Haupthaar. Das Bildnis des Hortensius (Herme der Vorlage:RE siehe Albani) und das in verschiedenen Exemplaren erhaltene, nach verschiedenen Typen gearbeitete Porträt des Cicero, die früheren Münzbildnisse des Vorlage:RE siehe und des Caesar zeigen sämtlich die gleiche charakteristische H.: Vom Hinterhaupte wie vom Wirbel des Kopfes ist das kurz geschnittene glatt anliegende Haar in wirren Büscheln, ohne irgend welche künstliche Anordnung, nach vorne zu Stirn und Schläfen gezogen. Nach dieser Tracht gehören also z. B. das sog. Bild des Pompeius im Pal. Vorlage:RE siehe zu Rom, ebenso die von Vorlage:SperrSchrift R. Ikon. I Taf. 8 und 9 dargestellten Bildnisse sicher in die Zeit des Pompeius, ihre Identität ist natürlich damit nicht erwiesen. Das nämliche gilt von den vielen mit größerer oder geringerer Wahrscheinlichkeit auf Caesar bezogenen Köpfen. Daß aber zu Caesars Zeit bereits auch künstlichere und sorgfältigere Frisuren zu sehen waren, beweist schon seine Äußerung, daß er nicht die fetten und schön frisierten Leute fürchte (Vorlage:Polytonisch, Plut. Ant. 11; Brut. 8). Wie wir uns diese künstliche, gefällige Frisur, welche gewiß die jüngere Generation mit Vorliebe tragen mochte, vorstellen müssen, das zeigen uns gerade einige Münzen Caesars selbst, noch deutlicher eine Münze, welche die Köpfe des Pompeius und seines Sohnes Sextus einander gegenüber zur Darstellung bringt, geprägt ums J. 36 v. Chr. (Vorlage:SperrSchrift Méd. cons. 34. Vorlage:SperrSchrift R. Ikon. I Münztaf. II 47. 48). Die Haarbüschel sind ganz gleichmäßig gestutzt, ihre Spitzen zu Reihen, die regelmäßig aufeinander folgen, geordnet; das gesamte Haar liegt glatt dem Schädel an. Auch Caesar folgte, nach Ausweis der Münzen, dieser Mode und mußte, da man bei ihm eine gewisse Absicht vermutete, den bekannten Spott über sich ergehen lassen. Besonders schön und charakteristisch zeigt sich die Frisur auf der durch die Inschrift bezeichneten Büste des Sallust in Petersburg (Vorlage:SperrSchrift R. I. I. 202). Deutlich und scharf ausgeprägt erblicken wir sie ferner auf sämtlichen Münzen des M. Antonius, und durchweg sind durch sie die Bildnisse des Octavianus Augustus charakterisiert. Als Beispiel sei nur die jugendliche Büste im Mus. Chiaramonti (Vorlage:SperrSchrift R. I. II. 1, Taf. 2) genannt. Demnach ist das militärisch kurz geschnittene Haar, nach vorn gestrichen und in Reihen von Büscheln wohl geordnet, die modische Frisur in der Zeit der ausgehenden Republik und des beginnenden Imperiums.
Erinnern wir uns, daß während der Regierung des Augustus die Damen begannen, um Stirne und Schläfen die Haare zu stutzen, zu kräuseln und zu zierlichem Löckchenkranz ums Angesicht zu ordnen, so werden wir uns nicht wundern, wenn wir eine diesem Entwicklungsgang entsprechende Vorlage:Seite Weiterbildung der Frisur auch bei den Männern finden. Wenn bei Augustus noch manchmal durch wirre Büschel die Reihen unterbrochen werden, wenn die Haare über der Stirne sich zerteilen, so ist bei Vorlage:RE siehe und Claudius sorgfältig und genau die Reihenfolge der Haarbüschel festgehalten, über der Stirne der kunstvolle Kranz kurzer, gerade in die Stirne hereingekämmter Löckchen oder Fransen geschlossen, sorgfältig sind deren Spitzen gedreht.
Besonders deutlich wird diese Entwicklung der H. an dem Relief in San Vitale zu Vorlage:RE siehe (,Familie des Augustus‘, s. o.), wo sich der Vergleich der Frisur des Tiberius mit jener des Augustus bietet; die Tracht des Claudius zeigt besonders charakteristisch die Panzerstatue in der vatikanischen Rotunde (Vorlage:SperrSchrift II 1 Taf. 17). Und wie die Frauen jener Zeit den ,claudischen Zopf‘ über den Nacken fallen ließen, so zieht sich auch das Haupthaar an den Bildnissen der Männer – so auf sämtlichen Münzen des Vorlage:RE siehe Drusus, Vorlage:RE siehe, Caligula, Claudius – tief über den Nacken hinab, wo es gescheitelt und nach vorne gekämmt ist. Dieser letztere Zug, das Haar über dem Nacken zu scheiteln und nach vorne zu kämmen, bestand also seit den Zeiten der Republik unverändert fort.
Noch eine weitere Neuerung bekunden die Bildnisse des Claudius und zwar gleich die Münzen des ersten Jahres seiner Herrschaft: das Haar am Vorderkopf ist in leichte Wellen, die der Stirne parallel laufen, künstlich gebrannt (Vorlage:SperrSchrift I 164; Marmorkopf des Braunschweiger Museums, Vorlage:SperrSchrift II 1 Taf. 18), wie dies in ähnlicher Weise die Porträts der Frauen des Claudischen Geschlechtes beobachten ließen. Die Tracht im Zeitalter Vorlage:RE siehe ist die natürliche Weiterbildung oder Steigerung dieser Züge: tiefe, parallel zur Stirne laufende Ondolation des vom Wirbel nach vorne ziehenden, kurz geschnittenen Haupthaares, tief hinab wallendes gescheiteltes Nackenhaar, ein dichter Kranz künstlicher Locken ums Angesicht: das ist die charakteristische neronische Haartracht, die auf sämtlichen Bildnissen Neros die gleiche bleibt und, wie zahlreiche Privatbildnisse beweisen, die allgemeine Tracht des Zeitalters ist. Vorlage:RE siehe trägt sie in sämtlichen Darstellungen in außerordentlich charakteristischer Ausbildung. Daß häufig dazu Perücken und zwar mit Vorliebe blonde verwendet wurden, geht aus Vorlage:RE siehe 110 hervor. Suetons Tadel ist natürlich ungerechtfertigt, doch überliefert er den Namen der Frisur (Nero 51): Circa cultum habitumque adeo pudendus, ut comam semper in gradus formatam, peregrinatione Achaica etiam pone verticem summiserit. Daß auch in der flavischen Periode diese Mode fortbestand, geht aus der Bemerkung Quintilians inst. or, I 6, 44 hervor (comam in gradus frangere).
Indes kam unter den Flaviern eine andere Tracht in Schwung, welche das Spiegelbild der weiblichen Löckchentoupets jener Periode ist. Das Haar wird viel kürzer geschnitten und in zahllose kleine, zierliche Löckchen geringelt. Als Beispiele seien die Büste des Vorlage:RE siehe zu Neapel und der Kolossalkopf des Vorlage:RE siehe (ebd. Vorlage:SperrSchrift II 2 Taf. 7. 8. 10) genannt. Daß auch unter Vorlage:RE siehe und Vorlage:RE siehe das den ganzen Kopf bedeckende Vorlage:Seite Gewirr von Löckchen, die nur größer und buschiger werden, Modefrisur blieb, beweisen die sämtlich durch sie charakterisierten Bildnisse dieser Kaiser. Zu beachten ist, daß stets die Löckchenmasse dem Schädel eng anliegt; nahe dem Schädel mußten die Haare geschnitten, mit dem calamistrum gebrannt und jedenfalls durch reichliche Salbe festgehalten werden. Die Voraussetzung war natürlich dichter Haarwuchs; wie dem Mangel abgeholfen wurde, sagt uns Martial VI 57 und gibt uns auch den Namen der Frisur an: Mentiris fictos unguento Vorlage:RE siehe, capillos Et tegitur pictis sordida calva comis, Tonsorem capiti non est adhibere necesse: Radere te melius spongea, Phoebe, potest. Also auch aufgemalt konnten die kleinen Löckchen zur Not werden! In der Plastik wird das Löckchengekräusel vielfach durch zahlreiche Bohrlöcher wiedergegeben. Die Menge der durch sie charakterisierten Bildnisse beweist, daß die Tracht eine allgemeine und dauernde war. Sie ist auch sehr häufig an pompeianischen Wandgemälden zu beobachten, hier auch den Göttern verliehen; als Beispiel sei die Liebesszene zwischen Vorlage:RE siehe und Vorlage:RE siehe erwähnt (Mus. Borb. III 35, [[August Baumeister|Vorlage:SperrSchrift]] Denkmäler 623).
Die H. des traianischen Zeitalters bedeutet die Reaktion gegen dieses zierliche, allzu gekünstelte Löckchengekräusel. Vorlage:RE siehe ließ sein Haupthaar in langen Strähnen, ganz schlicht, zur Stirne fallen; über der Stirn sind die Strähnen sorgfältig gestutzt und die Enden gedreht und etwas geringelt. Dies ist Vorlage:RE siehe H. auf seinen sämtlichen Porträts und die zahlreicher Privatbildnisse z. B. der schönen Büste 561 im Mus. Chiaram. (Vorlage:SperrSchrift I Taf. 9. [[Walter Amelung|Vorlage:SperrSchrift]] Katalog). Auch diesmal gibt ein ganz unwesentliches Moment den Ausschlag für die weitere Entwicklung der Frisur: Die traianische Tracht läßt die Spitzen der in die Stirne fallenden Haarsträhne ein wenig sich nach aufwärts krümmen; diese oft kaum merkliche Aufbiegung wird allmählich gesteigert, und es entstehen über der Stirne große, mit sorgfältiger Kunst gebildete, schneckenförmige Rollen oder Locken, auch das Haupthaar selbst wird wieder in regelmäßige Wellen oder Stufen gebrannt. Die Höhe und Größe dieser Rollen über der Stirne geben der neuen Tracht ihr eigentümliches Gepräge und lassen sie deutlich von der claudischen Tracht unterscheiden. Dies ist die H. im Zeitalter des Hadrian, mit der uns der Kaiser selbst in seinen sämtlichen Bildnissen entgegentritt. Wiederum ist es eine ganz natürliche, man möchte sagen, logische Weiterentwicklung, welche diese Frisur nimmt, künstlicher, reicher sich gestaltend. Allmählich werden nicht nur die Haare ums Antlitz zu Rollen und Schnecken geformt, sondern diese nehmen auch vom Haupthaar wiederum Besitz, bis endlich den ganzen Schädel ein üppiges Gekräusel hoher, starker Haarrollen, Schnecken, Spiralen bedeckt, deren Höhe und Üppigkeit die neue Tracht von der im Prinzip ähnlichen flavischen aufs deutlichste unterscheidet. Diese Entwicklung hat die H. im Zeitalter des Antoninus Pius genommen, wie die sämtlichen Bildnisse des Kaisers selbst und des Aelius Verus bekunden. Noch dichter, mächtiger wird die Lockenfülle unter Marc Aurel und behält ihre Vorlage:Seite charakteristische Gestaltung, die in der Plastik durch starke Unterhöhlung und ausgiebige Anwendung des Bohrers dargestellt wird, während der ganzen Regierungszeit dieses Kaisers bei. Als Beispiel sei auf dessen Münzen und die kapitolinische Reiterstatue verwiesen. Daß die Frisur der überaus dichten Löckchenfülle schon die des ersten Jahrzehntes der Regierung Marc Aurels war, beweisen die Bildnisse des Lucius Verus, von dem auch überliefert ist, daß er seine Haare mit Goldstaub puderte; erwähnt seien ferner als genau datierte Privatbildnisse die Porträtköpfe des Alcestis-Sarkophages, der gleichfalls im ersten Jahrzehnt von Marc Aurels Regierung entstanden ist (Mus. Chiaram. 179, Katalog v. Vorlage:SperrSchrift). Unter Commodus bleibt die Tracht die gleiche, denn auf den frühesten wie den spätesten Münzen, ebenso an der höchst wahrscheinlich in den letzten Jahren seiner Regierung entstandenen Büste des Konservatorenpalastes (Vorlage:SperrSchrift II 2 Taf. 451) trägt Commodus das mächtige, in dichter Fülle die Stirne umziehende Lockengekräusel, das auch er nach Vorlage:RE siehe Comm. 17 mit Goldstaub puderte. An den Bildnissen des Pertinax und Didius Iulianus läßt sich keine Änderung beobachten, unter Vorlage:RE siehe besteht gleichfalls das Lockengekräusel fort mit dem einen charakteristischen Unterschied, daß man die Haare in spiralförmig gedrehten Locken weit in die Stirne hereinfallen ließ, sodaß sie – ein passendes Gegenstück zur Wellenperücke der Iulia Domna – in prunkvollem Kranz das Angesicht umzogen. So zeigt sich uns Septimius Severus auf dem Bogen der Argentarii zu Rom aus dem J. 204. Allmählich trat, wie auf die Wellenperücke der Frauen, eine Reaktion ein. Auf den jugendlichen Bildnissen des im J. 211 ermordeten Vorlage:RE siehe, welche die Frisur aus den letzten Jahren des Septimius Severus überliefern, sind die Haare wieder kurz zu Büscheln, die nur zum geringen Teil gelockt sind, gestutzt, auch Caracalla trägt zwar Löckchen, die über den ganzen Kopf sich kräuseln, doch ist das ganze Haar bedeutend zugestutzt; nur in der wulstigeren Form unterscheiden sich diese Löckchen von den flavischen.
Die Entwicklung führt dahin, daß das ganze Haar endlich so kurz geschnitten wird, daß der Schädel fast kahl erscheint, keinenfalls dessen Konturen durch die Haare und deren Frisur irgendwie beeinflußt werden. Während von Vorlage:RE siehe die Haare noch in kurzen Büscheln, wenn auch ganz schlicht, getragen werden, zeigen sämtliche Bildnisse des Alexander Severus die gesamten Haare ganz kurz am Schädel geschnitten, so z. B. die Kolossalstatue in Neapel und die Büste im Louvre (Vorlage:SperrSchrift II 3 Taf. 28, 30).
Da sämtliche Bildnisse der auf Alexander Severus folgenden Kaiser bis Vorlage:RE siehe das Haar in gleicher Weise ganz kurz geschnitten zeigen, muß diese H. eine allgemeine und bleibende gewesen sein, nachweisbar ist sie also bis ca. 260. Schon vorher aber hatte die Tracht begonnen, reicher wiederum und künstlicher sich zu gestalten: man ließ die Haare wieder länger wachsen, über der Stirne wurden sie gescheitelt und über den Schläfen zu zierlichen Löckchen geringelt. Diese Tracht ist die des Vorlage:RE siehe und läßt sich auf einer Münze desselben (Vorlage:SperrSchrift IV 488) schon für das Vorlage:Seite J. 256 nachweisen. Auf den Münzen des Postumus, welche die Mode der J. 258–267 überliefern, erscheint das Gelock beiderseits des Scheitels üppiger und reichlicher als bei Gallienus, dann tritt eine neue Mode auf und zwar zuerst auf den Münzen des Victorinus aus den J. 265–268. In langen schlichten Strähnen ist – der traianischen Mode ähnlich – das Haar gerade in die Stirne hereingekämmt, die Enden sind leicht gekrümmt; diesmal entwickelte sich die Tracht in der Weise weiter, daß die Strähnen zugestutzt wurden, sodaß sie geradlinig die Stirne oben begrenzten und in den Schläfen ein ganz charakteristisches scharfes Eck bildeten. Von diesem Eck umzogen die Haare in einem ununterbrochenen Bogen, mit dem Barte sich vereinend, das ganze Antlitz. Auf den Münzbildnissen sämtlicher Kaiser von Claudius Gothicus bis Constantinus ist dieser außerordentlich charakteristische Rahmen, den das zugestutzte Haupthaar mit dem Bart zusammen ums Angesicht bildet, dargestellt; als zeitliche Grenzen für die nachweisbare Herrschaft der Mode ergibt sich die Regierungszeit des Claudius Gothicus 268–270 einerseits, der Ausgang des Vorlage:RE siehe andererseits (323).
Daß in dieser langen Zeit eine neue H. aufkam, welche die alte endlich ablöste, ist natürlich. Die Münzen Constantins zeigen ausnahmslos das Haupthaar vom Wirbel in langen Strähnen zu Stirn und Schläfen vorgekämmt, und zwar ist es wiederum in tiefe Wellen gebrannt, um die Stirn sind die Enden zu einem Kranze zierlicher Locken eng gereiht (Kolossalbüste des Constantin zu Rom, Capitol, Petersen). Diese Tracht ist also der des Nero nicht unähnlich; wie hier Verwechslungen möglich sind, zeigt das Beispiel des Kopfes 417 der Münchener Glyptothek, den man für Otho hielt, während er einen der Söhne Konstantins darstellt ([[Adolf Furtwängler|Vorlage:SperrSchrift]] Glyptoth.). Indes läßt doch nie ein Kopf aus der Zeit Constantins das zierliche, feine Gekräusel der Haarbüschel, wie es für Nero charakteristisch ist, erkennen. Die H. bleibt bei den Söhnen Constantins wie Magnentius im wesentlichen die gleiche, an den Bildnissen des Iulianus Apostata wie des Vorlage:RE siehe, endlich den Münzbildnissen des Vorlage:RE siehe ist die Ondolation verschwunden; in langen Strähnen fallen die Haare vom Wirbel nach vorne und bilden um Stirne und Schläfen einen dichten, vollen Kranz mit ihren gleichmäßig zugestutzten Enden (Koloß des Theodosius (?) in Barletta ist durch diese Tracht charakterisiert, Vorlage:SperrSchrift II 3 Taf. 56). Vorlage:REAutor Vorlage:REDaten
- S. 2100 zum Art. Haartracht und Haarschmuck:
Haartracht der römischen Frau. Die Goldmünzen des J. Caesar aus dem J. 46/45 v. Chr. zeigen eine einfache griechische H.: [...] Vorlage:REAutor Vorlage:REDaten Haartracht und Haarschmuck
B. Rom. Haartracht der röm. Frau. S VI (90,36 lies: ›S. 2135‹). Vorlage:REAutor