RE:Eukleides 7
Vorlage:REDaten 7) Der Mathematiker. Abkürzungen einiger häufig zitierten Werke: Anarit. = Anaritii in decem libros priores elementorum Euclidis commentarii ex interpretatione Gherardi Cremonensis ed. M. Vorlage:SperrSchrift, Leipz. 1899. [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] = Vorlesungen über Geschichte der Mathematik von M. Vorlage:SperrSchrift Bd. I, 2. Aufl., Leipz. 1894. Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. I, II usw. = Euclidis opera omnia ed. J. L. Vorlage:SperrSchrift et H. Vorlage:SperrSchrift, Leipz. 1883–1896. Bd. V enthält die angeblichen Bücher XIV und XV der Elemente, die Vorlage:RE siehe, Prolegomena critica und Appendices, Leipz. 1898. Vorlage:SperrSchrift Stud. = Literargeschichtliche Studien über Euklid von J. L. Vorlage:SperrSchrift, Leipz. 1882. Vorlage:SperrSchrift II = Le scienze esatte nell' antica Grecia di G. Vorlage:SperrSchrift, libro II, Memorie della R. Accademia di Scienze, Lettere ed arti di Modena vol. XI serie 2 (1895), auch unter dem Titel: Il periodo aureo della Vorlage:RE siehe greca. Vorlage:SperrSchrift III = Le scienze esatte usw. vol. XII, serie 2 (1900), auch unter dem Titel: Il substrato matematico della Filosofia naturale dei Greci. [[Franz Susemihl|Vorlage:SperrSchrift]] = Geschichte der griech. Literatur in der Alexandrinerzeit von F. Vorlage:SperrSchrift I. Bd., Leipz. 1891. Vorlage:SperrSchrift Hist. = Histoire des mathématiques dans l’antiquité et le moyen age, traduite par J. Vorlage:SperrSchrift, revue et corrigée par l'auteur, Paris 1902. Die erste Bearbeitung war als ,Forelæsning over Mathematikens Historie‘ in Kopenhagen 1893, eine zweite Bearbeitung als ,Geschichte der Mathematik im Altertum und Mittelalter‘ ebd. 1896 erschienen.
1. Über die Epoche und Wirksamkeit des E. wissen wir nur wenig mehr, als was Vorlage:RE siehe im Kommentar zum ersten Buche der Elemente aus der Vorlage:Polytonisch des Vorlage:RE siehe entnommen hat. Diesem war bekannt, daß E. die Schriften der Schüler Vorlage:RE siehe, Eudoxos und Vorlage:RE siehe benutzt hat, sowie daß er von Archimedes erwähnt worden ist. Daraus hat entweder er selbst oder der von ihm benützte Autor, als welchen Vorlage:Seite wir Poseidonios mit einiger Wahrscheinlichkeit annehmen dürfen, den Schluß gezogen, daß die Blütezeit des E. unter die Regierung des ersten Ptolemaios (305–285) falle. Ein älterer Zeitgenosse des E., Autolykos von Pitane (s. d.), dessen Blütezeit um 310 v. Chr. anzusetzen ist, hat die Elemente des E. noch nicht benutzt, andererseits aber hat E. in seinen Phainomena auf den Schriften des Autolykos über die rotierende Kugel und über Auf- und Untergänge der Gestirne gefußt. Damit stimmt auch ein in der mathematischen Sammlung des Pappos überlieferter Bericht über das Verhältnis des E. zu Aristaios, dem Verfasser der Konika, wonach der letztere ebenfalls als ein älterer Zeitgenosse des E. erscheint (u. § 43). Hiernach mag als mittleres Jahr seiner Blütezeit 295 v. Chr. gesetzt werden, mit dem Hinzufügen, daß seine schriftstellerische Tätigkeit, nach den teils noch erhaltenen, teils verloren gegangenen Schriften zu schließen, auf eine lange Reihe von Jahren sich erstreckt haben muß. Daß er mit Ptolemaios I. in persönlichem Verkehr gestanden hat, zeigt die kleine Erzählung bei Geminos, daß der König einst gefragt habe, ob man die Geometrie nicht auf einem kürzeren Wege als durch die Elemente erlernen könne, worauf E. erwidert haben soll, daß es keinen für Könige besonders hergerichteten Pfad zu dieser Wissenschaft gibt. In seiner philosophischen Richtung schloß er sich dem Vorlage:RE siehe an und betätigte dies auch durch die Anlage seiner Elemente, deren Endziel, wie sich noch zeigen wird, die Darstellung der Vorlage:Polytonisch, d. i. der fünf regulären Polyeder, war. Der Ort seiner Wirksamkeit kann kein anderer als Alexandreia gewesen sein. Dort blühte auch seine Schule zu der Zeit, wo Apollonios von Perge (s. d.) daselbst verweilte, Vorlage:RE siehe in I. elem. 68. Vorlage:RE siehe in Eucl. elem. 73, 2 (Eucl. op. V Vorlage:SperrSchrift). Papp. synag. VII cap. 34f. Vorlage:SperrSchrift Géométrie grecque 66. 69. 71ff. vgl. mit 18f. Vorlage:SperrSchrift Stud. 25ff. Vorlage:SperrSchrift 246f. Vorlage:SperrSchrift I 704f. Die Worte bei Prokl. 68, 12 Vorlage:Polytonisch bedeuten, wie aus Vorlage:Polytonisch vgl. mit 68, 11 hervorgeht, daß die Epoche des Archimedes sich an die Regierung des Ptolemaios I. angeschlossen hat (Vorlage:SperrSchrift 26. Vorlage:SperrSchrift 69), enthalten also keine Beziehung auf ein ,erstes Buch‘ des E. (Vorlage:SperrSchrift 246). Überliefert ist bei Archim. de sphaer. et cyl. I 14. I Heib. das Citat Vorlage:Polytonisch. Zwar pflegen die älteren Mathematiker, wenn sie auf anderswo erwiesene Sätze sich berufen, nicht die Zahlen von Büchern und Sätzen anzugeben; doch hat Archimedes hier, am Anfange seiner Schrift, eine Ausnahme gemacht, wie E. gegen Anfang des zwölften Buches der Elemente (u. § 8). Die Worte des Geminos Vorlage:Polytonisch können also ohne Bedenken auf diese Stelle bezogen werden. Auch kurz darauf (24, 6 Heib.) hat Archimedes mit den Worten Vorlage:Polytonisch auf die Elemente des E., und zwar auf XII 2 (144, 6 Heib.), vgl. mit X 1, Bezug genommen (Vorlage:SperrSchrift zu Archim. a. a. O. 25).
,Vom Geburtsort des E. haben wir keine Nachrichten; er war seinen Zeitgenossen und den nächsten Jahrhunderten nach ihnen, wo die Kunde Vorlage:Seite von seiner Herkunft sich erhalten haben mag, in dem Grade der einzige E., daß sie unterließen, wie es sonst wohl Sitte war, seinem Namen das Vorlage:Polytonisch beizufügen; die Späteren wußten es nicht mehr.‘ Vorlage:SperrSchrift Stud. 22; vgl. u. § 53.
2. Das bedeutendste unter des E. Werken sind die Elemente. Als Vorlage:Polytonisch zitiert sie Geminos bei Prokl. 68, 7. Vorlage:Polytonisch usw. hat Vorlage:RE siehe, der Herausgeber der Elemente, in seinen Hss. als Über- und Unterschriften der einzelnen Bücher vorgefunden, und so führt auch seine Rezension die Titel Vorlage:Polytonisch usw. (Eukl. op. I 116. 118. 163 Heib. und ähnlich bei den folgenden Büchern; vgl. Vorlage:RE siehe Eucl. op. V 273, 15–18). Kurz vor Theon hat Pappos sowohl die Vorlage:Polytonisch überhaupt als einzelne Bücher derselben wiederholt zitiert (s. [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] im Index zu Papp. synag. 45f.). In der bei Archimedes a. a. Ο. überlieferten Lesart bedeutet Vorlage:Polytonisch kein anderes Werk als die Vorlage:Polytonisch. Auch wurde bereits erwähnt, daß Archimedes dieselben Elemente schlechthin mit Vorlage:Polytonisch bezeichnet. Ähnlich findet sich bei Prokl. 74, 10. 81, 7 Vorlage:Polytonisch und bei Eutokios zu Archim. 32, 3. 9 Heib. u. ö. Vorlage:Polytonisch. Noch zu erwähnen sind die Anführungen Vorlage:Polytonisch bei Papp. synag. VII 644, 6. 646, 7 und der ebendort mehrmals in dem Sinne von Vorlage:Polytonisch überlieferte Singular Vorlage:Polytonisch (Index zu Papp. 103 Hu.).
Nach diesem Werk ist E. schon frühzeitig Vorlage:Polytonisch genannt und so mit Weglassung des eigentlichen Namens zitiert worden, Heronis Alex. geom. et stereom. 35, 3. 38. 2 Hu. Papp. synag. VII 634, 8. 654, 16. Prokl. in I. elem. an den in [[Johann Gottfried Friedlein|Vorlage:SperrSchrift]] Index 439 aufgeführten Stellen. Vgl. Vorlage:RE siehe zu Eucl. data 254, 15 Menge: Vorlage:Polytonisch, doch durfte Marinos dabei nicht ausschließlich auf die in den Data dargestellten Vorlage:Polytonisch sich beziehen.
Da es die Geometrie war, deren Elemente E. behandelt hat, so heißt er bei Vorlage:RE siehe auch schlechthin Vorlage:Polytonisch (Index a. a. O.), womit der Scholiast zum Anfang des I. Buches der Elem. 83, 1. 13 Heib. und Anarit. 262. 323. 328. 364 übereinstimmen. Der erwähnte Scholiast hat das meiste aus Geminos geschöpft; wahrscheinlich hat also schon dieser den E. als Vorlage:Polytonisch citiert.
3. Der Text der Elemente ist in mehreren Manuskripten des 9.–12. Jhdts., zu denen einige Papyrusfragmente aus dem 2. bis Anfang des 4. Jhdts. und Palimpsestblätter aus dem 7.–8. Jhdt. kommen, außerdem in vielen jüngeren Hss., im ganzen mit großer Treue überliefert. Wie zuerst Vorlage:SperrSchrift bemerkte, hat im 4. Jhdt. Theon von Alexandreia im Kommentar zu Ptolem. syntax. I (50 Basil., 201 Vorlage:RE siehe) auf einen Satz verwiesen, den er in seiner Vorlage:Polytonisch am Ende des VI. Buches hinzugefügt habe. Da nun dieser Zusatz in dem Cod. P = Vatic. Gr. 190 fehlt, so erkannte Vorlage:SperrSchrift, daß diese Quelle einen älteren, von der Hand Vorlage:RE siehe noch unberührten Text enthält. In einem Scholion zu Elem. XIII 6 bezeichnet der Schreiber von P diese Recension als die Vorlage:Polytonisch, die theonische als die Vorlage:Polytonisch. Durch die Vergleichung der wichtigsten Hss. und durch umfängliche kritische Vorlage:Seite Untersuchungen hat Vorlage:SperrSchrift zuerst in den literargeschichtlichen Studien über E. und dann in den Prolegomena zum V. Bande seiner Ausgabe festgestellt, daß die in der Mehrzahl der Hss. überlieferte theonische Rezension auf eine gemeinsame, spätestens dem 8. Jhdt. angehörige Quelle zurückgeht. Für die Herstellung des Textes war also in der Regel Cod. P maßgebend; doch war daneben, da P nicht frei von Fehlern und Versehen ist, allenthalben die um mindestens zwei Jahrhunderte ältere, durch die Theonklasse dargestellte hsl. Überlieferung zu berücksichtigen. Allein als Grundlage des Textes konnte Theons Ausgabe nicht gewählt werden, hatte diesem es doch durchaus fern gelegen, aus den ihm zugänglichen Hss. den ursprünglichen Text des E. wiederherzustellen; vielmehr ging sein Vorhaben nur dahin, den Freunden der mathematischen Studien in Alexandreia, besonders seinen Schülern, einen möglichst glatten und leicht verständlichen Text an die Hand zu geben, Vorlage:SperrSchrift Stud. 174. 177ff.; Eucl. op. V, XXIVff., vgl. besonders das abschließende Urteil LXXVf. [[Franz Susemihl|Vorlage:SperrSchrift]] I 707ff. Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1885, 1452ff.
Abgesehen von der Überlieferung in P gewinnen wir Einblicke in die vortheonische Rezension aus den Zitaten griechischer Schriftsteller von Vorlage:RE siehe bis auf Pappos, Vorlage:SperrSchrift Stud. 186ff., vgl. dens. Eucl. op. V, XCIIf. Wichtige Aufschlüsse über die Gestaltung des von Pappos gegen Ende des 3. Jhdts. benutzten Textes bietet auch die älteste in den Hss. PBV Vat. (Eucl. op. V, IXff. 71ff.) erhaltene Scholiensammlung, Vorlage:SperrSchrift Kopenhagen Vidensk. Selsk. Skr., hist. og philos. Afd. II 3 (1888) 239ff. 297f. Über die schon vor Theons Zeit in den Text eingedrungenen Interpolationen und Fehler handelt ders. Eucl. op. V, LXXVIff.
Als Proklos im 5. Jhdt. seinen Kommentar zum I. Buche der Elemente abfaßte, ist er nicht der theonischcn Rezension, die ihm gewiß bekannt war, sondern der Vorlage:Polytonisch gefolgt. Seine Zitate stimmen also zumeist mit den Lesarten von P überein; doch ist manches in der von Proklos gebotenen Fassung besser als in P überliefert. Umgekehrt hat P an vielen Stellen, wo in die Hss. des Proklos Verderbnisse eingedrungen sind, das Richtige bewahrt, Vorlage:SperrSchrift Stud. 181ff.; vgl. dens. Eucl. op. V. XCIf.
Vor Proklos haben im 4. Jhdt. Iamblichos u. a., ferner vom 5.–14. Jhdt. eine lange Reihe späterer Autoren größere oder kleinere Stücke der Elemente teils wörtlich, teils dem Inhalte nach angeführt. Die von Vorlage:SperrSchrift zusammengestellten Übersichten (u. § 35) zeigen, daß während dieses langen Zeitraumes der Text der Elemente im wesentlichen unverändert sich erhalten hat. Allen diesen späteren Schriftstellern hat wohl die theonische Rezension vorgelegen.
4. Der griechische Text der Elemente ist zuerst im J. 1533 ,Basileae apud Ioan. Hervagium‘ von Vorlage:RE siehe [[ADB:Grynäus, Simon|Vorlage:SperrSchrift]] herausgegeben worden. Die zu Ende der Praefatio erwähnten, vom Herausgeber benutzten Hss. hat Vorlage:SperrSchrift (Eucl. op. V, CIVff.) wieder aufgefunden. Da der Wortlaut der Elemente auch in der jüngeren Überlieferung im ganzen recht gut sich erhalten hat, so bot diese Vorlage:Seite Editio princeps einen leidlichen Text; allein im Vergleich mit den später bekannt gewordenen ältesten und besten Manuskripten ist ihr jede Autorität abzusprechen. Trotzdem ist der Baseler Text von den nächsten Herausgebern, unter denen hier nur auf des Vorlage:SperrSchrift ,Euclidis quindecim elementorum geometriae primum‘, bezw. ,secundum‘, und ,Propositiones reliquorum librorum geometriae Euclidis‘, Argentorati 1564, hingewiesen sei, lediglich wiederholt worden. Auch Vorlage:SperrSchrift ist in seiner Gesamtausgabe ,Euclidis quae supersunt omnia‘, Oxoniae 1703, nur wenig von der früheren Vulgata abgewichen; doch standen ihm für solche Textesstellen, die ihm zweifelhaft erschienen, Varianten aus Manuskripten der Bodleiana zu Gebote. Einen weiteren Fortschritt stellte die dreibändige, in Paris 1814–1818 erschienene Ausgabe der Elemente und Data ,Les oeuvres d'Euclide en grec, en latin et en français ... par F. Vorlage:SperrSchrift‘ dar, da hier zuerst die ältere, aus der Zeit vor Theon herrührende Textesrezension nach dem Cod. P (o. § 3) Berücksichtigung fand. Unter den auf Vorlage:SperrSchrift folgenden Herausgebern hat Vorlage:SperrSchrift durch seine ,Euclidis elementa ... in usum tironum graece edita‘, Berlin 1826–29 auf Jahrzehnte hinaus sich das Verdienst erworben, einen lesbaren und leicht käuflichen Text geliefert zu haben. Ausführlicher berichtet über diese und andere Ausgaben Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. V, CIVff. Vgl. [[Franz Susemihl|Vorlage:SperrSchrift]] I 704, 16. 711, 33.
Eine auf den ältesten noch erreichbaren Überlieferungen fußende, nach streng kritischer Methode durchgeführte Textesgestaltung verdanken wir Vorlage:SperrSchrift in seinen ,Euclidis elementa edidit et latine interpretatus est‘, 5 Bde., Leipzig 1883–88. Wie schon bemerkt wurde, ist die Vorlage:Polytonisch der Elemente durch den Vaticanus Gr. 190 (P) vertreten. Unter den zahlreichen, der theonischen Rezension folgenden Manuskripten hat der Herausgeber zunächst den Bodleianus Dorvill. X 1 inf. 2, 30, der mit Ausnahme weniger Blätter dem 9. Jhdt. angehört, den Laurentianus XXVIII 3 (10. Jhdt.) und den Vindobonensis Gr. 103 (11.–12. Jhdt.) ausgewählt, die er der Reihe nach mit B, F, V bezeichnet. Dazu kommen ein Bononiensis des 11. und zwei Parisini des 12. Jhdts., die als b, p, q aufgeführt werden. Die in b überlieferte Textesgestaltung von Elem. XI 36–XII 18 hat der Herausgeber in Bd. IV 385ff. veröffentlicht und im Herm. XXXVIII (1903) 193ff. näher besprochen. Für einige Stücke des X. und XIII. Buches konnten fünf Blätter des Palimpsestes des Brit. Mus. add. 17211 benutzt werden, die gegen Ende des 7. oder zu Anfang des 8. Jhdts. niedergeschrieben worden sind und der von Theon stammenden Überlieferung folgen, Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. vol. I, VIIff. vol. III, V. vol. IV, Vf. vol. V, XXIVff. Über den Londoner Palimpsest hat derselbe, außer Eucl. op. V, XXXIVf., im Philol. XLIV (1885), 353ff. berichtet. Aus dem Bodleianus sind facsimilierte Schriftproben gegeben von Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift Exempla cod. Graec. Taf. II und in Palaeographical Society VI Taf. 65. 66. Die Vorlage:RE siehe des Erzbischofs von Kaisareia in Kappadokien Arethas (o. Bd. II S. 675ff.), der die Hs. einst besessen hat, s. bei [[Ernst Maass|Vorlage:SperrSchrift]] Mélanges Graux 751, vgl. mit 749f. Die Vorlage:Seite in der Bibliothek von S. Marco in Venedig, Cl. XIV cod. CCXXIII, befindlichen, aus dem 10. Jdht. stammenden Fragmente des X. Buches der Elemente hat Vorlage:SperrSchrift Revue des études grecques 1894, 373ff. mit der Ausgabe von Vorlage:SperrSchrift Bd. III 216, 19–260, 4 verglichen. Ausführlicher handelt über diese Fragmente Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 161ff.
Über die Übereinstimmung teils aller, teils mehrerer oder nur einer einzelnen von den theonischen Hss. mit P handelt ausführlich Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. V, XXXVff. und entwickelt daraus die Grundsätze und Regeln, nach denen er den Text hergestellt hat. Einige Misch-Hss., die in der Ausgabe Vorlage:SperrSchrift nicht verwertet werden konnten, bespricht er Herm. XXXVIII (1903). 59ff., über andere, in der Ausgabe gar nicht oder unvollständig verwertete Hss. teilt er ebd. 161ff. Näheres mit.
In dem herculanensischen Vorlage:RE siehe 1061 wird die 15. Definition des I. Buches zitiert. Es fehlen dort die beiden Zusätze, welche schon Vorlage:SperrSchrift in seiner Ausgabe als unecht bezeichnet hatte. Vgl. Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 47.
Aus der 2. Hälfte des 2. Jhdts. n. Chr. stammt ein bei Kasr el Banat im Fayûm aufgefundenes, leider arg verstümmeltes Papyrusfragment, welches Reste des 39. und 41. Satzes des I. Buches enthält. Bei Satz 39 hat der Schreiber den Schlußsatz Vorlage:Polytonisch weggelassen. Die Figur steht am Ende der Beweisführung, wie es auch in den Hss., aus denen unsere Ausgaben der Elemente geflossen sind, die Regel ist. An Satz 39 schließt sich unmittelbar Satz 41; der Schreiber hat also Satz 40, der von Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 50f. 57 als später eingeschoben erklärt wird, nicht gekannt. Vorlage:SperrSchrift, Vorlage:SperrSchrift and Vorlage:SperrSchrift Fayûm Towns and their Papyri 96ff. [[Wilhelm Crönert|Vorlage:SperrSchrift]] Archiv f. Papyrusforsch. II 380f. Um die Wiederherstellung des Textes hat sich Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 48ff. verdient gemacht. Daß die Figur zu Satz 39 im Papyrus hinter der Beweisführung, nicht vor derselben steht, darf nicht mit Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift 97, 20 als eine Ausnahme gelten, sondern entspricht nach Vorlage:SperrSchrift Bull. Acad. des Sciences de Danemark 1900, 148 der auch in den mittelalterlichen Hss. befolgten Regel. Ein zweites Papyrusfragment ist von Vorlage:SperrSchrift-Vorlage:SperrSchrift The Oxyrhynchus Papyri I 58 nr. 29 und Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 147 veröffentlicht worden. Es stammt aus dem Ende des 3. oder Anfang des 4. Jhdts. n. Chr. und enthält, abgesehen von zwei kleinen Schreibfehlern, den genauen Text der Protasis von Elem. V 2. Dazu ist die Figur ohne Buchstaben beigefügt; sie hat also ausnahmsweise vor der Beweisführung gestanden, die zwar nicht erhalten, aber von dem Schreiber des Papyrus gewiß beigefügt worden ist (denn von dem Beweise zu II 4 ist noch Vorlage:Polytonisch ..., d. i. Vorlage:Polytonisch, erhalten). Daß das Fragment aus der theonischen Rezension geflossen ist, weist Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 47f. nach.
5. Eine freiere Bearbeitung der Elemente in lateinischer Sprache hat ein Mathematiker des 4. Jhdts. unternommen. Fragmente davon sind auf sechs Palimpsestblättern der Hs. nr. 40 (früher 38) der Biblioteca capitolare zu Vorlage:RE siehe erhalten. Vorlage:Seite Vorlage:SperrSchrift Iter Italicum I 263f.; Röm. Feldmesser II 65, 114. Vorlage:SperrSchrift Abh. Akad. Berl. 1868, 153. 156. 158. [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 525f. Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. V, XCIX.
Diese Blätter bieten die Reste der eigenhändigen Niederschrift des Bearbeiters. Nach der Abschrift von [[Wilhelm Studemund|Vorlage:SperrSchrift]], die dem Unterzeichneten früher vorgelegen hat, weisen die Kolumnentitel auf Fragmente eines XIV. und XV. Buches hin, die aus dem XII. und XIII. Buche der Elemente entlehnt sind. Außerdem finden sich, ohne Überschrift, Fragmente aus Elem. XI 24. 25; diese haben also dem XIII. Buche der lateinischen Bearbeitung angehört. Wahrscheinlich sind statt des einen Buches, welches als zehntes überliefert ist, die drei Bücher, aus denen es eigentlich zusammengesetzt war (§ 8), besonders gezählt worden, so daß das überlieferte XI. Buch an die dreizehnte Stelle und die beiden noch folgenden an die vierzehnte und fünfzehnte Stelle gerückt sind.
Der Bearbeiter hat sich bemüht, die griechischen Kunstausdrücke möglichst durch lateinische Worte wiederzugeben. Die Vorlage:Polytonisch einer Pyramide ist zwar einigemal als basis herübergenommen; sonst ist aber dafür sedes gewählt. Die Vorlage:Polytonisch elem. XII 3 p. 148, 24 Heib. erscheinen als recisamenta, die Vorlage:Polytonisch XI 24 zu Anfang als consimilia plana, das Adjectiv Vorlage:Polytonisch XII 3. 8 als triangulus. Für Vorlage:Polytonisch XIII 3 p. 254, 18 hat Vorlage:SperrSchrift ad quinquiplum meriti * * entziffert; vielleicht hat hier die Verbalform merita est (nämlich sectio) gestanden. Doch hat der Übersetzer bei einer Überarbeitung der ersten Niederschrift erkannt, daß er in seinem Streben, neue lateinische Kunstausdrücke zu schaffen, zu weit gegangen ist; er hat also an den meisten Stellen triangulus über der Zeile durch trigonus und XI 24 die consimilia plana durch parallela epipeda ersetzt. Da er alles möglichst wörtlich zu übersetzen sich bemühte, so mußte er häufig Umschreibungen anwenden, freilich zumeist auf Kosten der Deutlichkeit. Oft hat er dann durch erklärende Zusätze das Verständnis zu erleichtern gesucht. Die geometrischen Buchstaben des griechischen Textes hat er beibehalten; doch sind die Formen in der Niederschrift meistens so undeutlich, daß die noch erkennbaren Spuren mit dem griechischen Texte nicht zu stimmen scheinen. Hoffentlich wird es einst gelingen, mit Hilfe der Photographie die ursprüngliche Schrift der Palimpsestblätter deutlicher hervortreten zu lassen und so die wertvollen Fragmente, denen in der römischen Literatur nichts Ähnliches zur Seite steht, wenigstens zum größeren Teile wiederherzustellen.
6. Wie Cassiod. var. I 45, 4 und de geom. 589 Garet. glaubwürdig berichtet, hat im 6. Jhdt. Boethius die Elemente ins Lateinische übertragen. Doch hat sich davon nichts erhalten, denn die hsl. überlieferte ,geometria Euclidis a Boetio in latinum lucidius translata‘ (Boetii de instit. arithm. usw. 373ff. Friedlein) ist das Machwerk eines praktischen Feldmessers aus dem 9. oder 10. Jhdt. Vorlage:SperrSchrift 537ff. Vorlage:SperrSchrift Philol. XLIII 507ff.; Eucl. op. V, XCIXff. Vorlage:SperrSchrift o. Bd. III S. 598.
Aus einer Bamberger Hs. des 10. und Münchener Hss. des 11. und 12. Jhdts. sind, mit Vorlage:Seite Benutzung von [[Karl Lachmann|Vorlage:SperrSchrift]] Vorlage:RE siehe veteres, die Reste einer alten lateinischen, aus dem Griechischen geflossenen Übersetzung der vier ersten Bücher der Elemente zusammengestellt worden von Vorlage:SperrSchrift Ztschr. f. Mathem. u. Phys., hist. liter. Abt., XXXV 48ff. 81ff. Ein ähnliches Fragment, die Definitionen des V. Buches umfassend, hat Vorlage:SperrSchrift Biblioth. math. 1896, 1ff. aus einer Münchener Hs. des 10. Jhdts. veröffentlicht. Zwei von einem Einbanddeckel der Münchener Bibliothek losgelöste, ebenfalls dem 10. Jhdt. angehörende Pergamentblätter enthalten eine ganz wortgetreue lateinische Übersetzung von Stücken aus I 37f. und II 8f. Der Verfasser hat so wenig von der Geometrie verstanden, daß er die geometrischen Buchstaben des E. für Zahlzeichen gehalten und durch ausgeschriebene lateinische Ordnungszahlwörter wiedergegeben hat. Also besteht keine Verwandtschaft mit der früher erwähnten Übersetzung des 4. Jhdts. Die Fragmente sind herausgegeben, mit dem griechischen Texte verglichen und durch Beifügung einer dritten Kolumne lesbar gemacht von Vorlage:SperrSchrift Prolegom. zu Anarit. p. XIVff., auch besprochen von Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 354f.
Um das J. 1120 sind die Elemente von Atelhart von Bath aus dem Arabischen ins Lateinische übertragen worden. Daran hat sich etwa 150 Jahre später eine Bearbeitung durch Campano von Novara geschlossen, die zuerst in Venedig 1482 als ,Preclarissimum opus elementorum Euclidis megarensis una cum commentis Campani‘ usw. erschienen ist. Über die Quellen beider Werke und die Abhängigkeit des jüngeren Bearbeiters von dem älteren sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Nach Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. V, Cf. hat Atelhart als der Übersetzer, Campano als der Commentator zu gelten. Näheres geben Vorlage:SperrSchrift Abhandl. zur Gesch. der Math. III (1880, Suppl. zur Ztschr. f. Math. und Phys. XXV) 143ff.; Die Übersetzungen des E. durch Campano und Zamberti, Halle 1882, 3ff. Vorlage:SperrSchrift Jahresber. über Fortschr. der class. Altertumswiss. XL (1884) 19ff. Vorlage:SperrSchrift Ztschr. f. Math. und Phys. XXXV, hist.-lit. Abt. 48ff. 81ff. Vorlage:SperrSchrift Vorles. IIVorlage:Sup 100ff., vgl. mit IVorlage:Sup 670. Den vollständigen Titel der äußerst seltenen Editio princeps des Campano s. bei Vorlage:SperrSchrift Prolegom. zu Anarit. p. XIII.
Gerhard von Cremona (1114–1187) hat außer vielen anderen mathematischen und astronomischen Schriften auch die Elemente einschließlich der nichteuklidischen Bücher XIV und XV aus dem Arabischen übersetzt (Vorlage:SperrSchrift 853f.). Nach Vorlage:SperrSchrift Teubnersche Mitteil. 1899, 106 ist bei Anarit. 200–204 und 207–210 vielleicht die vollständige Wiedergabe von E. elem. IX 13 und 36 als der einzige Rest der Gerhardschen Euklidübersetzung erhalten.
Teile der Elemente, aus einem Cod. Mutinensis ins Lateinische übersetzt, hat Georg Vorlage:SperrSchrift veröffentlicht, und zwar Stücke aus den ps.-euklidischen Büchern XIV und XV im J. 1498, dann viele Propositionen mit ihren Beweisen aus den echten Büchern in seinem Sammelwerke De expetendis et fugiendis rebus, Venetiis 1501. Bald darauf, Venet. 1505, erschien die an Campano sich anlehnende, aber ,ex lectione Graeca‘, d. i. Vorlage:Seite aus griechischen Hss. geschöpfte Übersetzung von Vorlage:SperrSchrift Euclidis megarensis ... elementorum libros XIII cum expositione Theonis usw. Auch Vorlage:SperrSchrift, der Herausgeber von ,Euclidis elementorum libri XV una cum scholiis antiquis‘, Pisauri 1572, hat einen griechischen Codex zur Hand gehabt und aus diesem den Text des [[ADB:Grynäus, Simon|Vorlage:SperrSchrift]] (o. § 4) und die lateinische Bearbeitung von Vorlage:SperrSchrift an mehreren Stellen berichtigt. Vorlage:SperrSchrift Jahrb. f. klass. Philol., Suppl.-Bd. XII 377ff.; Eucl. op. V, Cf. CIIff. CXf. Vorlage:SperrSchrift Die Übersetzungen des E. durch Campano und Zamberti 12ff. [[Franz Susemihl|Vorlage:SperrSchrift]] I 710f., 32. 33.
Seit dem Ende des 8. Jhdts. sind die Elemente von verschiedenen arabischen Gelehrten übersetzt und erläutert worden. Von der Bearbeitung durch Al-Haddschadsch ben Jusuf ben Matar, der unter Harun Al-Raschid (786–809) und Mamun (812–834) gelebt hat, ist bis jetzt der arabische Text des ersten und zweiten Buches mit lateinischer Übersetzung und kritischen sowie erklärenden Anmerkungen unter dem Titel ,Codex Leidensis 399, 1, Euclidis elem. ex interpretatione Al-Hadschdschadschi cum commentariis Al-Narizii arabice et latine ediderunt notisque instruxerunt Vorlage:SperrSchrift et Vorlage:SperrSchrift, partis I fasc. I (1893), II (1897), partis II fasc. I (1900)‘, erschienen. Über Al-Narizi (Anaritius), dessen Erläuterungen, wie aus den bisher erschienenen Heften des eben angeführten Werkes zu ersehen ist, von Al-Haddschadsch dem Texte der Elemente zum größeren Teile beigefügt worden sind, s. u. § 33. Vorlage:SperrSchrift ZDMG XXXV (1881) 270ff. Vorlage:SperrSchrift Ztschr. f. Mathem. u. Phys., hist.-lit. Abt. XXXI (1886) 81ff.; Beihefte z. Zentralbl. f. Bibliothekswesen Bd. II (1890–1891), Heft 5, 1ff; ZDMG L (1896) 161ff. Vorlage:SperrSchrift Ztschr. f. Math. u. Phys., hist.-lit. Abt. XXIX (1884) 1ff.; Eucl. op. V, XCVIff, Vorlage:SperrSchrift 660ff. Vorlage:SperrSchrift Gött. Gel. Anz. 1893, 828ff.
Über die ältesten deutschen Übersetzungen der Bücher I-VI, bezw. auch XI und XII von [[Heinrich Holtzmann|Vorlage:SperrSchrift]], Vorlage:SperrSchrift, Vorlage:SperrSchrift Vorlage:SperrSchrift, sowie über die Verdeutschung der Bücher VII–IX durch Vorlage:SperrSchrift (Augsburg 1555) vgl. F. Vorlage:SperrSchrift Abb. z. Gesch. d. Mathem. IX (1899) 313ff.
Unter den modernen Übersetzungen der Elemente sind hervorzuheben die französische von Vorlage:SperrSchrift (o. § 4) und die englische, auf acht Bücher sich erstreckende von R. Vorlage:SperrSchrift The Elements of Euclid, viz. the first six books together with the eleventh and twelfth, also the book of Euclids Data, 26. Aufl., London 1844 (der Unterz. hat die 24. Auflage vom J. 1834 benutzt). Diese für den Schulgebrauch bestimmte Bearbeitung ist wertvoll durch die ,Notes, critical and geometrical‘ Vorlage:SperrSchrift zu den Elementen und Data sowie durch die am Rande beigefügten Zitate der Definitionen oder Sätze, die an jeder betreffenden Stelle als Beweismittel herbeizuziehen sind. Auch die zum Zwecke des Unterrichts hin und wieder beigefügten Ergänzungen des euklidischen Textes verdienen Beachtung. Auf Vorlage:SperrSchrift beruhen ,E.s acht geometrische Bücher aus dem Griechischen übersetzt von J. F. Vorlage:SperrSchrift, aufs neue herausgegeben mit einem Anhange von E. W. Vorlage:SperrSchrift, Halle 1860‘, ein Buch, das dazu dienen mag, einen Überblick über den Inhalt der Vorlage:Seite Bücher I–VI, XI und XII zu gewinnen, für wissenschaftliche Zwecke aber unbrauchbar ist; nicht einmal der wichtige Satz elem. X 1 ist an der Stelle, wo er benutzt wird, als euklidisch nachgewiesen.
7. Nach dem Mathematikerverzeichnis des Eudemos, das Vorlage:RE siehe in seine Vorlage:Polytonisch aufgenommen und Vorlage:RE siehe im Commentar zum I. Buche der Elemente uns erhalten hat, sind die Elemente der Geometrie zuerst von Vorlage:RE siehe, später von Vorlage:RE siehe geordnet und im Zusammenhange behandelt worden. Weiter hat dann Geminos festgestellt, daß E. bei der Abfassung seiner Vorlage:Polytonisch vieles von Eudoxos aufgenommen und vieles von Vorlage:RE siehe Begonnene zum Abschluß gebracht hat. Überdies habe er das, was von den Früheren weniger streng erwiesen war, durch unwiderlegliche Beweise gestützt. Vorlage:RE siehe 66, 7. 67, 12–15. 68, 7–10. Dazu kommt eine in den Vorlage:RE siehe zu E. aufbewahrte, wahrscheinlich ebenfalls auf Geminos zurückreichende Tradition, wonach die im V. Buche der Elemente enthaltene Lehre von den Proportionen zwar von Eudoxos erfunden sei, trotzdem aber dieses Buch mit Recht dem E. einstimmig zugeschrieben werde Vorlage:Polytonisch (nämlich Vorlage:Polytonisch Vorlage:RE siehe in Eucl. op. V 280, 7. 282, 13–20 Heib. Auf dieselbe Quelle ist auch das erste Scholion zum XIII. Buche zurückzuführen, wonach der Würfel und das reguläre Tetraeder und Dodekaeder von den Pythagoreern, das Oktaeder und Ikosaeder von Theaitet konstruiert worden sind, dennoch aber Vorlage:Polytonisch.
Nach diesen und anderen Zeugnissen herrscht in neuerer Zeit Einverständnis darüber, daß E. bei weitem mehr Bearbeiter als Erfinder der Elemente gewesen ist. Sein Verdienst ist die einheitliche Anordnung des gesamten Stoffes (§ 8) und die strenge Durchführung der Beweisformen. Die ersten Versuche einer methodischen Geometrie sind ägyptischen Ursprungs; durch die Pythagoreer wurde neben der geometrischen Darstellung die Theorie der Zahlen maßgebend; zuletzt aber hat E. ein Elementarbuch geschaffen, in welchem die Zahlenlehre nur einen beschränkten Raum fand und alles Arithmetische möglichst auf die Betrachtung von geraden Linien oder ebenen Flächen oder regulären Körpern zurückgeführt war. Daß ihm hierbei Gelegenheit genug blieb, außer der Ordnung und Redaktion der von anderen übernommenen Sätze auch Eigenes zu erfinden, mag als wahrscheinlich gelten; allein je mehr die Quellen zur Kenntnis der voreuklidischen Geometrie sich uns erschließen, desto häufiger werden wir die Vorarbeiten von Pythagoreern und anderen älteren Mathematikern auch bei solchen Sätzen, deren Erfindung dem E. zu gebühren scheint, teils vorfinden, teils auf solche schließen können.
Über die voreuklidischen Elemente wird das Nähere unter Vorlage:SperrSchrift zusammengestellt werden. Vorläufig sei hier verwiesen auf Vorlage:SperrSchrift Stud. 33ff. [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Ber. Ges. d. Wiss. Leipz. 1886, 149ff. Vorlage:SperrSchrift Géom. grecque 95ff. Vorlage:SperrSchrift Vorlage:Seite Greek Geometry from Vorlage:RE siehe to Euclid, Dublin und London 1889. Vorlage:SperrSchrift 259ff. Vorlage:SperrSchrift II 60ff.
8. Die Vorlage:Polytonisch der Geometrie vergleicht Proklos mit den Grundlauten der Sprache. Sie bilden die notwendige Grundlage für alles geometrische Wissen; durch sie allein gelangt man zur Lösung auch der schwierigsten Probleme (Prokl. 72, 3–12. 73, 5–12). Für sich betrachtet bilden die Elemente einen Aufbau, auf dessen unterste Stufe die nächst höhere, und auf diese und andere wieder immer höhere Stufen sich stützen. Das Ganze stellt ein vielfach Zusammengesetztes dar; aber indem man auf immer einfachere Gebilde zurückgeht, gelangt man zuletzt zu den allereinfachsten Voraussetzungen. Vgl. Vorlage:SperrSchrift 105: ,Ob man die Analyse benutzt, um die Lösung einer Aufgabe oder den Beweis für einen Lehrsatz zu finden, oder ob man die Synthese benutzt, um das Gefundene darzustellen, immer ist die Lösung aus Lösungen von einfacheren Aufgaben zusammengesetzt und der Beweis auf der Richtigkeit von einfacheren Sätzen aufgebaut. Es wird also vorausgesetzt, daß man im voraus im Besitze von solchen ist ... Die Werke, welche solche Sammlungen enthalten, heißen Elemente‘.
Als Ziel hat sich E. die Darstellung der fünf regulären Polyeder und den Beweis gesetzt, daß es nach platonischer Auffassung außer diesen fünf keine anderen regelmäßigen Körper gibt (Geminos bei Prokl. 68, 20–23 vgl. mit E. elem. XIII 18 g. E. Papp. synag. V cap. 37). Der Beweis wird durch das XI. und XII. Buch der Elemente vorbereitet und im XIII. Buche zu Ende geführt. Nun pflegt E., wie andere ältere Mathematiker, die früher erwiesenen Sätze an den Stellen, wo ein neuer Beweis sich auf sie stützt, unerwähnt zu lassen; nur XII 2 S. 144, 10–16 hat er ausnahmsweise einen Fundamentalsatz als Vorlage:Polytonisch zitiert und dem vollen Wortlaute nach wiederholt. Allein bei dem streng geschlossenen Gange seiner Beweise kann man, wenn er stillschweigend auf Früheres sich bezieht, niemals in Zweifel sein, welches Buch der Elemente und welcher einzelne Satz oder welche Definition in die Kette der Einzelargumente einzugliedern ist. Zurück vom Schlusse des XIII. Buches lassen sich nicht nur die früheren Sätze dieses Buches, sondern auch die meisten Sätze der vorhergehenden Bücher als Beweismittel nachweisen. Am häufigsten sind im XI.–XIII. Buche Sätze oder Definitionen aus den Büchern I, VI, XI, nächstdem aus V, seltener aus III, IV, X und XII, einigemal auch aus II benutzt worden. Da nun jeder der zu einem Beweise heranzuziehenden Sätze wieder auf anderen früheren Sätzen beruht, so gewinnen wir als Gesamtergebnis eine fast ununterbrochene Reihe von Definitionen und Sätzen, die in den Elementen selbst zur Anwendung kommen. Also hat E. tatsächlich in den angeführten zehn Büchern die Darstellung der fünf platonischen Polyeder, wie Geminos bemerkt, als Endziel vor Augen gehabt.
Wie steht es nun mit den Büchern VII–IX, den sog. arithmetischen? In der Reihe I–VI, X–XIII nimmt Buch X eine besondere Stellung ein. Zunächst fällt sein außergewöhnlicher Umfang in die Augen. Es ist für sich allein größer Vorlage:Seite als die Bücher I–IV zusammen, und größer auch als die Gruppe der vier Bücher V–VIII oder der drei Bücher XI–XIII. In der Tat besteht das X. Buch eigentlich aus drei Büchern, deren jedes an seiner Spitze eigene Definitionen trägt (u. § 25). Der Inhalt betrifft die inkommensurablen und irrationalen Größen. Unter den 115 hier vereinigten Sätzen werden im XII. Buche Satz 1, im XIII. die Sätze 6, 9, 73 und 97 benutzt. Von X 6 gelangen wir zurück zu VII def. 20, von X 9 zu VII def. 22 und zu VIII Satz 11; außerdem werden im ersten Lemma zu X 28 die Sätze 1, 24, 26 des IX. Buches benutzt. Wie also von den Büchern XII und XIII zurückzuschreiten war zu einigen Sätzen von X, so führt weiter von den inkommensurablen oder irrationalen Größen des X. Buches eine sichere, wenn auch schmale Brücke zu der in VII–IX behandelten Lehre von den rationalen Größen und den ganzen Zahlen, durch deren Verhältnisse sie ausgedrückt werden (Vorlage:SperrSchrift 90), und daraus folgern wir weiter, daß E. die vier Bücher VII–X in seine Elemente eingereiht hat, weil er daraus einige wenige Sätze brauchte, um sein Endziel zu erreichen. Im ganzen aber hat er hier den Inhalt selbständiger und weniger abhängig vom Endziele als in den vorhergehenden sechs Büchern gestaltet. Dazu noch eine an § 5 anknüpfende Bemerkung. Verfolgen wir die Vermutung, daß Buch X eigentlich drei Bücher vertritt und zählen wir dann 15 Bücher der Elemente statt der überlieferten 13, so kommen auf die eigentlichen Elemente der Geometrie 9 Bücher und dazwischen je drei Bücher auf die Lehre von den rationalen Zahlen und den inkommensurablen Größen. Wie sich bald zeigen wird, bilden in der Reihe I–VI je zwei Bücher eine besondere Gruppe; im ganzen also werden uns die Elemente erscheinen als die Vereinigung von drei Gruppen zu 2 und von drei Gruppen zu 3 Büchern. Nun hat der unbekannte Mathematiker, der im 4. Jhdt. n. Chr. die Elemente ins Lateinische übertrug, die jetzigen Bücher XI–XIII als XIII–XV gezählt. Von hier aus zurück würden wir also statt des jetzigen Buches X drei Bücher als X–XII zu zählen haben, während von I–IX keine Abweichung in den Reihenzahlen stattfindet. Auch das vor kurzem aus XII 2 angeführte, von E. selbst niedergeschriebene Zitat Vorlage:Polytonisch bleibt bei der Zählung von 15 Büchern unangetastet. Es scheint demnach in der Tat die Erinnerung an eine ursprüngliche Einteilung der Elemente in 15 Bücher bis ins 4. Jhdt. sich erhalten zu haben. Dagegen haben die alexandrinischen Gelehrten seit Vorlage:RE siehe keine andere Zählung als die von 13 Büchern gekannt (Heron stereom. II 39. Papp. synag. V 314, 9. 414, 11. 420, 7. 440, 15).
Wie nun auch die Elemente ursprünglich eingeteilt gewesen sein mögen, jedenfalls fehlt in ihnen nichts, was zu den Beweisen über die fünf regulären Polyeder nötig war. Bei Behandlung der rationalen und irrationalen Größen hat E. mehr geboten, als er für diese Beweise brauchte; in den ersten sechs Büchern aber hat er im wesentlichen nur das für sein Endziel Nötige aufgenommen, hingegen andere, nahe verwandte Sätze bei seite gelassen. Wenn er außer den kongruenten Dreiecken Vorlage:Seite auch die ähnlichen Dreiecke behandelte, so waren auch Sätze nicht bloß über gleiche, sondern auch über ähnliche Peripherien zu erwarten; aber er hat diese Ähnlichkeitssätze und die wichtigen daran zu knüpfenden Folgerungen von seinem Werke ausgeschlossen, weil sie abseits von der zum Endziele führenden Bahn lagen, und so ist für uns Eratosthenes der älteste Gewährsmann sowohl für die Definition der ähnlichen Abschnitte von Kreisperipherien als auch für den Satz, daß solche Abschnitte zu einander sich verhalten wie die Durchmesser ihrer Kreise ([[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Abh. Ges. d. Wiss. Göttingen N. F. I nr. 5, 17f.). Andere elementare, von E. nicht aufgenommene Sätze finden sich in der Sammlung des Pappos und hin und wieder auch in den Vorlage:RE siehe zu den griechischen Mathematikern.
9. Die Definitionen, Postulate und Axiome des I. Buches der Elemente hat Geminos, wahrscheinlich nach dem Vorgange des Poseidonios, als Vorlage:Polytonisch (auch Vorlage:Polytonisch) zusammengefaßt und gegenüber diesen geometrischen Voraussetzungen den übrigen Inhalt des Buches Vorlage:Polytonisch oder Vorlage:Polytonisch benannt. Gemin. bei Vorlage:RE siehe 178. 199f. und in den Vorlage:RE siehe Eucl. op. V 74. 111, 22 Heib. Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1899, 1285.
Nach der hsl. Überlieferung sind von E. 23 Definitionen (Vorlage:Polytonisch), 5 Forderungen (Vorlage:Polytonisch) und 9 Gemeinbegriffe (Vorlage:Polytonisch) aufgestellt worden. Geminos bestätigt diese Dreiteilung, nennt aber die Definitionen Vorlage:Polytonisch und die Gemeinbegriffe Vorlage:Polytonisch (Prokl. 76, 4–6. 178, 1–8. Schol. Eucl. op. V 74, 15–28. 111, 22–112, 8 vgl. mit 110, 18–111–21). Hierin ist er dem Aristoteles und den Auslegungen der Peripatetiker gefolgt, wonach das, was dem Lernenden sowohl bekannt als glaubwürdig erscheint, als Vorlage:Polytonisch, das, was er nicht sofort begreifen kann, aber doch gern zugibt, als Vorlage:Polytonisch, endlich das, was von dem Lernenden weder begriffen noch zugestanden, dennoch aber (von dem Lehrenden) angenommen wird, als Vorlage:Polytonisch gedeutet wurde. Gemin. bei Prokl. 76, 6–77, 2 in Anlehnung an Aristot. analyt. poster. I 76 b, 27–34. Als Beispiele für ein aristotelisches Vorlage:Polytonisch führt Vorlage:RE siehe den Grundsatz auf, der bei E. elem. I 10, 2 Heib. als erster Gemeinbegriff verzeichnet ist, ferner für eine Vorlage:Polytonisch die 15. euklidische Definition, für ein Vorlage:Polytonisch das 4. euklidische Postulat.
Den Ausdruck Vorlage:Polytonisch in der 4. und 7. Definition erklärt Vorlage:SperrSchrift Rev. des études grecques 1897, 14ff.
Die letzte euklidische Definition betrifft die Parallellinien, deren Theorie ebenfalls schon vor E. bekannt gewesen ist, denn Aristoteles hat nachgewiesen, daß die Mathematiker, welche die Konstruktion von Parallelen (ähnlich wie sie später nach den Weisungen bei E. geübt worden ist) zu lehren versuchten, in einem fehlerhaften Kreise sich bewegen. Über den Winkel (Elem. I def. 8–12) hat zu E.s Zeiten ebenfalls eine frühere Schrift, die von Eudemos, dem Schüler des Aristoteles, verfaßt war, vorgelegen. Aristot. analyt. pr. II 64 b 38–65 a 9. Vorlage:SperrSchrift Abh. z. Gesch. der Mathem. IX (1899) 153ff. Prokl. 125, 6–12.
Nicht lange nach E. hat Apollonios von Perge, Vorlage:Seite wahrscheinlich in der Vorlage:Polytonisch (oben Bd. II S. 159, 12), über die geometrischen Voraussetzungen gehandelt. Seine Anhänger in Alexandreia, die eine etwa bis zum Ende des 2. Jhdts. tätige Schule bildeten, haben diese Erörterungen fortgesetzt und, indem sie eine universelle Definition des Winkels im Sinne des Apollonios aufzustellen versuchten, dem Geminos Anlaß zu Gegenbemerkungen gegeben (Anarit. 12, 31–13, 20. Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1899. 1284). Auf Apollonios folgten Heron, Poseidonios, Geminos u. a. als Erklärer und Ordner oder auch als Kritiker der euklidischen Definitionen, Postulate und Axiome und dieses Vorlage:RE siehe ist dann bis ins 7. Jhdt. n. Chr. von jüngeren Mathematikern und Kommentatoren fortgesponnen worden (s. Vorlage:SperrSchrift). Die Zahl der Axiome (Vorlage:Polytonisch) scheint E., wie die der Postulate, auf fünf beschränkt zu haben. Von den überlieferten neun Axiomen sind nr. 5 und 6, da sie nur besondere Fälle zu nr. 2 und 3 darstellen, entschieden unecht; aber auch nr. 4 und 9 hat man mit Recht beanstandet. Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. I 10f. (auf S. 11 sind nur die fünf echten Axiome übersetzt, vgl. außerdem die adnot. crit.). V, LXXXIXf. Vorlage:SperrSchrift 103ff. Vgl. Vorlage:SperrSchrift Bull. des sciences math., 2Vorlage:Sup série, VIII 1, 162ff., der jedoch zu weit geht, wenn er alle bei E. überlieferten Vorlage:Polytonisch für unecht erklärt.
In den Ausgaben von [[ADB:Grynäus, Simon|Vorlage:SperrSchrift]] und Vorlage:SperrSchrift werden die Postulate 4 und 5 (Eucl. op. I 8, 13–19 Heib.) zu den Axiomen gerechnet und dort an zehnter und elfter Stelle beigefügt (bei Vorlage:SperrSchrift Elements of Euclid an 11. und 12. Stelle). Da nun Postulat 5 bei Vorlage:SperrSchrift in Verbindung mit def. 23 die Grundlage zur Theorie der Parallellinien enthält, so sind mehrere Mathematiker der Neuzeit bei der Entwicklung dieser Theorie von dem ,elften Axiom‘ des E. (Vorlage:SperrSchrift zu Elem. I 29 vom ,12th axiom‘) ausgegangen, an dessen Stelle gemäß der echten Überlieferung das fünfte Postulat zu zitieren war ([[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 262f. hält dieses Postulat für einen späteren, vielleicht von Vorlage:RE siehe herrührenden Zusatz).
Eine lichtvolle Darstellung der geometrischen Voraussetzungen des I. Buches gibt, vom Standpunkte der modernen Wissenschaft aus, Vorlage:SperrSchrift 94–114. Vgl. auch Vorlage:SperrSchrift II 19–23.
Im weiteren Sinne werden zu den Vorlage:Polytonisch auch die Definitionen zu Elem. II–VII. X. XI gerechnet (die Definitionen zu VII und XI gelten zugleich für die je zwei folgenden Bücher). Gemin. bei Prokl. 75, 27–76, 4 und in den Schol. Eucl. op. V 74, 10–15.
10. Auf die geometrischen Voraussetzungen folgen im I. Buche 48 Sätze, teils Probleme, teils Theoreme. Hier hat sich E. das Ziel gesetzt, Vorlage:Polytonisch (Gemin. bei Prokl. 81, 23–82, 2 und in den Schol. Eucl. op. V 75, 12–14). Dies hat er in drei Teilen durchgeführt, deren erster und zweiter die Eigenschaften der Dreiecke und Parallelogramme behandelt, während der dritte die Vorlage:Polytonisch dieser beiden Figuren, d. i. die Gleichheit sowohl der Dreiecke als der Parallelogramme bei je gleicher Basis und Höhe, sowie die Verwandlung jeder geradlinigen Figur (die entweder selbst ein Dreieck oder aus Dreiecken zusammengesetzt Vorlage:Seite ist) in ein ihr gleiches Parallelogramm darlegt und zuletzt das rechtwinklige Dreieck in Beziehung zu den über seinen Seiten errichteten Quadraten setzt (Gemin. bei Prokl. 83, 7–84, 7 und in den Schol. Eucl. op. V 75, 19–21). So gelangt er von den grundlegenden Sätzen über die Dreiecke und deren Winkel und Seiten zu den Beweisen über die Kongruenz der Dreiecke (Satz 1–26), geht dann von den Parallellinien (von denen er die sich schneidenden Geraden unterscheidet) aus, um das Parallelogramm zu konstruieren und die Bedingungen für die Gleichheit geradliniger Figuren zu erweisen (27–45), und schließt, nachdem er die Konstruktion des Quadrates gezeigt hat (46), mit dem sog. pythagoreischen Lehrsatze und dessen Umkehr (47. 48). Unter den vorbereitenden Sätzen sind hervorzuheben Prop. 32 über die Summe der Winkel im Dreiecke, 43 über die Gleichheit der Vorlage:Polytonisch von zwei Parallelogrammen, die in Vorlage:SperrSchrift Punkte ihrer auf einer und derselben Geraden liegenden Diagonalen sich berühren, wonach in Prop. 44 gelehrt wird, an eine gegebene gerade Linie unter gegebenem Winkel ein einer gegebenen geradlinigen Figur gleiches Parallelogramm anzulegen (Vorlage:Polytonisch). Vorlage:SperrSchrift 248f. Vorlage:SperrSchrift 92f. Vorläufig ist noch hinzuweisen auf die neuerdings veröffentlichten Erklärungen und Zusätze Herons zu Prop. 1. 11. 19. 37. 46f. bei Al-Haddschadsch (o. § 6) 44ff. 72ff. 88ff. 154ff. und Anarit. 42ff. 54ff. 75ff. Vgl. Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 54ff.
Aus dem Vorlage:RE siehe von Kasr el Banat (o. § 4 g. E.) folgert Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 48ff., daß der 40. Satz erst später in die euklidischen Elemente eingedrungen ist, und zwar wahrscheinlich aus den Kommentaren Herons (ebd. 57).
Gleich bei dem ersten Satze wird eine Konstruktion aufgegeben, zu deren Ausführung Lineal und Zirkel erforderlich sind. Auch weiter im I. Buche und ebenso in den übrigen Büchern hat E. keine anderen als diese beiden Konstruktionsmittel zugelassen. Vorlage:SperrSchrift 66f. Vorlage:SperrSchrift oben Bd. III S. 2567.
11. Dem II. Buche gehen zwei Definitionen voran, deren erste die Fläche eines rechtwinkligen Parallelogramms als Produkt von zwei den rechten Winkel umfassenden Seiten formuliert, während in der anderen Definition für die Summe eines gemäß I 43 konstruierten Parallelogramms und seiner beiden Vorlage:Polytonisch der Ausdruck Vorlage:Polytonisch eingeführt wird.
Durch den pythagoreischen Lehrsatz (I 47) war die Gleichheit der Summe von zwei Quadraten mit einem Quadrate erwiesen worden. Nebenbei ergab sich im Laufe des Beweises, daß, wenn ein rechtwinkliges Dreieck durch die aus der Spitze des rechten Winkels zur Hypotenuse gezogene Normale geteilt wird, das Quadrat einer Kathete gleich dem Rechtecke aus der Hypotenuse und dem der Kathete anliegenden Abschnitte derselben ist (was später als erster Teil des Lemma zu X 32 besonders bewiesen und am Schluß des Korollariums zu VI 8 vgl. mit VI 17 auf die Formel der mittleren Proportionale zurückgeführt wird). Damit war zugleich die Aufgabe gelöst, zu einem gegebenen Quadrate aus einer gegebenen Geraden und einem Abschnitte derselben ein dem Quadrate Vorlage:Seite gleiches Rechteck zu konstruieren. Ähnlich wird im II. Buche, nachdem eine Gerade verschiedentlich geteilt ist, die Herstellung eines Quadrates aus Quadraten und Rechtecken in den verschiedensten Kombinationen, teils als Summe, teils als Differenz gelehrt und zuletzt die Aufgabe gelöst, zu einer jeden gegebenen geradlinigen Figur ein ihr gleiches Quadrat zu konstruieren (Prop. 14, vgl. [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 249).
Prop. 11 lehrt die Teilung einer Geraden nach der Regel des goldenen Schnittes, die VI def. 3 als Vorlage:Polytonisch definiert wird. Das Quadrat des größeren Abschnittes ist dann gleich dem Rechtecke aus der ganzen Geraden und dem kleineren Abschnitte, d. h. die ganze Gerade verhält sich zu dem größeren Abschnitte, wie der größere Abschnitt zum kleineren.
In den Propositionen 12 und 13 wird die Methode des pythagoreischen Lehrsatzes analog auf das stumpfwinklige und spitzwinklige Dreieck angewendet. Wie beim rechtwinkligen Dreiecke das Quadrat einer Seite entweder der Summe oder der Differenz der Quadrate der beiden anderen Seiten gleich ist, so läßt sich auch im nichtrechtwinkligen Dreiecke das Quadrat einer Seite bestimmen als die Summe oder Differenz der Quadrate der beiden anderen Seiten ± das Doppelte eines Rechteckes, das durch eine Seite und einen Abschnitt bestimmt ist, welchen das auf diese Seite selbst oder auf ihre Verlängerung gefällte Lot abteilt.
12. Die Sätze des II. Buches haben außer der geometrischen Gestaltung, in der sie bei E. erscheinen, auch eine arithmetische Bedeutung. Dem pythagoreischen Lehrsatze war die Aufgabe vorausgegangen, je drei ganze Zahlen von der Eigenschaft zu finden, daß die Summe der Quadrate der ersten und der zweiten Zahl gleich dem Quadrate der dritten sei ([[RE:Arithmetica|Vorlage:SperrSchrift]] § 18). Danach hat Vorlage:RE siehe in seinem Kommentare zu II 1–5 und wahrscheinlich auch zu anderen Sätzen dieses Buches Gruppen ganzer Zahlen aufgestellt, durch welche die Sätze des E. auf arithmetischem Wege bewiesen werden, z. B. II 2 durch die Formel 3·10 + 7·10 = 10Vorlage:Sup (Anarit. 88–94. Al-Haddschadsch ed. Besthorn-Heiberg II 1, 27). Da jedoch die Sätze 1–10 auch für gebrochene und irrationale Zahlen gelten, so sind sie von den Neueren auf allgemeine algebraische Formeln gebracht worden. Vorlage:SperrSchrift 249f. Vorlage:SperrSchrift Kegelschnitte im Altertum 12f. [[Siegmund Günther|Vorlage:SperrSchrift]] Iw. Müllers Handb. d. klass. Altertumswissensch. V I2, 244. Vorlage:SperrSchrift History of Greek Mathematics 72f. Vorlage:SperrSchrift II 27. Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. I 119ff. zu elem. II 1–10.
Aus Prop. 11, welche die Teilung einer Geraden nach der Regel des goldenen Schnittes darstellte (§ 11), läßt sich nach algebraischer Methode die Lösung der Gleichung xVorlage:Sup + ax = aVorlage:Sup entwickeln. Vorlage:SperrSchrift 249f.
Zu Prop. 14 gibt Vorlage:SperrSchrift Kegelschnitte im Altertum 14f. die algebraische Umformung und knüpft daran die Lösung der Gleichungen xVorlage:Sup + ax = bVorlage:Sup, xVorlage:Sup – ax = bVorlage:Sup, ax – xVorlage:Sup = bVorlage:Sup.
Prop. 10 ist, wie aus Vorlage:RE siehe (in Vorlage:RE siehe remp. II 27ff. Kroll) hervorgeht, schon vor Vorlage:RE siehe bekannt gewesen und von den Pythagoreern zur Bildung einer Doppelreihe von ganzen Zahlen Vorlage:Seite benutzt worden. Die eine Reihe enthielt die Zahlen, deren verdoppelte Quadrate von den Quadraten der in der anderen Reihe aufgeführten Zahlen nur um je 1 sich unterschieden. Die Zahlen der ersten Reihe hießen Vorlage:Polytonisch, Seiten, die der zweiten Reihe Vorlage:Polytonisch, d. i. die nächsten ganzzahligen Werte zu den Diagonalen (Vorlage:Polytonisch) des über jeder Vorlage:Polytonisch errichteten Quadrates. Der Beweis war nach dem Satze, der später von E. als 10. Prop. des II. Buches der Elemente aufgenommen ist, zunächst geometrisch geführt und sodann arithmetisch umgestaltet worden. Aus Plat. de rep. VIII 546 C war bekannt, daß die Pythagoreer neben die Vorlage:Polytonisch der Fünfzahl = = eine Vorlage:Polytonisch = = 7 gestellt hatten (Vorlage:SperrSchrift § 19 a. E. 24); jetzt lehrt der neu aufgefundene Text des Proklos (a. a. O. 24, 16–18. 27, 6–11. 28, 10–29, 4), daß die Zahlen 5 und 7 nicht vereinzelt dastehen, sondern Glieder der Doppelreihe
- 1 2 5 12 29 ... (Vorlage:Polytonisch)
- 1 3 7 17 41 ... (Vorlage:Polytonisch)
sind, in welcher jede Seite gleich der vorhergehenden Seite + vorhergehende Vorlage:Polytonisch, sowie jede Vorlage:Polytonisch gleich der doppelten vorhergehenden Seite + vorhergehende Vorlage:Polytonisch, z. B. 5 = 2 + 3, 7 = 2·2 + 3 ist. Es ergab sich dann (wie schon aus Theo Sm. 43ff. Hiller bekannt war) 2·2Vorlage:Sup + 1 = 3Vorlage:Sup, 2·5Vorlage:Sup – 1 = 7Vorlage:Sup, 2·12Vorlage:Sup + 1 = 17Vorlage:Sup usw., d. h. die Doppelquadrate der Zahlen der oberen Reihe unterschieden sich alternierend um ±1 von den Quadraten der Zahlen der unteren Reihe. [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Biblioth. math. 1900, 8ff.; Excurs zu Vorlage:RE siehe in Plat. remp. II 393ff. Kroll. Vorlage:SperrSchrift 407f. Vorlage:SperrSchrift Théon de Smyrne 340f. Über die Umgrenzung von durch diese Doppelreihe s. u. § 16.
13. Das Ziel des III. Buches ist nach einem Scholion, das wahrscheinlich aus der Vorlage:Polytonisch des Vorlage:RE siehe stammt, Vorlage:Polytonisch (Vorlage:RE siehe Eucl. op. V 259, 1 vgl. mit 75, 12. 221, 4. 280. 1). Der Kreis ist die einzige gekrümmte Linie, die in den Elementen berücksichtigt wird. Seine Definition, sowie die des Zentrums, Diameters und Halbkreises, war schon unter die allgemeinen Voraussetzungen aufgenommen (I def. 15–18); hier im III. Buche kommen dazu die Erklärungen der Gleichheit von Kreisen, der sich berührenden Kreise, des Kreissegmentes, des Sektors und verschiedener damit zusammenhängender Ausdrücke. Nach def. 7 heißt Vorlage:Polytonisch der von einer Peripherie und einer Geraden umfaßte Winkel. Die Gerade liegt in diesem Falle innerhalb des Kreises (def. 6). Ist die Gerade der Diameter, so entsteht Vorlage:Polytonisch (elem. III 16. Gemin. bei Prokl. 104, 18. 113, 17. 134, 13). Diesen Halbkreiswinkel, der nach Satz 16 größer ist als jeder geradlinige spitze Winkel, hat schon Aristoteles (mechan. 855 a 36) in Betracht gezogen und gefunden, daß er bei einem größeren Kreise größer als bei einem kleineren Kreise ist. Das Komplement des Halbkreiswinkels ist der Winkel zwischen Peripherie und Tangente, der kleiner als jeder geradlinige Vorlage:Seite spitze Winkel ist (Satz 16) und bei Geminos als Vorlage:Polytonisch erscheint. Prokl. 104, 18. 113, 17 u. ö. (daß bei Prokl. 103ff. der Bericht zu I def. 4 aus Geminos geschöpft ist, zeigt der Vergleich mit Schol. Eucl. op. V 80ff.; vielleicht ist die Benennung Vorlage:Polytonisch auf Apollonios zurückzuführen). Vorlage:SperrSchrift 250f. Von der Vorlage:Polytonisch wird durch def. 8 die Vorlage:Polytonisch unterschieden. Dieser Winkel wird von den Geraden umfaßt, die von einem Punkte der Peripherie eines Segments nach den Endpunkten der Basis desselben gezogen werden. Nach Vorlage:SperrSchrift Danske Vidensk. Selsk. Forh. Febr. 1888 ist auch dieser Winkel schon vor Aristoteles unter dem von E. überlieferten Namen bekannt gewesen.
Die Sätze des III. Buches gelten zunächst dem Zusammentreffen von Kreisen mit einander oder mit Geraden, sei es, daß es sich dabei um ein Berühren oder um ein Schneiden handelt; dann werden die verschiedenen Winkel im Kreise oder in Kreissegmenten behandelt und mehrere Aufgaben daran geknüpft. Im 22. Satze wird bewiesen, daß bei einem in den Kreis eingeschriebenen Viereck die Summe der einander gegenüberliegenden Winkel gleich zwei rechten ist. Der umgekehrte Satz, daß, wenn in einem Viereck die Summe der gegenüberliegenden Winkel = 2R ist, die Scheitelpunkte der Viereckswinkel ihren geometrischen Ort auf einer Kreisperipherie haben, wird häufig von späteren griechischen Mathematikern angewendet. Hervorzuheben sind noch die Sätze 35 und 36 über die Gleichheit von Rechtecken, welche aus den Abschnitten zweier im Kreise sich schneidenden Geraden, bezw. aus einer von außen nach dem Kreise gezogenen Geraden und deren äußerem Abschnitte einerseits und aus dem zugehörigen Tangentenabschnitte andererseits gebildet werden.
Mehrere von den Sätzen dieses Buches werden im IV. Buche, das pythagoreischen Ursprungs ist, angewendet; mithin ist nicht ausgeschlossen, daß auch am Grundbestande des euklidischen III. Buches die Pythagoreer mitgearbeitet haben. Da jedoch außerhalb dieser Schule Elementarsätze der Kreislehre seit Vorlage:RE siehe von den griechischen Geometern benutzt worden sind, so werden wir nicht irren, wenn wir die von E. im III. Buche vereinigten Sätze als ein Gemeingut geometrischen Wissens ansehen, welches, wenn nicht früher, doch schon im 5. Jhdt. v. Chr. vorlag.
Der zweite Beweis zum 10. Satze und wahrscheinlich auch die übrigen zweiten Beweise (Eucl. op. I 326ff.) sind erst nachträglich aus den Kommentaren Herons in den Text eingefügt worden. Dasselbe gilt von dem ganzen 12. Satze. Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 57.
14. Das erste Buch der Elemente begann mit der Aufgabe, ein gleichseitiges Dreieck zu konstruieren, und am Schlusse des zweiten Buches war die Aufgabe gelöst, zu jeder gegebenen geradlinigen Figur ein ihr gleiches Quadrat zu konstruieren. Wenn nun so die beiden ersten regulären Vielecke in dem Abschnitte über die geradlinigen Figuren, das eine am Anfang, das andere am Ende sich gegenüberstanden, so lag es nahe, aus der Vielheit der geradlinigen Figuren diejenigen regulären Figuren abzusondern, welche als Fünfeck, Sechseck usw. an das reguläre Drei- Vorlage:Seite und Viereck sich anschließen. Alle diese Vielecke wurden als Figuren erkannt, die in einen Kreis eingeschrieben oder um ihn beschrieben waren, und zu jedem dieser Vielecke konnte leicht (da es sich nur um die Vervielfältigung je eines Dreieckes handelte) ein ihm gleiches Quadrat gebildet werden. Somit mußte frühzeitig die Frage sich aufdrängen, ob es nicht auch möglich sei, zu dem Kreise, dessen Peripherie mit Zunahme der Vieleckszahlen immer enger zwischen die Perimeter geradliniger Figuren eingeschlossen wurde, ein ihm gleiches Quadrat herzustellen. Die später von Archimedes (s. d. § 8ff.) gefundene Lösung ist ohne Zweifel durch das IV. Buch der Elemente und weiter zurück durch die Pythagoreer vorbereitet worden. Denn dieses ganze Buch ist nach glaubwürdiger Überlieferung (Schol. Eucl. op. V 273, 4. 13) ebenso pythagoreischen Ursprungs wie das erste und wahrscheinlich auch das zweite Buch.
Aus der pythagoreischen Lehre über die regulären ein- und umgeschriebenen Vielecke hat nun E. zunächst die Aufgaben ausgewählt, welche die Konstruktion der fünf regulären Polyeder (o. § 8) vorbereiten. Er setzt das Dreieck mit beliebigen Winkeln (wobei er das gleichseitige Dreieck als besonderen Fall stillschweigend einschließt), das Quadrat und das reguläre Fünfeck in Beziehung zum Kreise. Dann lehrt er die Einschreibung des regulären Sechseckes, um festzustellen, daß dessen Seite dem Radius des Kreises gleich ist (Prop. 15), und schließt mit dem eingeschriebenen Fünfzehneck, dessen Seite, nachdem Dreieck und Fünfeck eingeschrieben sind, durch eine Winkelhalbierung bestimmt wird (Prop. 16).
Bei dem Dreieck, Quadrat und regulären Fünfeck werden jedesmal vier Konstruktionen aufgegeben, zuerst die Einschreibung des Vieleckes in den Kreis, dann die Umschreibung um denselben, ferner die Einschreibung des Kreises in das Vieleck und zuletzt die Umschreibung um dasselbe (Prop. 2–9. 11–14). Beim Sechseck und Fünfzehneck wird nur die Einschreibung in den Kreis gelehrt; doch werden zu jedem von beiden Vielecken die drei anderen Fälle am Schluß der Beweise zu Prop. 15 und 16 berücksichtigt.
In einem Scholion werden diesem Buche 17 (statt 16) Sätze zugeschrieben; ein anderes Scholion weist darauf hin, daß das Buch keine Theoreme, sondern nur Probleme enthält (Schol. Eucl. op. V 273, 5. 14).
Von den sieben zu Anfang gegebenen Definitionen erklären die dritte bis sechste die Ausdrücke Vorlage:Polytonisch oder Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch oder Vorlage:Polytonisch. Vorher (def. 1. 2) wird analog die Einschreibung einer geradlinigen in eine geradlinige Figur oder die Umschreibung einer solchen um eine andere definiert, obgleich von diesen Fällen im IV. Buche kein Gebrauch gemacht wird (Schol. Eucl. op. V 273, 18–23. 274, 1–14). Durch def. 7 wird der Ausdruck Vorlage:Polytonisch erklärt.
Wie die Pythagoreer durch Winkelhalbieruug vom regulären Dreieck und Fünfeck zum Fünfzehneck gelangt sind (o. zu Prop. 16), so haben sie gewiß durch dieselbe elementare Konstruktion Vorlage:Seite aus dem Quadrat die regulären Vielecke von 8, 16, 32 ... Seiten und aus dem Sechseck die Vielecke von 12, 24, 48 ... Seiten entwickelt. Das eingeschriebene und das umgeschriebene 96eck ist später von Archimedes (s. d. § 8) zur Kreismessung verwendet worden.
15. Die Lehre von den Proportionen ist von Eudoxos erfunden (s. d. § 5) und dann von E. im V. Buche der Elemente in die bekannte mustergültige Form gebracht worden (o. § 7). Aus den Vorlage:RE siehe zum Anfange dieses Buches heben wir zunächst hervor, was dort, wahrscheinlich aus Vorlage:RE siehe, im allgemeinen bemerkt wird. Das Ziel des fünften Buches ist Vorlage:Polytonisch. Es enthält nur Theoreme, und diese gelten nicht bloß für die Geometrie, sondern auch für die Arithmetik und Vorlage:RE siehe. In den vorhergehenden Büchern waren allenthalben Größen gesetzt, die durch gerade Linien und deren Zusammentreffen mit einander oder mit einer Kreisperipherie bestimmt sind; hier aber ist allgemein von Größen und deren Beziehungen zu einander die Rede. Die mit einander verglichenen Größen heißen Vorlage:Polytonisch. Zuerst kommt ihr Vorlage:Polytonisch in Betracht, d. i. der Abstand der einen Größe von der andern, wie er von den Pythagoreern zuerst bei der Zahlenreihe beobachtet und weiter zur Ausbildung der Lehre von den Proportionen verwendet worden war (Schol. Eucl. op. V 280, 14. [[RE:Arithmetica#Seite_1098|Vorlage:SperrSchrift Bd. II S. 1098f]]. vgl. mit Vorlage:SperrSchrift ebd. S. 514f.). Dann folgt die Vergleichung der einen Größe mit der andern, wobei man ein Sichverhalten (Vorlage:Polytonisch) bemerkt, welches die alten Geometer Vorlage:Polytonisch nannten. Die Zusammenstellung eines Vorlage:Polytonisch mit einem anderen ihm gleichen hieß Vorlage:Polytonisch (Schol. 280, 15–281, 4, vgl. [[RE:Arithmetica#Seite_1094|Vorlage:SperrSchrift Bd. II S. 1094]], 50ff.).
Das Nähere findet sich bei E. in den Definitionen zum fünften Buche. Vorausgesetzt wird eine Größe, Vorlage:Polytonisch, die in einander gleiche Größen zerlegt werden kann; diese letzteren sind die Teile, Vorlage:Polytonisch, der ersten Größe, welche ihrerseits ein Vielfaches ihrer Teile ist. Die ganze Größe wird von ihren Teilen gemessen, Vorlage:Polytonisch, und umgekehrt mißt der Teil das Ganze, Vorlage:Polytonisch (def. 1. 2). Gleichartige Größen, Vorlage:Polytonisch (§ 16), können mit einander ihrer Quantität nach verglichen werden; so wird ein Verhältnis, Vorlage:Polytonisch, der einen Größe zur anderen beobachtet (def. 3). Jedes Verhältnis muß die Probe bestehen, daß nicht nur ein gewisses Vielfaches der kleineren von beiden Größen größer wird als die andere Größe, sondern auch neben ein Vielfaches der einen Größe ein Vielfaches der anderen Größe, das größer oder kleiner sei als die erstere Größe, gestellt werden kann (def. 4). Wenn nun das Verhältnis einer ersten Größe Vorlage:Polytonisch zu einer zweiten Vorlage:Polytonisch verglichen wird mit dem Verhältnis einer dritten Größe Vorlage:Polytonisch zu einer vierten Vorlage:Polytonisch und es sich herausstellt, daß bei der Multiplikation von Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch mit einer Zahl Vorlage:Polytonisch und von Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch mit einer Zahl Vorlage:Polytonisch immer Vorlage:Polytonisch größer oder kleiner als Vorlage:Polytonisch oder gleich Vorlage:Polytonisch, und ebenso Vorlage:Polytonisch ist, so ist das Verhältnis von Vorlage:Polytonisch zu Vorlage:Polytonisch identisch mit dem Verhältnis von Vorlage:Polytonisch zu Vorlage:Polytonisch, d. h. Vorlage:Polytonisch zu Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch zu Vorlage:Polytonisch verhalten sich Vorlage:Polytonisch, proportional (def. 5. 6. Vorlage:SperrSchrift Zur Gesch. der Math. 390. [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 263. Vorlage:SperrSchrift 115). So ist die Formel Vorlage:Polytonisch Vorlage:Seite erklärt und daran schließt sich die Formel Vorlage:Polytonisch (def. 7, die Umkehrung Vorlage:Polytonisch wird als selbstverständlich nicht ausgesprochen). Statt vier Größen reichen auch drei aus, um eine Proportion nach der Formel Vorlage:Polytonisch zu bilden (def. 8); dann ist Vorlage:Polytonisch (Formel des Vorlage:Polytonisch def. 9, vgl. VI 19 coroll.). Ähnlich wird, wenn Vorlage:Polytonisch ist, Vorlage:Polytonisch (Formel des Vorlage:Polytonisch def. 10, vgl. XI 33). Die in def. 10 hinzugefügten Worte Vorlage:Polytonisch, deuten an, daß, wie eine stetige Proportion von drei, bezw. vier Größen zum Vorlage:Polytonisch, bezw. Vorlage:Polytonisch führt, so allgemein eine stetige Proportion von Vorlage:Polytonisch + 1 Größen zum Vorlage:Polytonisch führen wird, z. B. die stetige Proportion von sechs Größen zum Vorlage:Polytonisch. Der Vorlage:Polytonisch kann geometrisch durch Flächen, der Vorlage:Polytonisch durch Körper dargestellt werden (vgl. Vorlage:SperrSchrift); die Vorlage:Polytonisch höherer Ordnung überschreiten das Gebiet der drei Dimensionen, entziehen sich aber nicht der Darstellung durch Zahlen.
Nachdem ferner durch def. 11 festgestellt ist, daß in der Proportion Vorlage:Polytonisch die vorangehenden Glieder Vorlage:Polytonisch einerseits, und die nachfolgenden Vorlage:Polytonisch andererseits als Vorlage:Polytonisch sich entsprechen, folgen die Erklärungen des Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch, der Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch (def. 12–16, vgl. [[RE:Arithmetica#Seite_1103|Vorlage:SperrSchrift Bd. II S. 1103]]). Wenn drei oder mehrere Größen der Reihe nach sich so zu einander verhalten wie ebenso viele andere Größen, so gilt nach der Formel Vorlage:Polytonisch die Gleichheit der Verhältnisse auch für die äußersten Glieder (Vorlage:Polytonisch), so daß, wenn Vorlage:Polytonisch, auch Vorlage:Polytonisch ist (def. 17 und dazu Vorlage:SperrSchrift). Endlich wird durch def. 18 die Vorlage:Polytonisch erklärt, wobei sechs gegebene Größen Vorlage:Polytonisch die Proportionen = und = bilden (vgl. V 23).
16. Unter Vorlage:Polytonisch (V def. 3) hat Eudoxos und mit ihm E. Größen verstanden, die nach gleichen geometrischen Voraussetzungen gebildet sind. Mithin gelten als gleichartig und fähig zu einander in ein Verhältnis zu treten gerade Linien VI 1–7. 10. 11 u. ö. (vgl. I def. 4), geradlinige Winkel VI 33 (vgl. I def. 8f.), ähnliche geradlinige Figuren VI 1. 19, 20 u. ö. (VI def. 1; einander unähnliche Figuren können nach I 45. II 14 in einander ähnliche verwandelt werden), Kreisperipherien VI 33 (I def. 15. 17), Kreisflächen XII 2 (I def. 15), ähnliche Parallelepipede XI 32. 33 (XI def. 8f.), ähnliche Polyeder XII 3–6 u. ö. (XI def. 12f.), Zylinder XII 11–15 (XI def. 21), Kegel XII 11. 12. 14. 15 (XI def. 18), Kegel zu Zylindern XII 10, Kugeln XII 18 (XI def. 14), ganze Zahlen VII def. 21. 22, prop. 11–14 u. ö. Dagegen sind ungleichartig und können in kein Verhältnis zu einander treten Gerade und Flächen, Gerade und Winkel, Flächen und Körper usw.
Gleichartige Größen sind zu einander teils kommensurabel, Vorlage:Polytonisch, teils inkommensurabel, Vorlage:Polytonisch (X def. 1, vgl. u. § 23). Inkommensurabel Vorlage:Seite sind z. B. die Diagonale eines Quadrates zur Seite desselben = : 1, die halbierende Normale im gleichseitigen Dreieck zur Hälfte der Basis = : 1. Indes haben schon die Pythagoreer eine Doppelreihe ganzer Zahlen gefunden (§ 12 g. E), deren korrespondierende Glieder die Eigenschaft haben, daß sie, als Verhältnisse gesetzt, alternierend den Wert in immer engere Grenzen einschließen, denn es ist Vorlage:Bruch > Vorlage:Bruch > Vorlage:Bruch > ... > > ... > Vorlage:Bruch > Vorlage:Bruch > Vorlage:Bruch. Ähnlich hat, bald nach E., Archimedes durch eine Methode bestimmt, nach welcher, wenn sie weiter fortgeführt wird, diese irrationale Zahl mit einer unendlich kleinen Abweichung zwischen ganzzahlige Verhältnisse eingeschlossen werden kann ([[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Nachr. Ges. d. Wissenschaften Göttingen 1893, 399ff.; Berl. Philol. Wochenschr. 1899, 46f.). Indem dann Archimedes an die Begrenzungen für das transzendente Verhältnis der Kreisperipherie zum Diameter anknüpfte, zeigte er den Weg, wie die Peripherie als Strecke, die Kreisfläche als rechtwinkliges Dreieck, dessen eine Kathete gleich dem Radius, die andere gleich der gestreckten Peripherie ist, die Kugeloberfläche als ebene Kreisfläche gedacht werden kann (dimens. circ. 1; de sphaer. et cyl. I 33). Somit kamen zu den von E. behandelten homogenen Größen noch die Kreisperipherie, die Kreisfläche und die Kugeloberfläche, verglichen der Reihe nach mit dem Diameter, mit einer geradlinigen Figur, mit einem Kreise; denn bei allen war paarweise eine Vorlage:Polytonisch (E. elem. V def. 3) zu beobachten, mochte nun das Verhältnis, wie bei der Kugeloberfläche zur Kreisfläche, als kommensurabel oder, wie bei den ersten beiden Paaren, als zwar inkommensurabel, jedoch bis zu unendlich kleinen Differenzen durch umschließende ganzzahlige Verhältnisse bestimmbar erkannt werden. Außerdem wurden durch Archimedes als homogene und kommensurable Größen nachgewiesen Kugel und Kegel (de sphaer. et cyl. I 34), mithin auch Kugel und Zylinder (ebd. coroll.), Oberflächen der Kugel und des Zylinders (ebd.) usw.
Als homogene Größen sind auch die Zahlen anzusehen. Die Verhältnisse der ganzen Zahlen sind von E. im VII. Buche nach der pythagoreischen Lehre behandelt worden (u. § 21).
17. Eine Rechnung mit gebrochenen Zahlen (Vorlage:SperrSchrift § 11f.) kommt weder hier im V. Buche, das die Grundzüge der eudoxischen Proportionslehre wiedergibt, noch in den pythagoreisch-arithmetischen Büchern VII–IX vor; dafür treten die Verhältnisse, Vorlage:Polytonisch, ein (§ 15). Dem Zähler des Bruches entspricht das führende Glied, Vorlage:Polytonisch, dem Nenner das nachfolgende Glied, Vorlage:Polytonisch. Führende Glieder können, um ein neues Verhältnis zu bilden, zu einander addiert oder von einander subtrahiert werden, wenn die Vorlage:Polytonisch ein und dasselbe Vorlage:Polytonisch hinter sich haben. Wenn zwei Verhältnisse verschiedene Vorlage:Polytonisch aufweisen, so sind sie nach Maßgabe von V 15 zu Verhältnissen mit gleichen Vorlage:Polytonisch einzurichten, um addiert oder subtrahiert zu werden. Entsprechend der Multiplikation von Brüchen tritt die Bildung Vorlage:Seite eines neuen Verhältnisses ein, indem sowohl die Vorlage:Polytonisch als die Vorlage:Polytonisch mit einander multipliziert werden. Das ist die Formel des Vorlage:Polytonisch oder Vorlage:Polytonisch (VI def. 5. Vorlage:SperrSchrift § 32 g. E.). Statt der Division von Brüchen kommt in Betracht das Verhältnis eines Vorlage:Polytonisch zu einem Vorlage:Polytonisch, welches sich als gleich dem Vorlage:Polytonisch ergibt.
Für die Form der stetigen Proportion hat E. keine besondere Benennung. Er deutet sie in def. 8 als Vorlage:Polytonisch und berücksichtigt in def. 9f. die Fälle Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch. Die letztere Proportion bezeichnet Archim. de plan. aequil. II 216, 24 als Vorlage:Polytonisch (vgl. Vorlage:SperrSchrift § 26), und so werden de sphaer. et cyl. II 222, 20 zwischen zwei gegebenen Geraden Vorlage:Polytonisch gebildet.
18. Bei den 25 Theoremen des V. Buches kommt die schon erwähnte Vorlage:Polytonisch homogener Größen oder, wie [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 251 bemerkt, ,die Ungleichheit in Betracht, insofern sie gemessen werden kann, und zwar ist die Messung eine zweifache, eine geometrische und eine arithmetische‘. Je zwei homogene Größen bilden ein Verhältnis, zu welchem ein oder mehrere andere Verhältnisse als gleich oder größer oder kleiner gesetzt werden. Für diese Größen dienen gerade Linien als Vorlage:RE siehe; ,sie sind neben einander gezeichnet, ohne Figuren zu bilden, damit man einsehe, wie es sich hier um Allgemeineres handle als um die Vergleichung geometrischer Gebilde‘. Für jede dieser Geraden kann eine Zahl, sei es eine ganze oder eine zwischen ganzzahlige Verhältnisse bis zu einer unendlich kleinen Differenz einzuschließende, gesetzt werden (§ 16). Eine gebrochene Zahl gilt als ein Verhältnis ganzer Zahlen (§ 17). Überhaupt werden die Sätze dieses Buches unserem Verständnis am besten genähert, wenn wir allenthalben die Formeln für Brüche anwenden, z. B. Prop. 18 und 17: wenn = , so ist auch =
Einen Überblick über die Sätze dieses Buches gibt, vom Standpunkte der neueren Mathematik, Vorlage:SperrSchrift 116ff. Die Sätze 20–23 enthalten, wie er ansführt, die wichtige Lehre von den zusammengesetzten Verhältnissen (vgl. VI def. 5); insbesondere sind in Satz 22 und 23 vgl. mit VI 12. 23 die vollständigen Beweise für die Behauptungen enthalten, die man jetzt folgendermaßen ausdrücken würde: ein Produkt ist bestimmt durch seine Faktoren, und die Reihenfolge der Faktoren ist gleichgültig.
19. Die allgemeine Proportionslehre erhält im VI. Buche eine Ergänzung durch geometrische Konstruktionen. Hauptsächlich handelt es sich hier um ähnliche Figuren (def. 1). Vorbereitend erklärt dann E. die Höhe, Vorlage:Polytonisch, einer Figur (def. 4), die Teilung einer Geraden nach der Regel des goldenen Schnittes (def. 3, vgl. oben § 11 zu II 11), wie auch die Ausdrücke Vorlage:Polytonisch (def. 2) und Vorlage:Polytonisch (def. 5). Statt der überlieferten, auch bei Vorlage:RE siehe def. 118, 1 sich vorfindenden Fassung von def. 2 hat vermutlich E. selbst einen anderen, mit der Anwendung in Satz 14 und 15 übereinstimmenden Wortlaut gewählt. Die fünfte Definition Vorlage:Seite wurde von Vorlage:SperrSchrift Elements of Euclid 286ff. für einen unpassenden Zusatz Vorlage:RE siehe gehalten; allein sie hat schon in der Vorlage:Polytonisch (o. § 3) gestanden. Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. II 73, 2 hält sie deshalb für eine aus der Zeit vor Theon herrührende Interpolation. Da jedoch Satz 23 notwendig durch eine Erklärung vorbereitet werden mußte und die überlieferte Fassung von def. 5 mit der Formulierung von Satz 23 nicht im Widerspruch steht, ist die Echtheit der Definition wohl nicht zu bezweifeln.
Das Wichtigste aus dem Inhalt dieses Buches hebt Vorlage:SperrSchrift 122ff. hervor. Die allgemeinen, dem V. Buche vorausgeschickten Erklärungen über die Gleichheit von Verhältnissen finden gleich in Satz 1 (Dreiecke und Parallelogramme von gleicher Höhe verhalten sich wie die Basen) eine zweckmäßige und sowohl für kommensurable als inkommensurable Größen gültige Verwendung. Nachdem in Satz 2 und 3 die Proportionalität der Seiten des Dreiecks und der durch eine Parallele oder eine winkelhalbierende Gerade gebildeten Abschnitte erwiesen worden ist, folgen die Hauptsätze über ähnliche Dreiecke (4–8). In einem Zusatze zu 8 wird festgestellt, daß die von dem Schnittpunkte der Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks zur Hypotenuse gezogene Normale die mittlere Proportionale zu den Abschnitten der Hypotenuse ist. Damit hängt zusammen der allgemeine Beweis in Satz 17, daß, wenn drei Gerade (oder Zahlen) eine stetige Proportion bilden, das Quadrat der mittleren Proportionale gleich dem Produkt der äußeren Glieder ist, ein Beweis, der schon II 14 ohne Hinzuziehung einer Proportion am rechtwinkligen Dreieck erbracht worden war und in anderer Form in einem Lemma zu X 32 mit Berufung auf VI 8 coroll. nochmals wiederkehrt. In Vorbereitung zu 17 zeigt Satz 16, daß bei einer viergliedrigen Proportion das Produkt der äußeren Glieder gleich dem Produkte der inneren Glieder ist (vgl. [[RE:Arithmetica#Seite_1096|Vorlage:SperrSchrift Bd. II S. 1096]] a. E. –1097, 7).
Die Sätze 9–13 behandeln die proportionale Teilung einer Geraden und die Bestimmung von Vorlage:Polytonisch in den Gleichungen Vorlage:Polytonisch (wobei Vorlage:Polytonisch, wie schon bemerkt, als Gerade dargestellt werden). Weiter lassen sich die Sätze 14–24 zusammenfassen unter dem Gesichtspunkte der Verhältnisse von Flächen geradliniger Figuren (über 23 vgl. [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 251f. Vorlage:SperrSchrift 119. Vorlage:SperrSchrift § 32 a. E.).
Es folgen 25 und 26 als vorbereitende Sätze zu 27–29. Satz 27 enthält nach Vorlage:SperrSchrift 252 das erste in der Geschichte der Mathematik nachweisbare Maximum, welches, als Funktion geschrieben, besagen würde: Vorlage:Polytonisch erhalte seinen größten Wert durch Vorlage:Polytonisch . Dies ist zugleich der Diorismus für die aus 28 zu entnehmende Gleichung Vorlage:Polytonisch, denn Vorlage:Polytonisch darf nicht größer sein als . Dazu kommt in 29 die Gleichung Vorlage:Polytonisch Nach der von E. eingehaltenen geometrischen Darstellung betreffen die Sätze 28 und 29 die mit Hülfe der Proportionslehre verallgemeinerten Flächenanlegungen, die sich zu der Aufgabe vereinigen lassen: an eine gegebene Strecke (Vorlage:Polytonisch) eine gegebene Fläche (Vorlage:Polytonisch) Vorlage:Seite als ein solches Rechteck (mit der Höhe Vorlage:Polytonisch) anzulegen, daß das fehlende (28) oder überschießende (29) Rechteck einem gegebenen Rechteck (mit den Seiten Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch) ähnlich wird. Außer dieser Formulierung des Problems durch Vorlage:SperrSchrift 124f. und der von demselben beigefügten Auflösung vgl. die Entwicklung bei Vorlage:SperrSchrift 35.
Die Aufgabe, eine Gerade nach dem äußeren und mittleren Verhältnisse (def. 3) zu teilen, war im 11. Satze des II. Buches durch die Konstruktion von Quadraten und Rechtecken gelöst worden. Jetzt folgt als Satz 30, gestützt auf 29, die Formulierung der Aufgabe und ihre Lösung nach der Lehre von den Proportionen (vgl. Vorlage:SperrSchrift 125 und o. § 11).
In Satz 31 wird bewiesen, daß, wenn an die Seiten eines rechtwinkligen Dreiecks ähnliche (und ähnlich liegende geradlinige) Figuren (vgl. VI 18. 22) angelegt werden, die Figur auf der Hypotenuse gleich der Summe der Figuren auf den Katheten ist. Darin liegt, wie Vorlage:RE siehe 426, 11–427, 10 zeigt, eine Verallgemeinerung des pythagoreischen Lehrsatzes (I 47). Von den Quadraten kann man weiter gehen zu ähnlichen Rechtecken und Parallelogrammen, zu ähnlichen Dreiecken usw. Für Vorlage:RE siehe gilt Vorlage:Polytonisch. § 2), wie auch anderwärts, als der Autor dieses Beweises; doch ist es wahrscheinlich, daß auch diese Erweiterung schon zu der eudoxischen Lehre von den Proportionen gehört hat [bei Prokl. 427, 9 ist Vorlage:Polytonisch statt Vorlage:Polytonisch zu lesen].
Zuletzt sind zwei Sätze beigefügt, die erst weit später zur Anwendung kommen. Bei der Beweisführung zu XIII 17 (S. 320, 1–5) wird VI 32 fast wörtlich zitiert: wenn ein Dreieck, das zwei Seiten proportional mit zwei Seiten eines andern Dreiecks hat, an dieses so angelegt wird, daß ein Winkel des einen Dreiecks einen Winkel des anderen an der Spitze berührt und je eine proportionale Seite der entsprechenden im andern Dreieck parallel ist, so wird die dritte Seite des einen mit der dritten Seite des andern Dreiecks auf einer Geraden liegen. Satz 33, wonach in gleichen Kreisen die Winkel, mögen es Zentri- oder Peripheriewinkel sein, sich so verhalten wie die Peripherien, auf denen sie stehen, kommt XIII 8–10 zur Anwendung.
20. Den kommensurabeln Zahlengrößen sind die Bücher VII–IX gewidmet. Sie gehören eng zusammen, was man schon daraus ersieht, daß nur dem VII. Buche Definitionen vorausgeschickt sind, die zugleich für die beiden folgenden Bücher gelten. Die Grundlage aller Zahlen ist die Einheit, jede andere (ganze) Zahl ist eine Summe von Einheiten. VII def. 1f. Eudoxos bei Iambl. in Nicom. arithm. 10, 17 Pistelli. Vorlage:RE siehe zu def. 1, Eucl. op. V 362. Das hatte schon Vorlage:RE siehe gelehrt ([[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Abh. Ges. d. Wiss. Leipzig XVII 1, 17 Anm. 3), und die Pythagoreer sind ihm hierin gefolgt (zu folgern aus dem Zusatz Vorlage:Polytonisch zu Vorlage:Polytonisch bei Iambl. a. a. O.). Das Verhältnis zweier ganzen Zahlen zu einander ist entweder eine ganze oder eine gebrochene Zahl. Im ersteren Falle ist die kleinere ein Vorlage:Polytonisch der größeren, z. B. 3 von 9 der dritte Teil oder, wie der Scholiast zur vierten Definition sagt (Eucl. op. V 363) 3 mißt die Zahl 9 ohne Rest (Vorlage:Polytonisch). Wenn aber die Division nicht aufgeht Vorlage:Seite (Vorlage:Polytonisch), so ist die kleinere Zahl nicht ein Vorlage:Polytonisch, sondern mehrere Vorlage:Polytonisch der größeren Zahl, z. B. 7 = 7 zehnte Teile von 10 (Schol. Eucl. op. V 440, 20f.). Die Unterscheidung der Zahlen in gerade und ungerade (def. 6f.) und was weiter daran geknüpft wird, beruht ganz auf pythagoreischer Lehre (Nicom. arithm. I 7, 3. Schol. Eucl. op. V 364f.).
Bei der Multiplikation gerader und ungerader Zahlen sind drei Fälle ,gleich mal gleich‘, ,gleich mal ungleich‘ und ,ungleich mal ungleich‘ zu unterscheiden (def. 8. 9. 11). Einen vierten Fall gibt es nicht; denn da die Reihenfolge der Faktoren eines Produktes (wie aus def. 16–18 hervorgeht), beliebig ist, so macht es keinen Unterschied, ob man gleich mal ungleich oder umgekehrt sagt, d. h. ein Vorlage:Polytonisch (def. 9) ist zugleich ein Vorlage:Polytonisch (def. 10), oder, geometrisch gedacht, ein Oblongum kann ebensowohl auf einer längeren Seite liegend, ▭, oder auf einer kürzeren Seite stehend, ▯, dargestellt werden. E. bedurfte daher der in unseren Texten überlieferten 10. Definition nicht, und sie ist von Vorlage:SperrSchrift Stud. 198f. mit Recht für unecht erklärt worden. Wie es scheint, ist ihre Fassung auf pythagoreische Lehre zurückzuführen, und von da mag sie schon bald nach E. in dessen Elemente eingedrungen sein. Später hat E. in den Sätzen 32–34 des IX. Buches nach dem Vorgange der Pythagoreer unter den geraden Zahlen die Potenzen der 2, die nur geradzahlige Teiler haben, und diejenigen, welche sowohl in gerade, als in gerade und ungerade Teiler zerlegt werden können (z. B. 48 = 4·12 oder 3·16), unterschieden. Die Ausstellungen, welche Iambl. in Nicom. 20, 7–22, 7. 23, 18–26, 17. 30, 27–31, 21 gegen E. und seine Schule erhebt, beruhen auf der falschen Voraussetzung, daß die unechte 10. Definition einen wesentlichen Unterschied von Definition 9 darstelle, und sind deshalb entschieden zurückzuweisen, Vorlage:SperrSchrift Stud. 196ff.
Nach Definition 12 sind Primzahlen solche, die nur durch 1 teilbar sind, nach Definition 13 sind zu einander prim solche Zahlen, die nur die 1 als gemeinschaftlichen Teiler haben. Über die Feststellung der Flächen- und Körperzahlen durch Definition 17 und 18 vgl. o. [[RE:Arithmetica#Seite_1090|Vorlage:SperrSchrift Bd. II S. 1090]], 19. über die Proportionalität von Zahlen (def. 21) Vorlage:SperrSchrift 128, über die vollkommenen Zahlen (def. 23) u. § 22 a. E.
21. Im VII. Buche begegnen uns solche Sätze über ganzzahlige Proportionen, wie sie im V. Buche für beliebige homogene Größen (o. § 16) bewiesen worden sind. Wie Vorlage:SperrSchrift 127ff. bemerkt, war die allgemeine Proportionslehre des V. Buches, wie E. sie nach dem Vorgange des Eudoxos zusammengestellt hatte (o. § 15), für jene Zeiten etwas Neues und deshalb noch nicht genügend entwickelt, um auf allen Gebieten, die sie in Wirklichkeit umfaßte, zu Grunde gelegt zu werden. So ist es gekommen, daß uns außerdem die Proportionslehre des VII. Buches als eine Probe der älteren Behandlungsweise überliefert wurde, die nur auf kommensurable Zahlengrößen sich erstreckte, die Verhältnisse inkommensurabler Größen aber ausschloß. Zu der allgemeinen Lehre des V. Buches kamen im VII. Buche besonders Vorlage:Seite hinzu die Regeln über die Teilbarkeit der Zahlen und die Reduktion von Verhältnissen auf die möglichst kleinen Zahlen. Daher wird durch Definition 21 eine Erklärung der Proportionalität von ganzen und gebrochenen Zahlen gegeben, die zwar in der Hauptsache mit V def. 5 übereinstimmt, aber doch durch die Art, wie sie gebraucht wird, die Hinzunahme einer nicht unwichtigen Voraussetzung anzeigt.
Im ganzen hat E. zwar den Grund für die Zahlenlehre nicht so tief gelegt wie für die Geometrie und die Proportionslehre, aber doch durch die Sorgfalt, mit der er die lange Reihe von theoretischen Sätzen darstellt und begründet, genugsam gezeigt, daß auch für die Arithmetik eine exakte Behandlung erforderlich ist, Vorlage:SperrSchrift 129.
Über Buch VII–IX handeln auch [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 252ff. Vorlage:SperrSchrift Hist. of Greek Mathematics 74ff. Vorlage:SperrSchrift II 35ff.
22. Die Bücher VIII und IX sind den stetigen Proportionen (o. Arithmetica § 26) gewidmet. Das ist die antike Form für geometrische Reihen, deren Glieder ganze Zahlen sind. Die Verhältnisse zwischen Gliedern einer solchen Reihe mit verschiedener Stellenzahl sind die antike Form für die verschiedenen Potenzen von ganzen Zahlen und Brüchen. Einzelne Sätze über Wurzeln entstehen durch Einschaltung von mittleren Proportionalen, Vorlage:SperrSchrift 129. Daß die Wurzelzahlen, auch wenn sie irrational sind, doch als homogen zu rationalen Zahlen gelten, ist o. § 16 gezeigt worden. Zu Anfang des IX. Buches zeigen Proposition 1–6 die Voraussetzungen, unter denen das Produkt von zwei Zahlen ein Quadrat oder einen Kubus ergibt. Unter den übrigen Sätzen sind hervorzuheben Proposition 20, aus welcher hervorgeht, daß die Reihe der Primzahlen unendlich, mithin auch ihre Summe unendlich groß ist (Schol. zu Prop. 20. Eucl. op. V 407, vgl. Vorlage:SperrSchrift 130), ferner Proposition 35, welche die Summierung geometrischer Reihen zeigt, endlich Proposition 36 mit dem Nachweise, unter welchen Voraussetzungen eine vollkommene Zahl entsteht, deren Summe der Teiler, einschließlich der 1, dieser Zahl selbst gleich ist. Beispiele , . So oft die Summe eine Primzahl ergibt, stellt das Produkt dieser Summe mit dem letzten Gliede der Reihe eine vollkommene Zahl dar (Formel , vorausgesetzt, daß eine Primzahl ist). Da E., wie auch bei anderen Sätzen der Zahlenlehre, keine Erläuterungen beigefügt hat, so ist auf Nikomachos I 16, 2–7 zu verweisen, der die ersten vier vollkommenen Zahlen (6, 28, 496, 8128) berechnet und zugleich ausgesprochen hat, daß die Reihe dieser Zahlen, so selten sie auch sind, bis ins Unendliche fortschreitet. Vgl. Iambl. in Nicom. 33, 15–25. Schol. Eucl. op. V 412f. [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Nachr. Ges. d. Wiss. Göttingen 1895, 246ff. Die 5. bis 8. Zahl sind ebd. 248f. entwickelt. Während die vierte Zahl mehr als 8 Tausende beträgt, ist die fünfte größer als 33 Millionen, die achte größer als 2 Trillionen. Darüber hinaus ist noch die neunte Zahl ausgerechnet worden, die mehr als 2 Sextillionen beträgt, Vorlage:SperrSchrift Abh. Ges. d. Wiss. Göttingen 1897 nr. 5, 47f. Vorlage:SperrSchrift II 39. Vorlage:Seite 23. ,Im X. Buche hat sich E. das Ziel gesetzt, sowohl die kommensurabeln und inkommensurabeln als die rationalen und irrationalen Größen zu behandeln‘. So beginnt das erste Scholion zu diesem Buche (Eucl. op. V 414), das wahrscheinlich ebenso wie die oben § 13 zu Anfang erwähnten Vorlage:RE siehe aus der Vorlage:Polytonisch des Vorlage:RE siehe stammt. Durch die ersten Definitionen (denen zweite und dritte später nachfolgen) werden von den kommensurabeln und inkommensurabeln Größen die rationalen (Vorlage:Polytonisch, scil. Vorlage:Polytonisch) und die irrationalen (Vorlage:Polytonisch) unterschieden. Als Einheit kann eine beliebige Größe, die als rational gilt, gesetzt werden. Kommensurabel zu dieser sind andere Größen entweder unmittelbar oder auch so, daß die Quadrate der Einheit und der anderen Größe zu einander kommensurabel sind. Beispiel: 2 ist kommensurabel nicht nur zu 1, 3 usw., sondern auch zu wie das Quadrat vom kommensurabel zu ist. Irrational heißen sowohl Gerade, die weder unmittelbar noch durch Vermittlung der Quadrate zu der gesetzten Einheit kommensurabel sind, als auch Quadrate oder andere Planfiguren, die zum Quadrate der als Einheit gesetzten Größe inkommensurabel sind. Dann sind auch die Seiten der Quadrate inkommensurabel zu der gegebenen Einheit. Planfiguren, die mehr Seiten als das Quadrat haben, sind in Quadrate zu verwandeln. Ergeben sich auch diese als inkommensurabel zum Quadrate der Einheit, so werden auch die Seiten dieser Quadrate inkommensurabel zur Einheit sein. Definition 1–4. Schol. Eucl. op. V 414. 423ff. Vorlage:SperrSchrift 130f. Vorlage:SperrSchrift 255. Vorlage:SperrSchrift II 41f.
24. In dem vor kurzem erwähnten Scholion zum Anfang des X. Buches findet sich ein längerer Bericht über die Lehren der Pythagoreer von den inkommensurabeln und irrationalen Größen (Eucl. op. V 415ff.). Danach sind die Pythagoreer nur mit einer gewissen Scheu diesen schwierigen Untersuchungen näher getreten; das Irrationale erschien ihnen als etwas Rätselhaftes und Unfaßbares (417, 14–20). Nicht alle Größen können zu einer gegebenen Größe kommensurabel sein, wohl aber kann jede beliebige Größe zu einer gewissen Größe in einem rationalen und zu einer anderen in einem irrationalen Verhältnisse stehen (416, 10–16). Jede Größe ist bis ins Unendliche teilbar; aber es gibt keinen kleinsten Teil, nach dem alle Größen gemessen werden könnten (415, 10–20. 416, 2f.). Je mehr alle diese Erörterungen Gefahr liefen ins Unbegrenzte sich zu verlieren, desto größer erscheint das Verdienst des E., aus dem endlosen Stoffe eine für seine Zwecke passende Auswahl getroffen zu haben. Freilich ist er dabei nicht auf die einzig richtige, schon von den Pythagoreern vorgezeichnete und von Archimedes weiter verfolgte Methode gekommen, die irrationalen Größen durch Einschließung zwischen engsten Grenzen zahlenmäßig zu bestimmen. Für ist die pythagoreische Umgrenzung o. § 12. 16 nachgewiesen worden. Über die Bestimmungen von usw. bis durch Vorlage:RE siehe, den Lehrer Vorlage:RE siehe, und die Umgrenzung von durch Archimedes s. [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Nachr. d. Ges. der Wiss. Göttingen 1893, 376ff. Vorlage:Seite
Der Mathematiker Theodoros hat von einer Vorlage:Polytonisch, einer Vorlage:Polytonisch usw. gesprochen, wobei er an die Einteilung des Fußmaßes in 16 Daktylen dachte. Diese Nomenklatur hat der Scholiast Eucl. op. V 424ff. beibehalten.
Im engen Anschluß an Theodoros hat auch Platons Freund Vorlage:RE siehe mit den irrationalen Größen sich beschäftigt (Vorlage:RE siehe Theaet. 147f. Vorlage:SperrSchrift 223f.) und dabei als einen speziellen Fall das gefunden, was E. als allgemein gültig in seinem 9. Satze formuliert hat (Schol. Eucl. op. V 450ff.). Demnach wird auch das damit zusammenhängende Problem in Satz 10 auf eine von Theaitetos herrührende Anregung zurückzuführen sein.
Durch den Satz X 1 hat E. die Methode der Exhaustion nach dem Vorgange des Eudoxos festgestellt. Zwar zitiert Archimedes (s. o. [[RE:Eudoxos 8|Vorlage:SperrSchrift Nr. 8]] § 7) eine andere Form des eudoxischen Satzes; doch ist nicht zu bezweifeln, daß Eudoxos nicht bloß das Verfahren, eine Größe, die größer als jede gegebene sei, zu konstruieren, sondern auch den Nachweis, daß zu jeder auch noch so kleinen Größe eine andere noch kleinere gefunden werden könne, gekannt habe.
25. Wie Vorlage:SperrSchrift 255 ausführt, ist nach E. zwar, wie schon erwähnt wurde, außer der rationalen Zahl auch rational, dagegen sind die Produkte oder irrational, weil jedes dieser Produkte schon eine Fläche bedeutet, also nicht mehr in der Potenz meßbar sein kann. Irrational ist um so mehr die Linie, welche oder als Quadrat besitzt, d. h. die Geraden und . Diese Gattung von Irrationalitäten heißt Vorlage:Polytonisch, die Mediallinie (X 21. Schol. Eucl. op. V 488ff.). Ist hierzu eine andere Gerade kommensurabel, so gilt sie ebenfalls als Vorlage:Polytonisch (X 23). Das von zwei Mediallinien, die nur im Quadrat kommensurabel sind, gebildete Rechteck heißt Vorlage:Polytonisch (X 28), das über Vorlage:SperrSchrift Mediallinie errichtete Quadrat wird Vorlage:Polytonisch oder, wie vorher das Rechteck, schlechthin Vorlage:Polytonisch benannt (X 22. Schol. Eucl. op. V 493, 17. 496 nr. 178–180). Auch zwei Gerade, die im Quadrat kommensurabel sind, können ein Vorlage:Polytonisch umfassen (X 33). Die Summe oder Differenz von zwei rationalen Geraden, die nur im Quadrat zu einander kommensurabel sind, ist irrational; die Summe wird Vorlage:Polytonisch, die Differenz Vorlage:Polytonisch benannt (X 36. 73). Die Formeln sind nach Vorlage:SperrSchrift im ersteren Falle oder (d. h. dieselben Werte als Summanden, die oben als Faktoren gesetzt sind), im letzteren Falle oder oder .
Auf die Schwierigkeiten bei diesen und anderen Formeln ist auch die Dreiteilung des X. Buches (Schol. Eucl. op. V 489, 17, vgl. o. § 8) zurückzuführen. Auf die ersten Definitionen zu Anfang des Buches (o. § 23) folgen Vorlage:Polytonisch hinter Satz 47 und Vorlage:Polytonisch hinter Satz 84. Nachdem die Erklärungen von Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch, wie eben gezeigt wurde, gelegentlich bei den Sätzen, wo sie zuerst zur Anwendung kamen, abgemacht worden sind, werden Vorlage:Seite nun durch die zweiten und dritten Definitionen sechs Gattungen Vorlage:Polytonisch und ebenso viele von Vorlage:Polytonisch unterschieden, so daß mit Hinzurechnung der Vorlage:Polytonisch zusammen 13 Arten von Irrationalitäten in Betracht kommen, Schol. Eucl. op. V 415, 2–6. 421 nr. 6. 489, 14–17.
26. Das Verständnis dieses Buches wird, wie Vorlage:SperrSchrift 130ff. nachweist, erschwert durch den Mangel einer Zeichensprache, die einen viel einfacheren Überblick über die verschiedenen Arten der irrationalen Größen gewährt haben würde. Den Ausgangspunkt bildet Satz 1 (o. § 24), der als eine Umformung aus V def. 4 anzusehen ist. Mit dessen Hülfe werden zuerst einige allgemeine Untersuchungen irrationaler Größen, ohne Rücksicht auf ihre Entstehung, sowie über andere, hieraus gebildete neue irrationale Größen vorgenommen. Daran reihen sich Untersuchungen über Quadratwurzeln, darunter auch über Fälle, in denen diese sich als rational ergeben, sowie über rationale rechtwinklige Dreiecke. Die Formen für irrationale Größen, die ferner aufgestellt werden, sind vierte Wurzeln aus rationalen Größen und Ausdrücke von den Formen sowie die Quadratwurzeln aus diesen Ausdrücken, bezw. gewisse Umformungen dieser Quadratwurzeln in Summen oder Differenzen. Die Glieder der letzteren werden durch Gleichungen von den Formen , wo und schon selbst eine gegebene Form haben, bestimmt (ebd. 131f.).
Der doppelt irrationale Ausdruck wird in den Sätzen 54 und 91 bezw. für und zu einem einfach irrationalen umgeformt. Dieselbe Umbildung wird dann in 57 und 94 angewendet um den Ausdruck , wo kein Quadrat ist, umzuwandeln in
- .
Auf diese Form führen die Gleichungen, die in 39 und 76 dazu dienen, die sog. ,größere‘ und ,kleinere‘ irrationale Größe darzustellen (ebd. 132).
Außerdem ist über die Anlage und Ausführung des X Buches zu verweisen auf Vorlage:SperrSchrift 254ff. [[Siegmund Günther|Vorlage:SperrSchrift]] in Iw. Vorlage:SperrSchrift Handb. der class. Altertumswiss. VVorlage:Sup 244. Vorlage:SperrSchrift Hist. of Greek Mathem. 78ff. Vorlage:SperrSchrift II 40ff.
Der letzte Teil des Buches (hinter Prop. 115) ist unecht und deshalb von Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift in den Anhang (S. 402ff. Heib.) verwiesen worden. Vgl. Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. V, LXXXIVf.
27. Um den Inhalt von Buch X leichter verständlich zu machen, sind gegen Ende der Alexandrinerzeit zahlreiche Ergänzungssätze (Vorlage:Polytonisch) in den Text eingefügt worden. Nach Vorlage:SperrSchrift Kopenhagen Vidensk. Selsk. hist.-philos. Abt. II (1888) 239. 297 scheinen sie, wenn nicht alle, so doch ein großer Teil aus dem Kommentar des Pappos geflossen und schon vor Vorlage:RE siehe in den Text gekommen zu sein. Namentlich werden von Vorlage:SperrSchrift Herm. XXXVIII (1903) 57f., als aus jenem Kommentar herrührend, angeführt die Lemmata zu Proportion 16 (Eucl. op. III p. 46). 21 (p. 62). 41 (p. 118). 53 (p. 156). 59 (p. 180). Vorlage:Seite
Außerdem sind Lemmata zu Proportion 9. 13. 18. 23. 28. 32 überliefert. Diese hat der Herausgeber in den Text aufgenommen, andere aber (zu Proportion 20. 27. 29. 31. 32 [zweites und drittes]. 33. 34) in den Anhang (p. 384ff.) verwiesen.
Die im ersten Lemma zu Proportion 28 gestellte Aufgabe, zwei Quadratzahlen zu finden, deren Summe ebenfalls ein Quadrat sei, ist o. Bd. II S. 1107f. erläutert und ihre Lösung auf arithmetischem Wege weitergeführt worden.
Über den ersten Teil des Lemma zu Proportion 32 (p. 96) s. o. § 11. Das Ergebnis des zweiten Teiles (p. 98, 3–8) ist inmitten des Beweises zu II 14 (p. 162, 9–11) gezogen, aber dort nicht als Lehrsatz ausgesprochen worden.
28. Da die Bücher XI–XIII, in denen die Elemente der Stereometrie behandelt werden, eng zusammenhängen, so sind nur dem XI. Buche Definitionen vorausgeschickt. Den entsprechenden Fall haben wir früher (§ 20) bei der Gruppe VII–IX beobachtet.
Eröffnet wird das XI. Buch durch die Erklärung von Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch (def. 1f.). Eine Gerade oder eine Ebene bilden mit einer Ebene entweder einen rechten Winkel oder sie sind zur Ebene geneigt (Vorlage:Polytonisch) oder sie sind mit ihr parallel (def. 3–8). Hieran schließen sich die Definitionen der ähnlichen, sowie der gleichen und ähnlichen regulären Körper und der Ecke (9–11), sodann werden Pyramide, Prisma, Kegel, Zylinder, Würfel, Oktaeder, Ikosaeder und Dodekaeder, die Achsen von Kugel, Kegel und Zylinder, Zentrum und Diameter der Kugel, die Grundflächen von Kegel und Zylinder erklärt und die Ähnlichkeiten von Kegeln und Zylindern festgestellt (12–28).
Weiter folgt auf die vorbereitenden Sätze 1–3 (Gerade in Vorlage:SperrSchrift Ebene und als Schnittlinien von zwei Ebenen) die Reihe der Sätze 4–23, welche auf parallele und senkrechte Gerade und Ebenen sich beziehen, woran Untersuchungen über Ecken sich schließen. Dann wendet E. sich zu den Parallelepipeden und kommt auch auf deren Ähnlichkeit oder Gleichheit oder Proportionalität (24–37). Den Schluß bilden zwei Sätze über einen besonderen Fall der Halbierung der Diagonale eines Würfels und über die Gleichheit von Prismen (38f.). Vorlage:SperrSchrift 256. Vorlage:SperrSchrift 133f. Alle diese Sätze sind ausgewählt und zusammengestellt, um auf die beiden folgenden Bücher vorzubereiten; dies erkennt auch Vorlage:SperrSchrift II 52f. an, erhebt aber doch gegen E. mehrere, schwerlich zu billigende Ausstellungen.
Zu dem 20. Satze, wonach je zwei eine dreiseitige Ecke umschließende Winkel zusammen größer als der dritte Winkel sind, findet sich bei Menelaos sphaer. I 5 ein entsprechender Satz über das sphärische Dreieck, Vorlage:SperrSchrift Abh. zur Gesch. der Math. XIV (1902) 31. Selbstverständlich sind bei Menelaos sowohl die Form des Theorems als die Beweisführung verschieden von dem Texte des E., da es sich bei diesem um eine von Ebenen umschlossene Ecke handelt.
Zu Satz 33: Vorlage:Polytonisch vgl. V def. 10 und o. § 15.
Satz 37 besagt für Parallelepipede das Entsprechende wie VI 22 für geradlinige Planfiguren. Vorlage:Seite E. spricht nur von Vorlage:SperrSchrift Geraden; ein späterer Mathematiker hat einen ähnlichen Beweis für beliebig viele Gerade hinzugefügt, Eucl. op. IV 386ff.
Hinter 37 folgte in den früheren Ausgaben ein Satz Vorlage:Polytonisch usw., der von Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. V, LXXXIf.; Herm. XXXVIII (1903) 200 für unecht erklärt und in den Anhang Eucl. op. IV 354 verwiesen worden ist. An derselben Stelle (p. 344–353. 385f. 388–390) finden sich noch einige andere Zusätze zu Proportion 22. 23. 36. 38.
29. Das XII. Buch enthält die Lehre von den Maßen des körperlichen Inhalts der Pyramide, des Prisma, des Kegels, des Zylinders und der Kugel, jedoch mit Ausschluß von wirklichen Berechnungen, von denen E. in der Stereometrie ebensowenig wie in der Planimetrie Gebrauch gemacht hat, Vorlage:SperrSchrift 256. Zur Vorbereitung werden die planimetrischen Sätze 1 und 2 vorausgeschickt, daß sowohl die Flächen der in den Kreis eingeschriebenen ähnlichen Polygone als die Kreisflächen sich zu einander wie die Quadrate der Kreisdurchmesser verhalten. Zum Beweise des zweiten Satzes wird nach dem Vorgange des Eudoxos (s. d. § 7) das Exhaustionsverfahren angewendet. Wenn man sowohl in den Kreis als um denselben ein Quadrat zeichnet, so ist das umgeschriebene Quadrat doppelt so groß als das eingeschriebene (denn es enthält acht gleiche und ähnliche Dreiecke, deren jedes = Vorlage:Bruch des eingeschriebenen Quadrates ist) und die Kreisfläche ist kleiner als das umgeschriebene und größer als das eingeschriebene Quadrat. Hiermit war die erste Umgrenzung sowohl für die Kreisfläche durch meßbare reguläre Vielecke als für die Kreislinie durch Gerade gegeben. Auf diesem Wege ist später Archimedes weiter gegangen, indem er, mit dem Sechsecke beginnend, durch fortschreitende Verdoppelung der Seitenzahlen der Polygone den Kreis zuletzt zwischen das umgeschriebene und das eingeschriebene Sechsundneunzigeck einschloß (s. o. Vorlage:SperrSchrift § 8f.). Dagegen hat E. nur einen Anlauf dazu genommen, an Stelle des Quadrates das Achteck zu setzen und darauf hinzudeuten, daß durch fortgesetzte Verdoppelung der Seitenzahlen der Vielecke die Unterschiede zwischen dem Kreise und dem eingeschriebenen Vielecke immer kleiner und zuletzt verschwindend klein werden. Mit der Konstruktion der zum Beweise erforderlichen Figuren ist E. aber schon beim eingeschriebenen Achteck stehen geblieben (Eucl. op. IV 142f.). Denn indem er aus der Seite ZE des eingeschriebenen Quadrates und dem Abstande der Achtecksecke K von dieser Seite ein Rechteck bildete, zeigte er, daß die Hälfte des Kreissegmentes EKZ kleiner als die Hälfte des Rechteckes über ZE, d. i. kleiner als das Dreieck EKZ ist. Indem nun die Kreisperipherie fortgesetzt halbiert und, ähnlich wie vorher, in die entsprechenden Kreissegmente immer kleinere Dreiecke eingeschrieben werden, wird nach X 1 (o. § 24 a. E.) zuletzt als Unterschied des Kreissegmentes und des eingeschriebenen Dreieckes eine Größe übrig bleiben, die kleiner als jede denkbare, noch so kleine Größe, d. i. unendlich klein, ist. Mithin wird der Unterschied der Kreisfläche von der Fläche eines eingeschriebenen Vorlage:Seite Polygons von unendlich vielen Seiten kleiner als jede denkbare Größe gesetzt werden können und, wie die ähnlichen Polygone zu einander sich wie die Quadrate der Durchmesser verhalten (Satz 1), so werden auch die Kreisflächen sich wie die Quadrate ihrer Durchmesser verhalten. Über den Exhaustionsbeweis bei E. an dieser und anderen Stellen handelt ausführlich Vorlage:SperrSchrift 136ff. Die eigentümliche Formulierung des Beweises ist darauf zurückzuführen, daß von den damaligen Geometern die Begriffe unendlich klein und unendlich groß (in Bezug auf die Zahl der Seiten eines Polygons, wie auch in anderen Beziehungen) durchaus vermieden worden sind. Damit hängt die apagogische Fassung des Beweises hier und an allen ähnlichen Stellen zusammen.
30. Weiter wird im XII. Buche, abgesehen von einigen vorbereitenden Sätzen, gezeigt, daß Vorlage:RE siehe von gleicher Höhe sich wie ihre Grundflächen (Satz 5. 6) und ähnliche Pyramiden wie die Kuben der homologen Seiten (8 mit coroll.) verhalten, ferner daß bei gleichen Grundflächen und Höhen jede Pyramide und jeder Kegel der dritte Teil des betreffenden Prisma oder Zylinders ist (7 coroll. 10) und daß, bei gleichen Höhen, Kegel und Zylinder sich wie die Grundflächen, bezw. wie die Kuben der Durchmesser der Grundflächen (11. 12), bei gleichen Grundflächen aber wie die Höhen (14) verhalten, endlich daß die regulären, in eine Kugel eingeschriebenen Polyeder sowie die Kugeln selbst sich wie die Kuben ihrer Durchmesser verhalten (17 coroll. 18). Der nach der Methode der Exhaustion ausgeführte Beweis zu Satz 18 verläuft ganz analog dem Beweise zu Satz 2 (o. § 29).
Daß E. die Sätze 2. 7. 10. 18 von Eudoxos entlehnt hat, ist unter [[RE:Eudoxos 8|Vorlage:SperrSchrift Nr. 8]] § 7 nachgewiesen worden.
Das Lemma zu Satz 2 wird von Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. V, LXXX; Herm. XXXVIII (1903) 200 für unecht erklärt. Das Lemma zu 4, den zweiten Beweis zu 17 und einige andere spätere Zusätze hat derselbe in den Anhang (Eucl. op. IV 356–360. 390ff.) verwiesen.
31. Das XIII. Buch ist den fünf regulären Polyedern gewidmet. Im ersten Scholion zu diesem Buche (Eucl. op. V 654), das wahrscheinlich auf Vorlage:RE siehe zurückzuführen ist (o. § 7), wird berichtet, daß jene von Vorlage:RE siehe Tim. 54 E f. erwähnten Polyeder gewöhnlich die platonischen heißen (Papp. synag. V 352, 11 Hu. Index zu Papp. unter Vorlage:Polytonisch), jedoch der Würfel, das Tetraeder und Dodekaeder schon von den Pythagoreern, das Oktaeder und Ikosaeder von Theaitet behandelt worden sind. Damit steht Suidas s. Vorlage:Polytonisch nicht im Widerspruch, denn wenn Theaitet über die ihm besonders beigelegten Polyeder schrieb, so mußte er zugleich die drei pythagoreischen Polyeder berücksichtigen. Weiter hat der Autor, aus welchem sowohl das dritte Scholion zu Buch V als das erste zu XIII geflossen sind, mit Recht bemerkt, daß diese beiden Bücher, obwohl ihr hauptsächlicher Inhalt von anderen herstammt, doch dem E. nicht abgesprochen werden dürfen, da dieser den ganzen Stoff geordnet, ergänzt und in die für die Elemente der Geometrie erforderliche knappe und strenge Form gebracht habe.
Die Sätze 1–5 enthalten Anwendungen der Vorlage:Seite Lehre von dem goldenen Schnitte (Vorlage:Polytonisch usw.) und dienen als Vorbereitung zur Konstruktion der Polyeder. Sie rühren wahrscheinlich von Eudoxos (s. d. § 6. [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 228) her und sind von Vorlage:SperrSchrift 134 durch Formeln der modernen Algebra dargestellt worden. Vgl. auch Vorlage:SperrSchrift I 128ff. II 56f.
Der 6. Satz, der einen Fall der Lehre von der Vorlage:Polytonisch (o. § 25) darstellt, ist von Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. IV 263, 1. V, LXXXII als unecht nachgewiesen worden. Dasselbe gilt von dem als Schluß von 17 (Eucl. op. IV 326) überlieferten Satze, Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. V, LXXXIIf.
Nachdem das Hauptziel weiter durch die Sätze 7–12 vorbereitet worden ist, folgen in 13–17 die Aufgaben, in die Kugel ein Tetraeder, ein Oktaeder, einen Würfel, ein Ikosaeder und Dodekaeder einzuschreiben. Zuletzt wird in 18 die Aufgabe gelöst, die Seiten der fünf Polyeder in Vorlage:SperrSchrift Halbkreis einzuschreiben. Den Schluß bildet der Nachweis, daß es außer den erwähnten fünf Polyedern keine anderen vollkommen regulären Körper gibt. Vgl. Papp. synag. V 358, 19–28 Hu.
Das Zitat Vorlage:Polytonisch bezieht sich auf das Corollarium zu Satz 16 (Eucl. op. IV 316).
In den Anhang seiner Ausgabe hat Vorlage:SperrSchrift verschiedene, von jüngern Bearbeitern hinzugefügte Beweise von Sätzen des XIII. Buches aufgenommen, und zwar zu Prop. 1–5 Eucl. op. IV 364ff., zu Prop. 5 ebd. 362. 364, zu Prop. 6 ebd. 360. 362, zu Prop. 17f. ebd. 376ff.
32. Eine Schule des E. hat in Alexandreia noch unter Ptolemaios Euergetes (247–221) bestanden. An diese schloß Apollonios von Perge sich an, als er in Alexandreia die erste Bearbeitung der Konika abfaßte, Papp. synag. VII 678 vgl. mit [[RE:Apollonios 112|Vorlage:SperrSchrift Nr. 112]] o. Bd. II S. 151. Auch von Iambl. in Nicom. arithm. 20, 11 Pistelli werden Vorlage:Polytonisch erwähnt. Wahrscheinlich hat diese Schule weiter bestanden, so lange noch die mathematischen Studien in Alexandreia blühten. Aus ihr mögen manche von den Zusätzen und abgeänderten Beweisen hervorgegangen sein, welche Vorlage:SperrSchrift je an den Schluß der vier Bände seiner Ausgabe verwiesen hat. Auch die späteren Scholiasten haben wahrscheinlich vieles sich zu nutze gemacht, was in derselben Schule bereits ausgearbeitet worden war.
33. Schon frühzeitig haben namhafte Mathematiker ihre Tätigkeit auf die Erläuterung, ja teilweise auch auf die Verbesserung der Elemente gerichtet. An der Spitze steht Apollonios, dessen Blütezeit etwa 70 Jahre nach E. anzusetzen ist. Vorlage:RE siehe hat uns beachtenswerte, wahrscheinlich aus der Vorlage:Polytonisch des Apollonios (o. Bd. II S. 159, 11) entnommene Bemerkungen desselben zu Elem. I def. 2. 8; Prop. 10. 11. 23 und, wie Vorlage:SperrSchrift vermutet, auch zu Prop. 2 überliefert. Procl. in I. elem. 100, 5. 123, 14. 227, 9. 279, 16. 282, 8. 335, 16. Vorlage:SperrSchrift Apollonii quae graece exstant II 133–137.
Unter den eigentlichen Kommentaren zu den Elementen ist an erster Stelle der des Vorlage:RE siehe von Alexandria (s. d.) zu erwähnen. Durch die Herausgabe des Arabers Anaritius (Abul Abbas al-Fadl aus Nairiz, um 900) von Vorlage:SperrSchrift (Euclidis opera, Vorlage:Seite supplem., Leipzig 1899) und durch den von Vorlage:SperrSchrift veröffentlichten arabischen Text des Cod. Leidensis 399, 1 (o. § 6 g. E.) haben wir zuerst einen Einblick in die kommentierende Tätigkeit Herons nicht bloß zum I., sondern auch weiter bis zum VIII. Buche der Elemente erlangt und zugleich erkannt, daß einige Sätze Herons zum I. Buche noch im Urtexte bei Proklos, der die Autorschaft Herons gerade da verschwiegen hat, wo er ganze Beweise aus ihm entnahm, erhalten sind. Während E. nur immer an dem einzelsten Falle haftet, hat ihn Heron durch die Verallgemeinerung einiger elementaren Sätze oder durch Auffindung neuer Beweisformen überboten. Zu dem II. Buche hat er einige von den geometrisch aufgefaßten Sätzen des E. auf ihre arithmetische Bedeutung zurückgeführt und dabei die arithmetische Analysis und Vorlage:RE siehe von den entsprechenden geometrischen Beweisarten unterschieden. Bei anderen Sätzen ist er mit E. der geometrischen Methode gefolgt und hat die Sätze seines Vorgängers nach verschiedenen Seiten hin erweitert und ergänzt. Zahlreich sind auch die Beifügungen zum III. und IV. Buche, seltener aber die zum V–VIII, [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Berl. Philol. Wochenschr. 1899, 1281ff. Vorlage:SperrSchrift Stud. 157ff.; Kopenhagen Vidensk. Selsk. Skr., hist.-philos. Afd. II 3 (1888), 293. 304; Herm. XXXVIII (1903) 58f. Vorlage:SperrSchrift III 116ff.
Auch Poseidonios darf zu den Kommentatoren der Elemente gezählt werden. Wie aus Proklos a. a. O. 217f. hervorgeht, hat er in einer Polemik gegen den Epikureer Vorlage:RE siehe von Sidon allgemeine Untersuchungen über die Euklidischen Definitionen, Postulate und Axiome (Vorlage:Polytonisch, Vorlage:RE siehe 200, 2 vgl. mit 199, 1ff.), insbesondere über die Definition des Punktes (Anarit. 3, 23), der Parallelen (Prokl. 176, 6), des geometrischen Vorlage:Polytonisch (ebd. 143, 8) angestellt. Ferner werden ihm zugeschrieben die Unterscheidung von Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch (ebd. 80, 21), die Unterscheidung von sieben Arten der Vorlage:Polytonisch (170, 13), Untersuchungen zum 1. Satze der Elemente (216, 20–217, 9. 217, 24-218, 11. Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1899, 1285).
Die Beiträge des Vorlage:RE siehe zur Erklärung der Elemente sind wahrscheinlich in seiner Vorlage:Polytonisch enthalten gewesen. In den Vorlage:RE siehe zum I. Buche (Eucl. op. V 71–108, 18) ist ein guter Teil des Kommentars zu den Definitionen dieses Buches erhalten (ebd. 107, 20. 108, 16 vgl. mit Procl. in I. elem. 177, 24f.). Die angeführten Scholien sind besonders dadurch wertvoll, daß sie nur Auszüge aus Geminos enthalten, während Proklos in seinem Kommentar (85–177) außerdem noch aus anderen Autoren geschöpft, immerhin aber den Geminos als Hauptquelle benutzt hat. Auch die Petita und Axiome hat Geminos erläutert, Prokl. 178–182, 6. 183, 15–189, 10 (namentlich wird Geminos angeführt 182, 5. 183, 15. 184, 5. 185, 8. 188, 5). Vorlage:RE siehe Eucl. op. V nr. 9–15 (Proklos wird zitiert nr. 14f.; von p. 113, 14 an gibt der Scholiast mehr als bei Proklos sich findet). Auch bei Anaritius sind Auszüge aus Geminos erhalten, die, wie aus p. 73, 5 hervorgeht, aus dem Kommentar des Simplikios zum I. Buche der Elemente entnommen sind, Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1899, 1284. In Erweiterung Vorlage:Seite von Elem. I def. 8 hat Geminos versucht, die Berührungen von Geraden mit einander, von Geraden mit Ebenen und von Ebenen mit einander in eine Definition zusammenzufassen (Anarit. 13, 8–20). Ferner hat er die Definition der Parallellinien (Elem. I def. 23) dahin abgeändert, daß er statt der negativen Bestimmung des E. (Vorlage:Polytonisch) das positive Merkmal erit semcr spatium, quod est inter eas, unum einsetzte (ebd. 26, 11–15; etwas anders lautet der Bericht des Proklos 176, 25–177, 23). Zu Elem. I prop. 29 hat Geminos bemerkt, daß dieser Satz als Umkehr von Prop. 28 anzusehen ist. Daran hat er ausführliche Erörterungen über Parallellinien und die durch deren Schnitt mit einer Geraden gebildeten Winkel geknüpft. Anarit. 66, 11–73, 31. Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschrift a. a. O.
Ob Vettius Vorlage:RE siehe (2. Jhdt. n. Chr.) einen Kommentar zum X. Buche der Elemente verfaßt hat, muß für jenen Artikel vorbehalten bleiben. Vorlage:SperrSchrift Stud. 169 bezweifelt die Vermutung von Vorlage:SperrSchrift Mém. présentés XIV (1856) 658ff., daß der in arabischen Hss. erwähnte Valens (arab. Fâlîs al-Rumi) identisch mit Valens, dem älteren Zeitgenossen des Ptolemaios, sei.
Auch in betreff der Kommentare des Porphyrios, Pappos, Proklos und Simplikios ist auf die später folgenden Artikel zu verweisen; doch mögen einige Zitate schon hier Platz finden. Über Porphyrios vgl. Vorlage:SperrSchrift Stud. 159ff. [[Franz Susemihl|Vorlage:SperrSchrift]] I 707; über Pappos Vorlage:SperrSchrift Stud. 162ff. 170ff.; Kopenhagen Vidensk. Selsk. Skr., hist.-philos. Afd. II 3 (1888) 236ff. 297f.; Vorlage:RE siehe XXXVIII (1903) 57f. Die Hauptmasse der alten Scholien zu den Elementen und namentlich die meisten Lemmata entstammen dem Kommentare des Pappos, von dem einige Reste bei Proklos, mehrere noch bei Al-Haddschadsch und Anaritius (o. § 6) erhalten sind. Der ausführliche Kommentar des Proklos zum I. Buche ist durch die Ausgabe von [[Johann Gottfried Friedlein|Vorlage:SperrSchrift]] (Leipzig 1873) zugänglich geworden. Er war in vier Bücher geteilt (Vorlage:SperrSchrift Stud. 165) und hat seinen Hauptwert durch die aus älteren Autoren mitgeteilten Auszüge (ebd. 164ff.). Aus dem Kommentar des Simplikios sind Auszüge bei den sofort anzuführenden arabischen Schriftstellern erhalten.
Über die Kommentare des Al-Haddschadsch (8.–9. Jhdt.) ist schon oben § 6 g. E. und über Anaritius (um 900) § 33 Absatz 2 kurz berichtet worden. Aus der Vorrede im cod. Leidensis 399, 1 geht hervor, daß das von Al-Haddschadsch aus dem Griechischen übersetzte und durch Erläuterungen erweiterte, andererseits aber auch verkürzte Werk später von Al-Narizi neu bearbeitet und durch Zitate aus griechischen Schriftstellern bereichert worden ist. Sehr ausführlich sind, ähnlich wie bei Proklos, die Bemerkungen zu den Definitionen, Postulaten und den Vorlage:Polytonisch des I. Buches. Auf die Übersetzung der betreffenden Textesstelle (Euclides dixit usw.) folgen nach Bedarf Auszüge aus Simplikios, Anaritius, Pappos, überall mit Angabe des Autors (Simplicius dixit usw.), sowie Zusätze, die wenigstens zum Teil von Al-Haddschadsch herzurühren scheinen. Der Kommentar zu den Propositionen beginnt gleich mit der Überschrift ,die erste Proposition umfaßt fünf Vorlage:Seite Propositionen, eine des E. und vier des Vorlage:RE siehe‘, und so folgt auf einen Euclides dixit überschriebenen Abschnitt ein zweiter unter dem Titel Hero dixit. Im weiteren Verlaufe des I. Buches finden sich Zusätze teils mit Nennung des Autors (z. B. des Heron zu I 11), teils ohne Angabe der Quelle. Das meiste berührt sich nahe mit den Erläuterungen des Proklos; doch hat Al-Haddschadsch immerhin manches, was bei Proklos fehlt oder von ihm abweicht. Im Kommentar zum II. Buche ist wiederum Heron der erste Autor, der neben E. erscheint und später zu wiederholtenmalen angeführt wird. Ähnlich wie der Kommentar des Al-Haddschadsch ist der des Anaritius angelegt, doch im ganzen ausführlicher gehalten. Zum I. Buche hat Anaritius noch mehr alte Autoren angeführt, als bei Al-Haddschadsch sich finden, doch scheint er außer Heron nur den Kommentar des Simplikios in Händen gehabt und aus diesem die Erwähnungen des Vorlage:RE siehe, Archimedes, Poseidonios, Geminos u. a. entlehnt zu haben. Vom II. bis VIII. Buche hat er außer E. nur den Heron benutzt, Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1899, 1285f. Zum IX. und X. Buche haben ihm Schriften vorgelegen, deren Verfasser wir nicht kennen; nur das steht fest, daß sie mit den Quellen, aus denen die Scholien Eucl. op. V 399ff. Heib. geflossen sind, keinen ersichtlichen Zusammenhang haben. Den E. zitiert Anaritius teils mit Namensnennung, teils als Geometer (Vorlage:SperrSchrift zu Anarit. 387). Ausnahmsweise wird 232, II noch ein anderer Autor angeführt; doch wissen wir nicht, woraus die Namensform diachasimus verderbt sein mag. Auch wenn wir versuchen, dafür Vorlage:Polytonisch einzusetzen, bleibt es ganz ungewiß, was für ein Mathematiker damit gemeint sein sollte.
34. Eine ansehnliche Sammlung von Scholien zu E. ist von Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. V herausgegeben und später durch Nachträge ergänzt worden (Hermes XXXVIII [1903] 334–352). Über die Hss vgl. die Berichte des Herausgebers Eucl. op. V, IXff.; Hermes a. a. O. Die Quellen der Scholien gehen zurück bis auf Vorlage:RE siehe, den Lehrer Vorlage:RE siehe (Vorlage:SperrSchrift Biblioth. math. 1904, 226). Nächstdem ist vieles entlehnt aus Heron, Geminos und Pappos (o. § 33). Der Grund zu der in den Hss. vorliegenden Sammlung ist, wie es scheint, im 6. Jhdt., bald nach Proklos, gelegt worden. Vorlage:SperrSchrift Vidensk. Selks. a. a. O. 242. 298. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 225f. Diese Sammlung ist später mannigfach abgeändert, erweitert, teilweise aber auch gekürzt worden, bis sie im 11. Jhdt., wo die indischen Ziffern hinzukamen, im wesentlichen zum Abschluß gekommen ist. Vorlage:SperrSchrift Vidensk. Selsk. a. a. O.; Hermes a. a. 0 345. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 226. Frühzeitig sind die allgemeinen Sätze des E., wo es nötig schien, durch Zahlenbeispiele erläutert und es sind dabei nach Bedarf außer den Ganzen oder Einheiten erste, zweite, dritte und vierte Sechzigstel ausgerechnet worden. Eine Nachprüfung hat ergeben, daß diese sexagesimalen Ausrechnungen sachverständig und zum Teil bis zu überraschend genauen Ergebnissen durchgeführt worden sind; hat sich doch für ein Wert herausgestellt, der mit der Hipparchischen Bestimmung (Ptolem. synt. I Vorlage:Seite 35, 15f. Heib.) übereinstimmt und in dezimaler Ausrechnung zu einem bis zur siebenten Stelle genauen Werte geführt hat. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 230ff.
35. Die Elemente sind ungemein häufig von alten und mittelalterlichen Mathematikern zitiert worden. Ein Verzeichnis der betreffenden Autoren hat Vorlage:SperrSchrift in den Fußnoten zu seiner Ausgabe zusammengestellt. Die Zitate bei Heron Vorlage:Polytonisch behandelt Vorlage:SperrSchrift Stud. 186ff. und knüpft daran eine chronologisch geordnete Übersicht anderer, die Elemente zitierenden Autoren vom 2. bis 14. Jhdt. n. Chr., wozu er später Nachträge Hermes XXXVIII (1903) 752ff. gegeben hat. Diese Zusätze werden später in das geordnete Verzeichnis der zitierten Stellen noch einzufügen sein. Gelegentlich habe ich außerdem angemerkt: zu Elem. II 10 Procl. in Vorlage:RE siehe remp. Bd. II 27, 17 Kroll; zu VI 20 Papp. synag. VIII 1100, 15.
36. Als eine Fortsetzung des den regulären Polyedern gewidmeten Teiles der Elemente ist anzusehen eine Schrift des Hypsikles (s. d.). Sie ist in den Hss. Vorlage:Polytonisch (oder Vorlage:Polytonisch) betitelt und wird als XIV. Buch gezählt. Vorlage:SperrSchrift Stud. 154ff.; Eucl. op. V 2, 18–20. Ein kritisch gesicherter Text ist von demselben Eucl. op. V 1ff. hergestellt worden. Vgl. ebd. Praef. VII. Vorlage:SperrSchrift Bull. des sciences mathém., 2. série, XI 1 (1887), 86ff. Vorlage:SperrSchrift De E. elementorum libris qui feruntur XIV et XV, Dissert. Leipz. 1891, 1. 41. Vorlage:SperrSchrift II 85–88. Vorlage:SperrSchrift Hist. 136.
Weit jünger ist ein aus drei Teilen bestehender Traktat, der ebenfalls Ergänzungen zur Lehre von den Polyedern enthält und in den Hss. PvV als XV. Buch der Elemente (Vorlage:Polytonisch, op. V 40, 16 Heib.) gezählt wird. Auch dieses Buch hat Vorlage:SperrSchrift Bd. V 39ff. seiner Ausgabe der Elemente beigefügt. In dem dritten Abschnitte, der über die Neigungswinkel der die regelmäßigen Polyeder berührenden Ebenen handelt, erwähnt der Verfasser (50, 21) als seinen berühmten Lehrer einen Isidoros und meint damit offenbar den Isidoros von Milet (um 532), bekannt als Baumeister der Sophienkirche. Jener dritte Abschnitt der Schrift ist also im 6. Jhdt. verfaßt worden, und auch der erste und zweite Abschnitt, die inhaltlich hinter dem dritten Teile weit zurückstehen, können schwerlich in eine frühere Periode versetzt werden. Vorlage:SperrSchrift Bull. des sciences mathém., 2. série, III 1 (1879), 263, 1. Vorlage:SperrSchrift Stud. 155f.; Eucl. op. V, VIIIf. Vorlage:SperrSchrift II 88f. Den Sprachgebrauch und die mathematischen Formulierungen in den drei Teilen des Buches behandelt ausführlich Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 3ff.; doch ist seiner Vermutung (ebd. 39ff.). daß der erste Teil schon zu Ende des 3. Jhdts. (Zeitalter des Pappos) nach den Diktaten eines Lehrers niedergeschrieben und auch der zweite Teil älter als der dritte sei, schwerlich beizupflichten.
37. Außer den Elementen hat Geminos bei Proklos zu Elem. I 68, 23–69, 4 die Optik, Katoptrik, die Elemente der Vorlage:RE siehe und zuletzt Vorlage:Polytonisch als scharfsinnige und wissenschaftlich wertvolle Werke des E. hervorgehoben. Aus der letzteren Schrift zitiert Proklos 144, 18–26 die Untersuchungen über die Teilung des Vorlage:Seite Kreises und geradliniger Figuren in Abschnitte gleicher und ungleicher Art. Vorlage:SperrSchrift Stud. 13. 36f. Reste dieses Werkes waren schon vor längerer Zeit in ,De superficierum divisionibus liber Machometo Bagdedino ascriptus,‘ herausgegeben von Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift, Pisauri 1570 (wiederholt von Vorlage:SperrSchrift Euclidis quae supersunt, Oxoniae 1703, 667ff.), erkannt worden. Vorlage:SperrSchrift Stud. 13f. Den vollständigen, ins Arabische übersetzten Text der Schrift des E. hat Vorlage:SperrSchrift Journ. asiatique, 4. série. XVIII (1851) 217. 218f. 233ff. in der Pariser Hs. Suppl. arabe 952, 2 aufgefunden und ins Französische übertragen (die deutsche Übersetzung von Vorlage:SperrSchrift Beiträge zur Wiederherstellung der Schrift des Euklides über die Teilung der Figuren, Ulm 1853, ist, wie Vorlage:SperrSchrift Stud. 14, 1 bemerkt, leider nicht vollständig). Vorlage:SperrSchrift ZDMG L (1896) 172 weist darauf hin, daß die von einem unbekannten Übersetzer herrührende arabische Schrift durch Thabit verbessert worden ist; auch gibt er einige Nachweise über Hss. usw.
Die Schrift des E. hat 36 Sätze enthalten, von denen nr. 18 und 21–25 als Hülfssätze zu gelten haben (Vorlage:SperrSchrift 246f.). Die übrigen Sätze beschäftigen sich mit der Teilung von Dreiecken, Trapezen, Parallelogrammen, Vierecken, eines Zirkelsektors und eines Kreises. Vorlage:SperrSchrift 245f. Vorlage:SperrSchrift Stud. 14f. 37f. Vorlage:SperrSchrift II 68ff. Über den 28. Satz vgl. [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] IVorlage:Sup 273. Vorlage:SperrSchrift Abhdl. zur Gesch. der mathem. Wissensch. XIV (1902) 49. Auf eine italienische Übersetzung des Traktates des Machometus, die ebenfalls in Pesaro 1570 erschienen ist, sowie auf Vorlage:SperrSchrift Preliminari ad una restituzione del libro di Euclide sulla divisione delle figure piane, Venedig 1883; Notizie storico-critiche sulla divisione delle aree, Modena 1895, weist Vorlage:SperrSchrift Biblioth. math. 1903, 396 hin.
38. Wenn die moderne Algebra unbekannte Größen mit Buchstaben, die gewöhnlich aus dem letzten Teile der Reihe des lateinischen oder griechischen Alphabetes entnommen sind, bezeichnet und mit diesen sowohl als mit den bekannten Größen so lange operiert, bis die anfänglich unbekannten Größen bestimmt worden sind, so ist dies nach der Anschauung der Alten eine analytische Methode. Diese hat schon in den Elementen allerwärts, wo es nötig schien, unter der Form des apagogischen Verfahrens ihren Platz gefunden (Vorlage:SperrSchrift Hist. 75ff.). Pappos synag. VII 634ff. zählt 33 Bücher griechischer Mathematiker auf, die dem Vorlage:Polytonisch gewidmet waren, und zwar an erster Stelle die Vorlage:Polytonisch des E., welche hiernach von Vorlage:SperrSchrift Stud. 39 als eine Einleitung zur höheren Geometrie bezeichnet werden (vgl. Marinos Eucl. op. VI 252, 19–254, 22 Menge). Dagegen enthält dieses Werk nach Vorlage:SperrSchrift IVorlage:Sup 269f. nur Übungssätze zur Auffrischung der Elemente oder es ist, wie Vorlage:SperrSchrift Hist. 87f. nachweist, als ein Hilfsmittel bei der Anwendung der schon durch die Elemente vorgezeichneten analytischen Methode anzusehen.
Die Definitionen zu Anfang der Data unterscheiden zunächst Planfiguren, Linien und Winkel, die der Größe nach bestimmt d. i. gegeben, sind. Dazu kommt dann noch das gegebene Verhältnis. Vorlage:Seite Der Lage nach können Punkte, Linien und Winkel gegeben sein. Die Größe eines Kreises ist durch den Radius bestimmt; ist außerdem noch das Zentrum der Lage nach bestimmt, so ist der Kreis nach Lage und Größe gegeben. Ähnlich sind Kreissegmente der Größe nach bestimmt, wenn ihre Winkel gegeben und die Basis der Größe nach gegeben ist; wenn außerdem noch die Basis der Lage nach bestimmt ist, so ist das Segment nach Lage und Größe gegeben. Für geradlinige Planfiguren, besonders Dreiecke und Rechtecke, fehlen die entsprechenden Definitionen, weil sie als selbstverständlich galten. Von einer Größe A kann eine gegebene Größe B subtrahiert oder zu ihr addiert werden; im letzteren Falle heißt die Größe A + B um die gegebene B größer als A, im ersteren Falle die Größe A – B um die gegebene B kleiner als A. Eine Größe A ist größer oder kleiner als B als nach dem Verhältnis (Vorlage:Polytonisch usw.), wenn zwar A und B selbst unbestimmt, aber eine Größe C und das Verhältnis A ± C : B gegeben sind; dann muß im ersteren Falle A – C, im letzteren Falle A + C zu B in dem gegebenen Verhältnis stehen (def. 11. 12, vgl. [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] zu Pappos synag. Bd. I, XXIV).
Über die Theoreme des Buches gibt Pappos synag. VII 638–640, 1 eine kurze Übersicht. Die von ihm benutzte Ausgabe hat 90 Sätze enthalten, die er der Reihe nach in verschiedene Gruppen einteilt, je nachdem sie gegebene Größen im allgemeinen oder Gerade, die der Lage nach gegeben sind, oder Dreiecke oder beliebige Planfiguren oder Parallelogramme oder Kreise betreffen. Die Abweichungen, welche unsere Ausgaben, anlangend die Zahlen und die Reihenfolge der Sätze, von dem Exemplar des Pappos enthalten, sind von Vorlage:SperrSchrift in seiner Ausgabe a. a. O. angemerkt und von Vorlage:SperrSchrift Stud. 221ff. Vorlage:SperrSchrift Prolegom. Lff. des näheren besprochen worden (s. u. § 40).
Anlangend den Inhalt der Data und ihre Bedeutung für die Geschichte der alten Mathematik sei noch im allgemeinen verwiesen auf Vorlage:SperrSchrift Euclids Porismen und Data, Progr. der Landesschule Pforta 1866, 19f. 184f. Vorlage:SperrSchrift II 63ff.
39. Die erste griechische Ausgabe Vorlage:Polytonisch ... Euclidis data ... Claudius Vorlage:SperrSchrift ... nunc primum edidit‘ ist Paris 1625 erschienen. Dann folgten die Ausgaben von Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift, über die oben § 4 berichtet worden ist, vgl. auch Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. VI, LXff. Einen auf der besten Überlieferung beruhenden Text hat Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. VI, Leipzig 1896, herausgegeben. Vgl. dessen praefatio p. Vff.; prolegomena p. XIIIff. Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1897, 673ff. An die Spitze stellte Vorlage:SperrSchrift die aus dem 10. Jhdt. stammenden vatikanischen Hss. 190 und 204, zu denen noch Cod. Vatic. 1038 des 13. Jbdts. kommt. Nächstdem kamen in Betracht ein Bononiensis und ein Laurentianus, in welchen die Data als Vorlage:Polytonisch bezeichnet sind. Diese Hss. bieten also die freiere Textesrezension, welche Vorlage:RE siehe von Alexandreia im 4. Jhdt. veranstaltet hat. Seine Ausgabe war, wie die der Elemente (o. § 3), zum Gebrauche in den damaligen Gelehrtenschulen Vorlage:Seite bestimmt. Der Text der Elemente wie der Data war im Laufe der Jahrhunderte schon vielfach abgeändert worden. Theon hat nicht beabsichtigt, die ursprüngliche Fassung wieder herzustellen, sondern nur einen leicht lesbaren und deutlichen Text zu bieten, wobei er nicht nur kleinere erklärende Zusätze, wie Vorlage:Polytonisch einfügte, sondern auch viele andere Abänderungen, bisweilen auch Kürzungen sich gestattete. Vorlage:SperrSchrift Proleg. XXXIIff. XLf. XLVIIff. Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 675.
Wie Vorlage:SperrSchrift ZDMG L (1896) 171 berichtet, sind die Data von Ishak ben Honein (gegen Ende des 9. Jhdts.) ins Arabische übersetzt worden. Dazu habe Thabit († 901) Verbesserungen gegeben. Die bekannten Manuskripte sollen eine von Tusi veranstaltete Redaktion enthalten; auch habe Gerhard von Cremona das Buch aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzt. Auch findet sich eine vermutlich aus dem Arabischen geflossene lateinische Bearbeitung der Data im cod. Dresd. D b 86. Sie beginnt fol. 200 mit den Definitionen, deren ich 14 zähle, und scheint anfangs dem griechischen Texte ziemlich genau zu folgen, später aber weicht sie mehr und mehr ab. Eine Veröffentlichung dieses Traktates ist dringend zu wünschen.
Die Übersetzungen von Vorlage:SperrSchrift ins Französische und von Vorlage:SperrSchrift ins Englische sind bereits oben § 4. 16 g. E. erwähnt worden. Der letztere hat den überlieferten Text sowie die Reihenfolge der Sätze mehrfach geändert, auch Sätze hinzugefügt, andere weggelassen oder je zwei zu Vorlage:SperrSchrift Satze verbunden. Zu berücksichtigen sind, wie bei den Elementen, seine ,Notes, critical and geometrical‘ (o. § 6 g. E.). Vorlage:SperrSchrift Prolegom. LXI. Über die deutschen Übersetzungen von [[Gustav Schwab|Vorlage:SperrSchrift]] und Vorlage:SperrSchrift s. ebd. LXIf.
40. An die Data hat schon Apollonios von Perge, der um weniger als ein Jahrhundert nach E. blühte, die verbessernde Hand angelegt: denn von ihm rühren nach dem 13. Scholion (p. 264 Menge) die letzten drei Definitionen her. Auch andere Zusätze, teils kleinere mitten in den Text hinein, teils ganze Beweisführungen, die mit dem Vermerke Vorlage:Polytonisch den euklidischen Beweisen angehängt wurden, sind frühzeitig hinzugetreten und, soweit sie in den Hss. erhalten sind, als Anhang zum Text von Vorlage:SperrSchrift 190ff. herausgegeben worden. Auch die Zählung der Sätze war manchen Schwankungen unterworfen, je nachdem ein Satz in zwei gespalten oder umgekehrt ein früher besonders gezählter Satz mit einem andern zusammengefaßt wurde. Vorlage:SperrSchrift Proleg. XLIXf. Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1897, 676. Einen Bericht über die im 3. Jhdt. n. Chr. übliche Rezension der Data giebt Pappos synag. VII 638–640, 1. Damals wurden nur 90 (statt 94) Theoreme gezählt. Bis Satz 62 stimmen die Angaben des Pappos mit unseren Ausgaben, dann zeigen sich verschiedene Abweichungen in den Zahlen oder in der Reihenfolge der Sätze. Vorlage:SperrSchrift Stud. 221ff. Vorlage:SperrSchrift Prolegom. Lff. (beide Gelehrte bezeichnen die jetzt als 63. 77. 78 gezählten Sätze als solche, die Pappos nicht vorgefunden hat, während über 72. 86. 87 ihre Ansichten auseinander gehen). Kommentare (Vorlage:Polytonisch) zu den Data hat Pappos nach Vorlage:RE siehe (256, 24 Menge) Vorlage:Seite verfaßt. Vgl. Vorlage:SperrSchrift Stud. 173. Bald nachher hat Theon seine Textesrezension veranstaltet (o. § 39). Zu Ende des 5. Jhdts. hat Marinos von Vorlage:RE siehe (s. d.), der Schüler und Nachfolger des Vorlage:RE siehe, seine Einleitung (Vorlage:Polytonisch nach cod. Vatic. 1038, Vorlage:Polytonisch nach einer Beischrift von zweiter Hand im Vatic. 204) zu den Data verfaßt, die in der ältesten Hs., dem Vatic. 204, als Kommentar (Vorlage:Polytonisch) bezeichnet wird. Die Schrift ist als Anhang zu den Data von Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift, zuletzt nach der zuverlässigsten Überlieferung von Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. VI herausgegeben worden. Vorlage:SperrSchrift Stud. 39f. 173. Vorlage:SperrSchrift praef. VIIIf. 234ff., vgl. über den Titel der Schrift ebd. 234 Anm.
Den Inhalt der ersten vier Definitionen der Data zitiert Procl. in I. elem. 205, 13; vgl. Vorlage:SperrSchrift Studien 40f. Vorlage:SperrSchrift Prolegom. LIIf. Auf die Vorlage:Polytonisch beruft sich Eutokios zu Archim. II de sphaera et cyl. 214, 10 Heib. und nimmt auch 136, 6. 140, 5. 212, 17. 220, 12. 16 auf einzelne Sätze der Data Bezug. Außerdem werden noch einige spätere Autoren, welche die Data zitieren, von Vorlage:SperrSchrift Stud. 223 zusammengestellt.
Hinzuweisen ist noch auf die zahlreichen Vorlage:RE siehe, welche Vorlage:SperrSchrift 261ff. aus den in seiner praefatio VIIIff. aufgeführten Hss. herausgegeben hat. Sie sind zum größeren Teile von Vorlage:SperrSchrift aus dem cod. Paris. Gr. 2348 entnommen worden. Auf die Erwähnung des Apollonios im Vorlage:RE siehe nr. 13 haben wir schon hingewiesen. Einige hsl. Fehler in nr. 148f. (p. 300f. Menge) sind von Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1897, 681 berichtigt worden.
41. Die Bedeutung der in den Data angewendeten analytischen Methode tritt recht klar hervor, wenn wir die Sätze des E. algebraisch formulieren. So entwickelt Vorlage:SperrSchrift Hist. 126 aus dem 15. Satze die Aufgabe, durch die Proportion zu bestimmen und fügt hinzu, daß man, um ein negatives zu vermeiden, dafür die Gleichung einsetzen könne. Ähnlich sind die algebraischen Formeln festgestellt worden für Prop. 58. 59. 84 von [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] IVorlage:Sup 270 (vgl. Vorlage:SperrSchrift Diophantos of Alexandria 140f.), für Prop. 85 von Vorlage:SperrSchrift Hist. 127 (vgl. Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift a. a. O.), für 87 von Vorlage:SperrSchrift a. a. O.
Nach dieser Methode hat sich auch herausgestellt, daß der Text von Proposition 73, dessen Richtigkeit Vorlage:SperrSchrift XVI. 139, 1 bezweifelte, fehlerlos überliefert ist. Vorlage:SperrSchrift Berl. Philol. Wochenschr. 1897, 677ff. Wegen der ungewöhnlichen Schwierigkeiten, mit denen die Erläuterung des Textes verbunden war, sei hier die freiere und durch Einfügung zwischen eckigen Klammern ergänzte Übersetzung des ersten Falles von Proposition 73 wiederholt. Die Figuren sind bei Vorlage:SperrSchrift 139 nachzusehen, doch wären sie besser spitz-, bezw. stumpfwinkelig als rechtwinkelig gezeichnet worden: „Wenn von zwei gleichwinkligen Parallelogrammen A und B je Vorlage:SperrSchrift Winkel gegeben ist und von den diesen Winkel umschließenden Seiten A1, A2, B1, B2 die Seite B2 zu einer anderen, Geraden sich so verhält, wie die Seite A1 zu B1, und wenn ferner zu der ,anderen‘ Geraden in einem gegebenen Vorlage:Seite Verhältnisse steht, so werden auch die Parallelogramme A, B zu einander in dem gegebenen Verhältnisse stehen.“
„Von zwei Parallelogrammen AΓΒΔ, EZH, deren Winkel AΓΒ, EZH gegeben und einander gleich sind, soll sich, wie die Seite ΓΒ zu ZH, so die Seite EZ zu [,einer anderen‘ Geraden verhalten, d. i. nachdem ich diese ,andere‘ nach Elem. VI 12 als viertes Glied der Proportion ΓΒ : ZH = EZ : x bestimmt und auf der verlängerten Seite AΓ als ΓΚ eingetragen habe, soll sich, wie ΓΒ zu ZH, so EZ zu] ΓΚ verhalten. Es sei aber das Verhältnis ΔΓ : ΓΚ gegeben. Ich behaupte, daß auch das Verhältnis der Parallelogramme ΑΓΒΔ : ZEH gegeben ist.“
„An die Seite ΓΒ werde ein dem Parallelogramm EZH gleiches Parallelogramm ΓΚΘΒ so angelegt, daß AΓ und ΓΚ, mithin auch ΔΒ und BΘ je auf Vorlage:SperrSchrift Geraden liegen. Da nun ΓΚΒΘ gleich und gleichwinkelig mit EZH ist, so stehen [nach Elem. VI 14] die um die gleichen Winkel liegenden Seiten zu einander in umgekehrten Verhältnissen; es ist also ΓΒ : ZH = ΕΖ : ΓΚ. Es war aber [vorausgesetzt, daß] ΓΒ : ΖΗ = ΕΖ zu der Geraden [sich verhält], zu welcher AΓ ein gegebenes Verhältnis hat [d. i. nach der Konstruktion zu der Geraden ΓΚ]; also ist auch [nach Elem. V 9, 2] das Verhältnis AΓ : ΓΚ gegeben. [Wie aber AΓ : ΓΚ, so verhalten sich nach Elem. VI 1 die Parallelogramme AΓΒΔ : ΓΚΘΒ ]; es ist also auch das Verhältnis AΓΒΔ : ΓΚΘΒ, das ist [weil nach der Konstruktion ΓΚΘΒ = EZH ist, das Verhältnis von AΓΒΔ] zu EZH gegeben.“
42. Unter den zum Vorlage:Polytonisch gehörigen Schriften des E. zählt Pappos synag. VII 636, 21 Vorlage:Polytonisch auf und gibt darüber ebd. 648–660 einen ausführlichen Bericht, zu welchem der Kommentar Vorlage:SperrSchrift Stud. 56ff. zu vergleichen ist. Auch Procl. in I. elem. 302, 12 erwähnt Vorlage:Polytonisch. Nach Pappos 650, 16–20 nimmt das Porisma, das als Vorlage:Polytonisch definiert wird, eine Mittelstellung zwischen dem Theorem und Problem ein. In diesem Sinne äußert sich auch Proklos 301, 25–302, 11. Außerdem findet sich bei Pappos 650, 20–652, 2 eine von den ,Neueren‘ aufgestellte Definition: Vorlage:Polytonisch (s. dazu die Erläuterungen von Vorlage:SperrSchrift 71f.). Vorlage:SperrSchrift 265ff. kommt zu dem Ergebnis, daß ein Porisma gewissennaßen eine Verbindung von Theorem und Problem war, ein Theorem, welches ein Problem anregte und einschloß. Demnach könne als Porisma jeder unvollständige Satz gelten, welcher Zusammenhänge zwischen nach bestimmten Gesetzen veränderlichen Dingen so ausspricht, daß eine nähere Erörterung und Auffindung sich noch daran knüpfen. Um dies zu erläutern, wählt er das Porisma des E. bei Pappos 652, 20–654, 2, welches in der Sprache der heutigen Geometrie etwa so laute: schneiden die Linien eines vollständigen Vierseits sich in sechs Punkten, von denen drei in einer Geraden liegende gegeben sind, und sind von den drei übrigen Punkten zwei der Bedingung unterworfen, je auf einer gegebenen Geraden zu bleiben, so wird auch der letzte Punkt Vorlage:Seite eine Gerade zum geometrischen Orte haben, welche aus den vorhandenen Angaben bestimmt werden kann. Es handelt sich hier augenscheinlich um einen geometrischen Ort; doch ist, wie Vorlage:SperrSchrift fortfährt, die Hypothese insofern unvollständig, als die Lage der von zwei Punkten beschriebenen Geraden nicht näher bezeichnet ist. Demgemäß läßt auch die Folgerung an Bestimmtheit zu wünschen übrig; doch kann sie zur vollständigen Bestimmtheit ergänzt werden, indem man die Lage der dritten Geraden als eine Funktion der gegebenen Raumgebilde darstellt. Mit anderen Worten: die Ortsveränderung eines Punktes ist in Abhängigkeit gebracht zu den Ortsveränderungen zweier Punkte, so daß sie der Art nach bestimmt ist, der Lage nach aber erst bestimmt wird, wenn jene Ortsveränderungen der beiden andern Punkte, sowie drei feste Punkte wirklich gegeben sind.
Dieses Porisma wurde, wie Pappos 652, 16–18 mitteilt, in zehn einzelnen Fällen, je nach der Verschiedenheit der Lage der einzelnen Punkte und Geraden behandelt. Mit Recht schließt daher Vorlage:SperrSchrift 267 aus diesem einen Beispiele, daß eine Sammlung von Porismen eine gewaltige Ausdehnung erhalten mußte, wenn die teils als Bedingungen, teils als Ergebnisse in jedem Porisma vorkommenden geometrischen Örter jeder beliebigen Gattung von Raumgebilden angehören durften. Doch hat E. sich auf solche Örter beschränkt, deren Lehre aus seinen Elementen genügend bekannt war. In den beiden ersten Büchern treten nur Gerade, im dritten Buche außer solchen auch Kreise auf. Trotz dieser Beschränkung haben die drei Bücher zusammen 171 Sätze und 38 Lemmata enthalten (Papp. 660, 15f.). Die Sätze des E. hat Pappos 654, 25–660, 14 je nach den Ergebnissen, also abseits der Bedingungen, in 29 Gattungen abgeteilt. Vorlage:SperrSchrift 267, vgl. Vorlage:SperrSchrift Stud. 72ff.
Im 17. Jhdt. haben Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift den Gedanken gefaßt, die Sätze des E. nach dem Berichte des Pappos wiederherzustellen, und später haben Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift dies auszuführen versucht. Die Restitution durch Vorlage:SperrSchrift mag in der Hauptsache das Richtige getroffen haben (vgl. [[Franz Susemihl|Vorlage:SperrSchrift]] 713); doch sind im einzelnen gewichtige Bedenken und Ausstellungen erhoben worden. Vorlage:SperrSchrift 264. 267f. Vorlage:SperrSchrift Stud. 57f. 70. 77ff. Vorlage:SperrSchrift II 78ff.
Die ältere Literatur über die Porismen des E. ist von [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] zu Papp. synag. VII 649 (vgl. mit Bd. I praef. XVf. XX. XXI) zusammengestellt worden. Les trois livres de porismes d'Euclide, rétablis ... par Vorlage:SperrSchrift sind ebd. XVII angeführt und in Kürze charakterisiert worden.
43. Die Kegelschnitte hat E. in vier Büchern behandelt. Er schloß sich dabei an den um wenig älteren Mathematiker Aristaios an, über dessen Werk ein genauerer Bericht für eine andere Stelle vorgesehen ist, Papp. synag. VII 672, 18–21. 676, 25–678, 8. Vorlage:RE siehe zu. Papp. Bd. III 1187, 20. Dem Werke des E. wird von Archimedes außer Vorlage:Polytonisch auch der Titel Vorlage:Polytonisch gegeben (s. [[RE:Apollonios 112|Vorlage:SperrSchrift Nr. 112]] Bd. II S. 153, 14–21). Über die Stellen, an denen Archimedes den E., und zwar mit Beibehaltung von dessen Terminologie, benutzt hat, vgl. ebd. 153, 14–30. Apollonios scheint in den beiden ersten Büchern seiner Konika Vorlage:Seite das Hauptsächliche desjenigen Stoffes zusammengedrängt zu haben, den E. in seinen vier Büchern behandelt hatte (ebd. 152, 54–58. 153, 30–42).
Nach dem Vorgange des Aristaios und anderer Mathematiker hat E. Schnitte des spitzwinkligen, des rechtwinkligen und des stumpfwinkligen Kegels unterschieden, Papp. synag. VII 672, 20–25. 674, 12–19. Vorlage:SperrSchrift Stud. 88. Daß ein Schnitt des spitzwinkligen Kegels, der später von Apollonios Vorlage:Polytonisch benannt wurde (s. Bd. II S. 152, 65–153, 1. 154), auch an anderen Kegeln oder an dem Zylinder dargestellt werden kann, ist dem E. nach Phaenom. 561 Gregory wohl bekannt gewesen, Vorlage:SperrSchrift 751f. (Anm. 220). Wie Vorlage:SperrSchrift Hist. 163 bemerkt, läßt sich aus der Benutzung der Kegelschnitte des E. durch Archimedes erkennen, daß der erstere nicht wenig Förderliches zu dieser Lehre beigetragen hat. Man müsse darin nicht nur die Beziehung der Kegelschnitte auf ihre Achsen haben finden können, sowie die daran angeschlossene Bestimmung von Tangenten, konjugierten Durchmessern und Asymptoten, sondern auch die entsprechende Beziehung jener Kegelschnitte auf zwei konjugierte Durchmesser und die bereits dem Menaichmos bekannte Beziehung auf die Asymptoten, endlich auch den sog. Potenzsatz (ebd. 162).
Aus der umfänglichen und verschiedenen Zielen zusteuernden Literatur über die Konika des E. heben wir zum Schluß noch hervor Vorlage:SperrSchrift 274ff. Vorlage:SperrSchrift Stud. 83ff. Vorlage:SperrSchrift Apollonios of Perga p. XXXIVff.; The Works of Archimedes p. LΙΙff. Vorlage:SperrSchrift II 84.
44. Als Apollonios im dritten Buche seiner Konika die Theoreme entwickelte, die Vorlage:Polytonisch förderlich waren, benutzte er auch einige Sätze aus des E. Untersuchungen über den Ort Vorlage:Polytonisch. Apollon. conic. I 4, 10–16 Heib. Papp. synag. VII 676, 19–678, 25 (an einer teilweise interpolierten Stelle, wo sowohl ein unberechtigter, von Apollonios gegen E. erhobener Tadel wiederholt, als nachträglich E. gegen Apollonios in Schutz genommen wird). Vgl. über die Vorlage:Polytonisch bei Aristaios und Apollonios, die mit dem Vorlage:Polytonisch sich nahe berühren, Vorlage:SperrSchrift Hist. 175ff. Einen Vorlage:Polytonisch hat auch Vorlage:SperrSchrift Stud. 84f. in den eben erwähnten Untersuchungen des E. erkannt.
45. Als ein Werk des E. werden ferner von Papp. synag. VII 636, 24 Vorlage:Polytonisch angeführt. Statt Vorlage:Polytonisch ist hier Vorlage:Polytonisch überliefert, doch die erstere Form durch IV 258, 23 Vorlage:Polytonisch gesichert. Vier Lemmata aus dieser Schrift teilt Pappos propos. 235–238 mit. Vorlage:SperrSchrift 274 hält es für wahrscheinlich, daß jene Örter Kurven auf Zylinderflächen, vielleicht auch auf Kegelflächen betrafen. Das Hauptsächliche der Lehre des E. von den Oberflächenörtern, die sich außer auf Zylinder- und Kegelflächen, vermutlich auch auf Kugelflächen bezogen haben, hat Vorlage:SperrSchrift Stud. 79ff. nach Apollonios, Pappos und Vorlage:RE siehe wiederhergestellt. Vgl. auch Vorlage:SperrSchrift II 82ff. Vorlage:SperrSchrift The Works of Archimedes p. LXIff.
Selbstverständlich hat E. bei diesen Darstellungen die analytische Methode (Vorlage:Polytonisch) Vorlage:Seite angewendet. Papp. synag. IV 258, 22–262, 2. VII 634, 8–11. 678, 8–10. Schol. zu Papp. Bd. III 1186f., vgl. ebd. 1275f.
46. Einen ausführlichen Beitrag hat Pappos im VI., der Astronomie gewidmeten Buche seiner Synagoge zu den Phainomena des E. gegeben (594, 27 Vorlage:Polytonisch bis 632, 17 Vorlage:Polytonisch).
Das Werk enthält in 18 Sätzen die Elemente der Astronomie, Vorlage:RE siehe zu Eucl. data 254, 15–19 Menge. Vorlage:SperrSchrift Stud. 41. Herausgegeben ist es von Vorlage:SperrSchrift in ,Euclidis quae supersunt omnia‘ (o. § 4); als ,Euklids Phaenomene‘ ins Deutsche übersetzt und erläutert von Vorlage:SperrSchrift, Progr. Freiburg 1850. Eine arabische Übersetzung des Al-Tsahirât wird nachgewiesen von Vorlage:SperrSchrift ZDMG L (1896) 170f.
Auf einige Interpolationen in dem jetzt verbreiteten Texte weist Vorlage:SperrSchrift Stud. 47f. hin. Nach demselben 50f. ist im Cod. Vindob. Gr. 103 und vermutlich auch in anderen Hss. eine abweichende, offenbar weit ursprünglichere Redaktion der Phainomena uns erhalten. Vgl. Vorlage:SperrSchrift Abh. zur Gesch. der math. Wissensch. XIV 57f.
Die Beweise zu den Sätzen der Phainomena sind, wie Vorlage:SperrSchrift Stud. 47 hervorhebt, durchweg streng mathematisch und exakt geführt, soweit sie echt sind, so daß von dieser Seite nichts zu wünschen übrig bleibt; für den astronomischen Bedarf aber fand man später das Werk unzureichend, Papp. synag. VI 632, 17–22. Das lag aber ohne Zweifel (so fährt Vorlage:SperrSchrift fort) eher in den starken Fortschritten der Astronomie als in Mängeln der euklidischen Darstellung; für ihre Zeit reichte sie gewiß aus.
Was bei keinem anderen Werke des E. der Fall ist, kommt der Forschung bei den Phainomena zu gute, indem wir zwei Quellen, die er hauptsächlich benutzt hat, nachweisen können. Das ist erstens die Schrift des um wenig älteren Autolykos Vorlage:Polytonisch (s. Bd. II S. 2603f.). Vorlage:SperrSchrift Stud. 41f. [[Friedrich Hultsch|Vorlage:SperrSchrift]] Ber. Ges. der Wiss. Leipzig 1886, 146ff. Zweitens hat sich herausgestellt, daß es vor Autolykos ein Lehrbuch der Sphärik gegeben hat, das der jetzt noch vorhandenen Sphärik des Theodosios von Tripolis als Vorlage gedient und von diesem zu einem großen Teile wörtlich übernommen worden ist. Wir nennen diese Schrift, deren Verfasser unbekannt ist (man hat an Eudoxos gedacht; doch gibt es dafür keine Beweise), die ,Sphärik des 4. Jhdts‘ Vorlage:SperrSchrift Stud. 43–46. Vorlage:SperrSchrift Jahrb. f. dass. Philologie 1883, 415ff. 1884, 366ff.; Praefatio in Autol. XIff.; Ber. Ges. der Wiss. Leipzig 1885, 171f. 1886, 129ff. Aus einer älteren, von Vorlage:SperrSchrift im Cod. Vindob. Gr. 103 aufgefundenen Rezension der Phainomena hat Vorlage:SperrSchrift Abh. zur Gesch. der math. Wissensch. XIV 57f. zwei Abschnitte veröffentlicht, aus denen hervorgeht, daß sowohl E. als Theodosios diese ältere Rezension benutzt haber. Darnach hat Vorlage:SperrSchrift a. a. O. 63. 136 ermittelt, daß von den 60 Sätzen der Sphärik des Theodosios 20 ganz sicher und 14 wahrscheinlich der Sphärik des 4. Jhdts. angehören, während 6 unsicher sind und nur 20 übrig bleiben, über die wir (vorläufig) nichts entscheiden können. Vorlage:Seite
Zu dem 2., 12. und 13. Theorem der Phainomena (s. Papp. 594, 28. 598, 21. 626, 10) hat Pappos in dem oben erwähnten Abschnitte VI propos. 55–61 einige Ergänzungssätze hinzugefügt und dadurch das Verständnis dieser Teile des Werkes wesentlich gefördert.
47. Zu den mathematischen Schriften des E. zählt Vorlage:RE siehe bei Procl. in I. elem. 68, 24–69, 2 die Vorlage:Polytonisch und Vorlage:Polytonisch und rühmt sie als Vorlage:Polytonisch. Marinos in Eucl. data 254, 20 bezeichnet die erstere Schrift als Vorlage:Polytonisch. Sie ist zuerst von Vorlage:SperrSchrift, dann von Vorlage:SperrSchrift und Vorlage:SperrSchrift (s. Vorlage:SperrSchrift Stud. 91), neuerdings zusammen mit der Katoptrik von Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. VII unter dem Titel ,Euclidis optica, opticorum recensio Theonis, catoptrica cum scholiis antiquis‘ aus den ältesten und besten Hss., an deren Spitze der Cod. Vindob. XXXI 13 steht (Praef. p. Vff.), herausgegeben worden. Die Optik enthält 7 Definitionen, 58 Theoreme und Probleme. Das Auge (immer im Singular Vorlage:Polytonisch, weil das andere Auge beim Beobachten zugedrückt werden soll) wird als ein Punkt betrachtet, von welchem aus geradlinige Strahlen, die zusammen ein Bündel in Kegelform bilden, ausgehen. Daraus folgt, daß verschiedene Figuren dem Auge anders erscheinen, als sie in Wirklichkeit sind. Ferner werden die verschiedenen Entfernungen zweier Figuren, sowie gewisse perspektivische Ansichten in streng geometrischen Formen dargestellt und Entfernungsmessungen gelehrt. Vgl. [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 279 (zu Propos. 18–21 Vorlage:SperrSchrift). Vorlage:SperrSchrift III 91ff. (besonders zu Propos. 23–31 u. a. 93ff.).
Zu der Vulgata des Textes der Optik findet sich im Cod. Dresd. D b 86 eine vortreffliche, in mittelalterlichem Latein abgefaßte Übersetzung, die von Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. VII 3ff. neben dem griechischen Texte herausgegeben worden ist. Über eine ähnliche, aber weit weniger sorgfältige lateinische Übersetzung wird ebd. proleg. XXXIIff. berichtet. Zwei arabische Übersetzungen, sowie eine persische und eine hebräische weist Vorlage:SperrSchrift ebd. XXXII unter Berufung auf Vorlage:SperrSchrift nach. Eine andere lateinische Übersetzung hat Vorlage:SperrSchrift Biblioth. math. III (1902) 71 unter dem Titel ,Liber de aspectibus euclidis‘ im Cod. Paris. 9335 entdeckt.
Außer dem gewöhnlichen Texte der Optik ist in zahlreichen Hss. eine abweichende, zwar vielfach verderbte, aber im ganzen dem ursprünglichen Texte näher kommende Rezension enthalten, die von Vorlage:RE siehe von Alexandria herrührt. Die Hss. weist Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. VII proleg. XVIff. nach. In dieser Rezension, die derselbe ebd. 144ff. herausgegeben hat, sind die Sätze mit wenigen Ausnahmen dieselben, auch meistens mit denselben Worten ausgedrückt wie in der Vulgata; aber die Beweise sind durchgängig ausführlicher und klarer; namentlich kommt die sorgfältige Form dem Muster der Elemente weit näher, Vorlage:SperrSchrift Stud. 129, vgl. ebd. 139ff.
Verschiedene Ergänzungen und andere Beiträge zur Optik hat Papp. synag. VI propos. 42–54 geliefert, vgl. Vorlage:SperrSchrift Stud. 131f.; Eucl. op. VII proleg. XXX. Zu dem 23. Satze der Optik gibt Pappos comment. in Ptolem. synt. (bei Theon in Ptolem. p. 265 Basil.) die wichtige Ergänzung, daß bei der Beobachtung des Mondes Vorlage:Seite und um so mehr der Sonne der Unterschied zwischen dem Diameter des vom Auge erblickten Kreises und dem Diameter eines größten Kreises des Gestirns verschwindend klein ist. Zu dem 4. und 7. Satze vergleicht Vorlage:SperrSchrift Abh. zur Gesch. der math. Wiss. XIV 49 Menelaos Sphär. I 30, 2. 33, 1.
Ansehnliche Sammlungen von Vorlage:RE siehe sowohl zur Vulgata der Optik als zur theonischen Rezension hat Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. VII 125ff. 253ff. veröffentlicht. Über die dabei benützten Hss. berichtet er ebd. praef. VIIf.
Zu den mathematischen Schriften des E. rechnet Vorlage:RE siehe non posse suaviter vivi sec. Epic. 1093 E Vorlage:Polytonisch. Da sonst von einer solchen Schrift nichts bekannt ist, so ist wohl anzunehmen, daß Vorlage:RE siehe die Vorlage:Polytonisch des E. gemeint hat; ist doch zur Lösung von einigen der dort aufgestellten Probleme ohne Zweifel die Dioptra (s. d.) angewendet worden.
48. Eine Vorlage:Polytonisch betitelte Schrift des E. wird von Geminos bei Procl. in I. elem. 69, 2 ebenso anerkennend wie die Vorlage:Polytonisch (o. § 47 z. Anf.) hervorgehoben. Zu den dem Texte vorausgeschickten Definitionen hat eine jüngere Hand im Vatic. Gr. 191 Vorlage:Polytonisch angemerkt und am Ende (hinter Propos. 30) findet sich im Vatic. Gr. 204 Vorlage:Polytonisch. Zwei erste Ausgaben, die eine von Vorlage:SperrSchrift, die andere von Vorlage:SperrSchrift sind im J. 1557 erschienen. An Vorlage:SperrSchrift hat sich Vorlage:SperrSchrift angeschlossen, Vorlage:SperrSchrift Stud. 148. Der besten handschriftlichen Überlieferung ist Vorlage:SperrSchrift Eucl. op. VII 286ff. (vgl. praef. IX; proleg. XLIIIff.) gefolgt; die Scholien hat er ebd. 347ff. herausgegeben.
Die Erwähnung durch Geminos beweist, daß noch im 1. Jhdt. v. Chr. die Erinnerung an eine Katoptrik des E. lebendig war. Doch mag die Schrift frühzeitig in den Hintergrund getreten sein, da sie von dem gleichnamigen Werke des Archimedes (s. Bd. II S. 536, 50) gewissermaßen aufgesogen worden ist. Was gegenwärtig in den Hss. als Vorlage:Polytonisch erhalten ist, wird übereinstimmend von Vorlage:SperrSchrift Géométrie grecque 59ff. Vorlage:SperrSchrift Stud. 150ff.; Eucl. op. VII proleg. XLIXf. [[Franz Susemihl|Vorlage:SperrSchrift]] 716f. für unecht erklärt. Doch weist Vorlage:SperrSchrift Stud. 152 mit Recht darauf hin, daß die Katoptrik, obgleich sie als ein Produkt einer viel späteren Zeit zu betrachten ist, doch aus alten Quellen geschöpft ist, die leider nicht mehr nachgewiesen werden können. Vieles deutet darauf hin, daß wir eine Kompilation vor uns haben.
Ein früher dem E. zugeschriebener Traktat ,De speculis‘, hsl. aber als ,Liber Ptolomei de speculis‘ bezeichnet, wird von Vorlage:SperrSchrift Heronis op. II 306 dem Alexandriner Vorlage:RE siehe zugeschrieben und ist von ihm ebd. 316ff. herausgegeben und übersetzt worden.
49. Auch Elemente der Vorlage:RE siehe (Vorlage:Polytonisch) hat E. verfaßt. Ihnen spendet Geminos bei Procl. in I. elem. 69, 3 wegen der scharfsinnigen und wissenschaftlichen Darstellung ein gleiches Lob wie den Optika und Katoptrika (o. § 47f.) und dem Buche Vorlage:Polytonisch (§ 37). Marinos in Eucl. data 254, 19f. zitiert die Schrift als Vorlage:Polytonisch.
Mit Unrecht wurde ihm früher nach einigen Hss. Vorlage:Seite (v. Vorlage:SperrSchrift Musici script. 148 adnot. 179 adnot.) eine Vorlage:Polytonisch zugeschrieben. Der schon von arabischen Mathematikern ausgesprochene Zweifel an der Autorschaft des E. wird dadurch bestätigt, daß darin Duale Vorkommen, während E. in den unzweifelhaft echten Schriften diesen Vorlage:RE siehe niemals gebraucht hat. H. Vorlage:SperrSchrift De duali Graecorum et emoriente et revivescente, Breslauer philol. Abh. VI 4. Vielmehr ist diese Schrift von dem Musiker Vorlage:RE siehe verfaßt. Vorlage:SperrSchrift Stud. 9. 53ff. Vorlage:SperrSchrift 717, 59. Den Text hat v. Vorlage:SperrSchrift Musici script. 179ff. herausgegeben.
50. Dagegen ist unzweifelhaft echt die noch erhaltene, der pythagoreischen Theorie folgende Vorlage:Polytonisch. Vorlage:SperrSchrift Stud. 52f. Vorlage:SperrSchrift 717. v. Vorlage:SperrSchrift Musici script. 115ff. (doch scheidet der letztere das sog. Vorlage:Polytonisch aus, das zwar ganz aus pythagoreischer Lehre geschöpft, aber schwerlich von E. selber geschrieben sei). Nach der besten Überlieferung hat v. Vorlage:SperrSchrift den Text ebd. 148ff. herausgegeben und mehrfach durch Anmerkungen erläutert. Die Schrift behandelt die Intervallenlehre und gipfelt in dem Satze, daß die Konsonanz Vorlage:Polytonisch auf dem Verhältnis 2:1 beruhe und aus den zwei Verhältnissen 3:2 und 4:3 zusammengesetzt sei (v. Jan ebd. 115).
51. Gegen Trugschlüsse der Mathematiker hat schon Aristoteles geschrieben. Vorlage:SperrSchrift Abh. zur Gesch. der math. Wiss. XVIII 28. Eine ähnliche Tendenz hat die Schrift des E. Vorlage:Polytonisch gehabt. Geminos bei Procl. in I. elem. 70, 1–18 spendet ihr große Anerkennung. Sie sei ein Vorlage:Polytonisch, in welchem E. die verschiedenen Arten der Trugschlüsse der Reihe nach aufzähle und bezüglich jeder Art unsern Verstand in allerlei Lehrsätzen übe, indem er dem Falschen das Wahre gegenüberstellt und den Beweis des Truges mit der Erfahrung zusammenhält. Vgl. [[Moritz Cantor|Vorlage:SperrSchrift]] 263f. Vorlage:SperrSchrift Géométrie grecque 70. Vorlage:SperrSchrift Stud. 38; Abh. a. a. O. 28f. Vorlage:SperrSchrift Hist. 91, 7.
52. Aus dem Manuskript 952, 2 des Supplément arabe der Pariser Nationalbibliothek hat Vorlage:SperrSchrift Journal asiat., 4Vorlage:Sup série, XVIII (1851) 217. 219ff. eine Schrift des E. über die Wage herausgegeben und ins Französische übertragen. Das Buch beginnt mit einer Definition und zwei Axiomen; darauf lehren vier Sätze, denen die Beweise beigefügt sind, unter welchen Voraussetzungen je zwei verschiedene, an einen Wagebalken angehängte Vorlage:RE siehe diesen in horizontaler Lage erhalten. Am Ende des arabischen Textes (Vorlage:SperrSchrift 225. 232) ist bemerkt, daß in einer andern Hs. dieses Buch den Söhnen des Mouça zugeschrieben wird. Verwandten Inhalts, aber in der Form völlig verschieden sind ein aus dem Griechischen übersetztes Fragment ,Euclidis de levi et ponderoso‘, herausgegeben von Vorlage:SperrSchrift Euclidis opera p. 585f. (wiederholt von Vorlage:SperrSchrift Biblioth. math. 1900, 51ff.) und ein aus dem Arabischen übertragener Traktat ,Liber Euclidis de gravi et levi et de comparatione corporum ad invicem‘, den Vorlage:SperrSchrift a. a. O. aus dem Cod. Dresd. D b 86 veröffentlicht hat. Die beiden letztgenannten Schriften sind sicherlich dem E. abzusprechen. Eher könnte man bei dem Vorlage:SperrSchriftschen Buche über die Wage für die Vorlage:Seite Tradition, daß E. der Verfasser sei, eintreten (denn die Anordnung des Stoffes und die Fassung der Sätze und ihrer Beweise ist den echten Schriften des E. nicht unähnlich); doch sprechen dagegen beachtliche, von Vorlage:SperrSchrift Stud. 11f. angeführte Gründe.
53. Ein im 6. oder 7. Jhdt. verfaßtes Fragment, von dem einige Zeilen im Cod. Arcerianus erhalten sind, zählt unter mehreren namhaften Geometern, deren Gesamtzahl auf 32 angegeben wird, auch den E. auf: euclydis siculus arismetica scribsit, [[Karl Lachmann|Vorlage:SperrSchrift]] Gromat. vet. I 251 adnot. [[Ernst Maass|Vorlage:SperrSchrift]] Aratea 122. Auch unter den ,Nomina agrimensorum‘ Gromat. 403 wird Z. 21 Siculi und 32 Euclidis angeführt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Verfasser des Fragmentes mit euclydis den großen Mathematiker und mit arismetica dessen Elemente gemeint hat, aus deren Büchern I–IV Auszüge ebd. 377ff. erhalten sind. Doch steht diese Nachricht zu vereinzelt da und ist zu späten Ursprungs, als daß man danach Sizilien als des E. Heimat annehmen dürfte. Aus Gela hat nach Alexandros Vorlage:Polytonisch bei Diog. Laert. II 106 der Philosoph E. gestammt, mit welchem unser Mathematiker häufig verwechselt worden ist. Vgl. Vorlage:SperrSchrift Stud. 22ff. (das Vorlage:Polytonisch Siculus im Index zu Pappos synag. 45 b ist zu tilgen). Vorlage:REAutor